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„Volks-Rente“ fällt im Test durch

„Bild“ und Sparkassen bewerben die „Volks-Rente“, eine vermeintlich besonders attraktive Altersvorsorge. Die Stiftung Warentest ist nicht begeistert.

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„Volks-Rente“ fällt im Test durch

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Bad Homburg (iv). Für Leser der „Bild“ gibt es derzeit kaum ein Entrinnen: Das Boulevardblatt macht kräftig Reklame für die „Volks-Rente“. Gemeinsam mit Sparkassen trommelt man für ein Produkt zur privaten Altersvorsorge, das besonders flexibel sein soll. Zauderer werden noch mit einem 15-Euro-Amazon-Gutschein zum schnellen Online-Abschluss gelockt – „nur bis zum 11.12.!“

Reine Werbung

Weil Rente doch eher ein trockenes Thema ist, gibt’s mit Sophia Thomalla auch ein prominentes Gesicht zur Kampagne: Die Schauspielerin verrät im exklusiven Interview („Haben Sie Angst vor dem Älterwerden?“ – „Nein“) ihre Meinung zur „Volks-Rente“: eine „clevere“ und „tolle Lösung“.

Für treue „Bild“-Leser sind die „Volks“-Kampagnen nichts Neues. Von Tablet bis Pflegevorsorge: Was wie Verbraucherinformation wirken soll, ist schlicht pure Werbung. Die Zeitung lässt sich das ganze Getöse bezahlen – in diesem Fall von der „neue Leben“, einem Hamburger Versicherer aus der talanx-Gruppe, der mit einer Reihe von Sparkassen zusammenarbeitet. Wer will, kann das Produkt deshalb auch in seiner Bankfiliale abschließen.

So funktioniert die „Volks-Rente“

Der vermeintliche Clou des Produkts ist seine Flexibilität: Kunden haben nicht nur die Wahl zwischen einer klassischen privaten Rentenversicherung und einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Auch eine Kombination ist möglich. Sparer können sogar nachträglich die Aufteilung ändern. So soll jeder seine Anlagestrategie – Sicherheit oder Renditechancen – nach der eigenen Lebenssituation ausrichten können. Die Volksrente passe sich „perfekt Ihrem Leben an“, heißt es in der Werbung.

Stimmt, meint die Stiftung Warentest, und vergibt in Sachen Flexibilität die Bestnote 1,0. Dass Sparer im Vertragsverlauf die Aufteilung ändern können, sei ein Vorteil eines hybriden Produktes. Damit hat das Lob aber auch schon ein Ende.

Rentenversicherung ist nur „ausreichend“

Wer sich für die Sicherheitsvariante entscheidet, den erwarte ein nur „ausreichendes“ Produkt, so das Urteil der Tester. Die Rentenversicherung der „Volks-Rente“ sei vor allem wegen der hohen Kosten und des schlechten Anlageerfolgs unattraktiv. Zudem erfahre man die Kosten erst, nachdem man seine Kontakt- und Bankdaten angeben hat – „legal, aber nicht transparent“.

Auch der Fonds-Variante können die Verbraucherschützer wenig abgewinnen. Hierbei wählt der Sparer die Fonds selbst aus und übernimmt das Risiko. Das Problem: Die Auswahl sei beschränkt auf einige ausschließlich aktiv gemanagte Fonds. Zu teuer, meinen die Tester. Günstige ETFs fehlten völlig im Angebot.

Der Anbieter sieht das anders. Die Auswahl der Fonds bilde die „individuelle Hausmeinung“ der vermittelnden Sparkasse ab, entgegnete eine talanx-Sprecherin gegenüber dem Branchenmagazin „Das Investment“. Auch die Kritik an den Kosten kann man dort nicht ganz nachvollziehen. Die Stiftung Warentest verwende eine eigene Berechnungsmethode, das Zustandekommen der Teilnote für die Kosten bleibe unbekannt.

Nicht unter Druck setzen lassen

Für die Tester ist das Fazit dennoch eindeutig: Besser nicht abschließen. Die Verbraucherschützer empfehlen eine Anlagestrategie mit ETF und raten generell dazu, sich bei der Altersvorsorge nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen.

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