Rente / 08.12.2021

Versicherte können Rehaklinik ab 2023 selbst wählen

DRV Braunschweig-Hannover: Durch eine Gesetzesänderung werden Zulassung, Vergütung und Belegung von Rehaeinrichtungen neu geregelt.

Das Bild zeigt Helga Schwitzer, Vorstandsvorsitzende der DRV Braunschweig-Hannover

Helga Schwitzer, Vorstandsvorsitzende der DRV Braunschweig-Hannover

Laatzen (drv/sth). Rentenversicherte Beschäftigte können die Einrichtung für eine bevorstehende Reha ab Juli 2023 selbst auswählen. Das sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover, Helga Schwitzer, jetzt bei der hybrid – also teilweise in Präsenz, teilweise virtuell – veranstalteten Winter-Vertreterversammlung des Rentenversicherers in Laatzen. Grund für die erweiterten Entscheidungsmöglichkeiten der Versicherten sei eine zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Gesetzesänderung im Bereich der Rehabilitation, so Schwitzer. Damit würden die Zulassung, Vergütung und Belegung von Rehaeinrichtungen künftig neu geregelt.

„Das Auswahlverfahren für Rehakliniken wird transparent, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei gestaltet werden – wie es die im europäischen Vergaberecht festgelegten Grundsätze vorsehen“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des niedersächsischen Rentenversicherers. Mit dem Recht zur Auswahl einer Rehaklinik solle das schon jetzt bestehende Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten noch mehr gestärkt werden. Die Rentenversicherung prüfe anschließend, ob die Klinik die bestmöglichen Qualitätsanforderungen erfüllt. Entscheidend seien aber auch Faktoren wie die Indikation, die Entfernung zum Wohnort und die Zeit bis zum Beginn der Reha, sagte Schwitzer.  

Reha: Was mache ich mit meinem Kind?

Wenn Ihnen eine Rehabilitation bewilligt wurde, können Sie Ihr Kind bis 12 Jahre entweder mitnehmen oder eine Haushaltshilfe engagieren. Beides zahlt die Deutsche Rentenversicherung.

Bei erfüllten Kriterien steht der Klinikwahl nichts im Wege

Seien die geforderten Kriterien erfüllt, stehe einer Reha in der Wunschklinik künftig nichts mehr im Wege, ergänzte Schwitzer. Gebe es hier Einschränkungen, würden „über einen Algorithmus mindestens drei andere Einrichtungen vorschlagen“. Versicherte hätten dann 14 Tage Zeit, sich zu entscheiden. „Unsere Rehakliniken – und das ist neu – stehen künftig in unmittelbarem Wettbewerb mit den Vertragskliniken“, betonte die Vorstandsvorsitzende. Der niedersächsische Rentenversicherer betreibt Kliniken an vier Standorten. „Diese Einrichtungen sind schon heute hervorragend aufgestellt, sei es die Qualität oder die Attraktivität“, so Schwitzer. „Dort bieten wir Rehabilitationen, die höchste Ansprüche erfüllen."

Die Vertreterversammlung beschloss zudem einstimmig den Haushalt für 2022. Mehr als 14,7 Milliarden Euro wird der niedersächsische Rentenversicherer demnach vor allem für Renten und Rehabilitationen zur Verfügung haben, knapp drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Haushalt sieht Rentenbeiträge von etwa 11,1 Milliarden Euro vor. Daneben kann die DRV Braunschweig-Hannover mit rund drei Milliarden Euro an Einnahmen aus Bundeszuschüssen rechnen. Mit diesem Geld werden nicht beitragsfinanzierte Leistungen erstattet. Die größte Summe der Ausgaben bilden die Renten: Geschätzt 12,1 Milliarden Euro fließen an die Rentnerinnen und Rentner, für die medizinische und berufliche Rehabilitation sind zudem 323,5 Millionen Euro eingeplant.  

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 Deutsche Rentenversicherung