Frankfurt am Main (sth). Die Bundesbank spricht sich gegen die von der neuen Bundesregierung geplanten Steuererleichterungen für Beschäftigte aus, die über die persönliche Altersgrenze hinaus weiter arbeiten. Spezielle steuerliche Begünstigungen für diese Arbeitnehmergruppe machten die Besteuerung „insgesamt komplexer, die Bemessungsgrundlage kleiner und schaffen Anreize zur Steuergestaltung”, kritisieren die Frankfurter Notenbanker in ihrem neuen Monatsbericht. „Daher spricht Einiges dagegen, Erwerbstätigkeit nach Überschreiten der Altersgrenze steuerlich gegenüber anderer Arbeit zu subventionieren."
Die Koalition von Union und SPD will finanzielle Anreize für Beschäftigte einführen, die eine Weiterarbeit über das gesetzliche Rentenalter – die sogenannte Aktivrente – attraktiver machen soll. Dazu plant sie, Verdienste von Beschäftigten nach der Regelaltersgrenze bis zu 2000 Euro im Monat steuerfrei zu stellen. Allerdings habe die frühere Ampel-Koalition in ihrem jüngsten Alterssicherungsbericht vom Herbst 2024 festgestellt, „dass finanzielle Gründe bei der Entscheidung für Erwerbstätigkeit im Alter nur eine untergeordnete Rolle spielen“, schreibt die Bundesbank.
Die deutschen Währungshüter machen sich stattdessen dafür stark, „das Rentenalter nach 2031 an die Lebenserwartung zu knüpfen“. Dänemark hat erst in der vergangenen Woche einen weiteren Schritt bei seiner schon vor Jahren beschlossenen Koppelung der Altersgrenze an die Lebenserwartung getan und für nach 1970 geborene Beschäftigte eine Anhebung der Altersgrenze auf 70 Jahre festgeschrieben. Zudem wäre es aus Sicht der Bundesbank „naheliegend“, die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Beschäftigte zu beenden. „Dies würde positive Impulse für die Erwerbsbeteiligung senden und die Rentenversicherung besser an die demografischen Veränderungen anpassen“, heißt es in ihrem Monatsbericht.
