Bei der Analyse stellten wir 2.500 Versicherten, die eine Reha erhielten, rund 30.000 Fällen gegenüber, die vom Behandlungsmuster ähnelten, bei denen aber keine Reha stattfand.

Über eine Millionen medizinische Reha-Leistungen erbringt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jedes Jahr. Dafür gab sie 2016 rund 4,7 Milliarden Euro aus. Rechnet sich das viele Geld? Die Antwort auf diese Frage ist in einem umfangreichen Datensatz enthalten, den Wissenschaftler des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung (IfR) an der Universität Ulm analysierten. Einer von ihnen ist Dr. Rainer Kaluscha, der stellvertretende Leiter des IfR.
Im Gegensatz zu unserem Projektpartner, der AOK Baden-Württemberg, engagieren sich manche Krankenkassen kaum für Reha. Dabei könnten sie statt an der Reha durch die Reha sparen.
Eine unserer anderen Studien zeigte übrigens, dass in 95 Prozent der Fälle sowohl die Reha-Patienten als auch ihre Hausärzte sagen, dass die Patienten von der Reha profitiert haben. Da deckt sich also unsere Datenanalyse mit anderen Studien.
Wir sollten aber nicht nur auf die Kosten für Ausfalltage schauen: Schließlich hilft eine Reha den Menschen, dass es ihnen gesundheitlich besser geht, sie weiter arbeiten und ihr Brot selbst verdienen können. Und die aus dem erzielten Einkommen gezahlten Rentenbeiträge senken dann auch das Risiko für spätere Altersarmut.
Die Daten unserer aktuellen Studie zu chronischen Rückenschmerzen machen aber deutlich, dass, wenn eine Erwerbsminderungsrente nicht zu vermeiden ist, eine Reha den Eintritt der Berentung um durchschnittlich sieben Monate verzögert.
Addiert man die dadurch eingesparten Rentenzahlungen mit den verbleibenden Beitragszahlungen in die Renten- und Krankenversicherung, summieren sich die Einsparungen auf rund 8.500 Euro in zwei Jahren.
Auf der Nutzen-Seite stehen zum Beispiel Einsparungen durch weniger Krankheitstage nach der Reha, eingesparte akutstationäre Leistungen oder verzögerte bzw. vermiedene Berentungen.
Stellt man Kosten und Nutzen gegenüber, zeigt sich, dass eine Reha im ersten Folgejahr pro Versichertem etwa 728 Euro spart. Rechnet man alle Effekte zusammen, und überträgt sie auf die rund 346.000 Reha-Patienten in der Orthopädie, bringt die Reha der Versichertengemeinschaft jährlich 250 Millionen Euro ein.
Reha lohnt sich also gleichermaßen für die Betroffenen, die Arbeitgeber und für die Solidargemeinschaft.
Weitere Informationen
Internetseite des Instituts für Rehabilitationsmedizinische Forschung (IfR) an der Universität Ulm
Rehabilitation
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