Ihre-Vorsorge Logo

Radikale Akzeptanz: Wann sie hilft – und wo Grenzen liegen

Akzeptieren, was nicht zu ändern ist – aber nicht alles hinnehmen: Was hinter radikaler Akzeptanz steckt und wann aktives Handeln gefordert ist.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Radikale Akzeptanz: Wann sie hilft – und wo Grenzen liegen

© Nicht definiert

Bad Saulgau (dpa/tmn). Mit dem Partner gestritten, einen blöden Tag auf der Arbeit gehabt, eine schlechte Nachricht erhalten: Dinge, die man nicht ändern kann, erst mal ohne weitere Wertung anzunehmen, fällt oft nicht leicht. Die erste Reaktion fällt häufig eher nach dem Motto „Warum immer ich?“ oder „Dieser Scheiß-Job!“ aus. 

Das Problem: Schwierige Situationen können zusätzlich belasten, wenn Menschen gegen unangenehme Gedanken und Gefühle ankämpfen. Ein Gegenentwurf ist das Konzept der radikalen Akzeptanz. „Wer aufhört, sich über Unveränderliches zu ärgern, gewinnt mentale Kraft für das, was sich tatsächlich unternehmen lässt, und kann überlegter, gelassener und zielgerichteter reagieren“, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin.

Mit Achtsamkeit zu mehr Akzeptanz

Die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau beschreibt radikale Akzeptanz als „bewusste und vollständige Annahme der Realität, wie sie im gegenwärtigen Moment ist, aber ohne sie zwangsläufig gutzuheißen oder sämtliches Streben nach Verbesserung aufzugeben“.

Um diese Haltung auf lange Sicht zu verinnerlichen, helfen unter anderem Achtsamkeitsübungen, Emotionsregulation und konkrete Strategien für den Umgang mit Belastungen.

Radikale Akzeptanz ist häufig zentraler Bestandteil psychotherapeutischer Verfahren wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Der Ansatz kann besonders Menschen mit Depressionen, Angststörungen, chronischem Stress oder traumatischen Erfahrungen helfen, zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Umständen zu unterscheiden. Das schafft Beschoner zufolge innere Ruhe und emotionale Stabilität.

Akzeptanz ist kein Zeichen von Schwäche

Wichtig ist laut der Fachärztin zu verstehen, dass Akzeptanz kein Aufgeben oder Zeichen von Schwäche ist. Vielmehr geht es darum, bewusst zu steuern, wie man mit Situationen umgeht, die sich nicht ändern lassen. Viele Patienten würden eine große Erleichterung erleben, wenn sie das verstehen, so Beschoner.

Statt sich beispielsweise immer wieder vorzuwerfen, nicht belastbar genug zu sein, können Betroffene anerkennen: „Ich habe aktuell eine psychische Erkrankung oder eine schwierige Phase meines Lebens. Das ist jetzt so, aber ich kann entscheiden, wie ich damit umgehe.“

Gleichzeitig gilt: Wer etwa Gewalt erlebt oder anderweitig unter einer Situation leidet, sollte sich bei Bedarf Unterstützung suchen. Auch bei starken psychischen Belastungen oder Traumafolgen lässt sich radikale Akzeptanz womöglich nicht eigenständig anwenden. Betroffene sollten sich im Zweifel professionelle Hilfe suchen.


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Werden Patientinnen und Patienten mit einem neuen Digitalgesetz besser vor Krankheiten geschützt – oder werden sie neuen Risiken anderer Art ausgesetzt? Darüber streiten Ärzte und Krankenkassen.

Time
3 Minuten

Der oder die Liebste hat einen Schlaganfall erlebt. Und zum Glück: überlebt. Oft werden Partnerinnen und Partner dann zu Pflegenden. Womit sie zu kämpfen haben – und wie sie gut auf sich achten.

Time
3 Minuten

Vor der Zeitungstellung am kommenden Sonntag zeigt eine Umfrage: Bei Haushalten mit Kindern und Menschen zwischen 40 und 49 Jahren wollen zwei Drittel ganz auf die Winterzeit verzichten.

Time
4 Minuten

Cremesuppe, Kakao oder Vanillepudding lösenbei vielen Menschen Aufruhr im Darm aus. Doch ganz auf Milchprodukte zu verzichten ist nicht unbedingt notwendig oder nützlich. Ein Überblick.

Time
2 Minuten

Je mehr, desto besser: Soziale Kontakte im Alter fördern Gedächtnis und Denkleistung. Besonders ehrenamtliche Arbeit erweist sich laut der Studie als wirksam. Was noch?

Time
2 Minuten

Ewiges Scrollen und Folgen im Alltag: Erhebungen zufolge nutzen viele Kinder und Jugendliche soziale Medien in riskantem oder krankhaftem Ausmaß. Auch Jugendliche selbst beobachten das bei Bekannten.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026