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Baden im Meer: Wie kann man sich vor Vibrionen schützen?

Nord- und Ostsee bieten nun angenehme Badetemperaturen. Die haben auch Bakterien gern, die Infektionen auslösen können: Vibrionen. Wer besser nicht badet – und welche Warnzeichen man kennen sollte.

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Wassersport – Bildnachweis: wdv © Szekely,Oana

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Berlin (dpa/tmn). Sie haben eine offene oder schlecht heilende Wunde? Dann sollten Sie sich das Baden im Meer ab einer Wassertemperatur von 20 Grad verkneifen. Dazu rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das gilt insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen, Krebs oder schweren Herzerkrankungen und/oder einem geschwächten Immunsystem.

Der Grund: Diese Personen sind besonders gefährdet für schwer verlaufende Vibrionen-Infektionen. Vibrionen sind Bakterien, die weltweit in Meeren, Flussmündungen, Brackwasser, aber auch in Binnenseen vorkommen, heißt es vom BfR. Bei Salzgehalten von 0,5 bis 2,5 Prozent und bei Temperaturen von mehr als 20 Grad vermehren sie sich stark.

Solche guten Bedingungen finden Vibrionen jetzt im Sommer auch an Teilen der deutschen Nord- und Ostseeküste vor, so das Robert Koch-Institut (RKI). Vor allem der niedrige Salzgehalt der Ostsee kommt den Bakterien entgegen.

Infektion kann Gewebe absterben lassen

Über offene Wunden können Vibrionen in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen. Sie kann sich dem RKI zufolge schnell ausbreiten und zu einem Absterben von Gewebe führen.

Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Vibrionen-Infektion – auch bei Risikopatientinnen und -patienten – mit Antibiotika in den Griff bekommen. Wird sie nicht oder erst zu spät behandelt, kann allerdings eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen notwendig sein.

Warnzeichen für eine Vibrionen-Infektion ist ein Schmerz in einer Wunde, der so stark ist, dass er in keinem Verhältnis zu ihrer Größe steht. Zudem können auch Fieber und Schüttelfrost auf eine Infektion hindeuten, wie das RKI schreibt. Wer diese Symptome bemerkt, sollte sie rasch ärztlich abklären lassen.

Es kann zu einer Sepsis kommen

Eine Vibrionen-Infektion kann zudem als Komplikation eine Sepsis im Gepäck haben. Dabei gerät die körpereigene Immunabwehr außer Kontrolle und beginnt, die eigenen Organe anzugreifen. Unbehandelt endet das tödlich.

Verwirrtheit, schnelle Atmung, Herzrasen und ein nie gekanntes Krankheitsgefühl sind laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) Sepsis-Warnzeichen. Tritt bei einer Infektion eines oder mehrere der Warnzeichen auf, ist das ein Fall für den Notruf 112.

Infektionen kommen selten vor

Immerhin: Für gesunde Menschen ist das Risiko einer Vibrionen-Infektion in aller Regel gering, heißt es von der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR).

Insgesamt kommen Infektionen mit Vibrionen selten vor. Nach Angaben des RKI wurden etwa im Jahr 2024 95 Fälle gemeldet, wovon sich 42 offenbar in Deutschland infiziert haben.


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