Bad Homburg (bd). Die CSU bekräftigt ihre Forderung nach einer Ausweitung der Mütterrente. Parteichef Markus Söder hat sich auf einer virtuellen Parteikonferenz für die „volle Mütterrente“ ausgesprochen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nach Vorstellung der Christsozialen sollen künftig auch Mütter oder Väter für jedes vor 1992 geborene Kind drei Erziehungsjahre und damit drei zusätzliche Entgeltpunkte angerechnet bekommen. Das ist ein halbes Jahr oder etwa 17 Euro monatlich mehr als zuvor.
Seit 2014 wurden Mütter und Väter in der Rentenversicherung schrittweise besser gestellt, zuletzt mit der Reform von 2019 („Mütterente II“). Die CSU hatte 2013 die Einführung einer Mütterrente durchgesetzt. Aktuell profitieren fast zehn Millionen Menschen von den zusätzlichen Zeiten und Punkten auf dem Rentenkonto.
Jüngeren bringt die Mütterrente mehr
Das Gesetz macht allerdings einen Unterschied zwischen jüngeren und älteren Kindern. Den Drei-Jahres-Bonus, das bedeutet aktuell etwa ein monatliches Rentenplus von 100 Euro, gibt es nur für seit 1992 geborene Kinder. Für ältere Kinder werden nur 2,5 Jahre beziehungsweise Entgeltpunkte gutgeschrieben. Das sei ungerecht, beklagt die CSU schon seit Langem, und will die Unterscheidung endlich abschaffen. Das dürfte allerdings zusätzliche Milliarden kosten.
Kritiker bemängeln seit jeher die Kosten der Mütterrente, für die hauptsächlich die Beitragszahler aufkommen müssen. Allein 2019 schlug die Mütterrente mit fast 12 Milliarden Euro zu Buche. Zum Vergleich: Die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente waren mit 1,5 Milliarden Euro vergleichsweise günstig. Nach einem Report des Bundesrechnungshofs werden sich die Kosten der Mütterrente bis 2025 insgesamt auf rund 111 Milliarden Euro aufsummiert haben.
