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DIW-Studie: Riester-Rente hat ihr Ziel verfehlt

Eine Studie des DIW zeigt: Die Riester-Rente ist nicht nur unpopulär, sie hilft auch zu selten den Richtigen.

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Berlin (bd). Rund 20 Jahre nach ihrer Einführung braucht die Riester-Rente einen Neustart. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des DIW Berlin nach Auswertung von Umfragedaten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Die staatlich geförderte Altersvorsorge leide an mäßiger Verbreitung und zu geringen Rentenzahlungen. Vor allem aber gehe sie am Ziel vorbei, lautet das Fazit der Autoren. Schweden könne ein Vorbild sein.

Sparerquote stagniert seit Jahren

Die Riester-Rente könne die „aufgetanen Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht annähernd“ schließen, heißt es in der Studie. „Ihr Ziel, das sinkende Rentenniveau abzufedern und den Lebensstandard auch im Alter zu sichern, verfehlt sie weitgehend“.

Ein Grund: die schlichtweg zu geringe Verbreitung. Nach einem vielversprechenden Anstieg in den ersten Jahren stagniert der Anteil der Riester-Sparer und -Sparerinnen seit etwa einem Jahrzehnt bei etwa 25 Prozent. Drei von vier Förderberechtigten verzichten also auf diese Sparform. Aber das ist nicht das einzige Manko.

„Die Riester-Rente hat Schwierigkeiten, ihre wichtigste Zielgruppe zu erreichen“, so Studienautor Peter Haan. Ausgerechnet Geringverdiener, die von Altersarmut bedroht sind, haben viel zu selten einen Riester-Vertrag in der Schublade. Während immerhin 32 Prozent der obersten Einkommensgruppe riestern, sind es in der untersten Einkommensgruppe nur 13 Prozent.

Immer weniger Geringverdiener

Je niedriger das Einkommen, desto weniger greift die Förderung – dieses Muster kennzeichne die Riester-Rente schon seit ihrer Einführung, so die Autoren. Es habe sich aber in den vergangenen 20 Jahren „deutlich verstärkt“.

Offensichtlich wird das auch beim Bildungsniveau und der beruflichen Stellung. Je höher die berufliche Position, desto häufiger wird geriestert. Menschen mit Fachhochschulabschluss sind überproportional vertreten, ebenso Besitzer von Wohneigentum und höhere Angestellte. 42 Prozent der Führungskräfte haben einen Riester-Vertrag – aber nur 11 Prozent der ungelernten Arbeitskräfte. Kaum erreicht werden auch Arbeitslose (10 Prozent) und Menschen mit Migrationshintergrund (15 Prozent).

Riester-Rechner

Der Riester-Rechner liefert detaillierte Ergebnisse zur Riester-Rente und berücksichtigt dabei besonders die erweiterten Fördermöglichkeiten von Ehepartnern.

Kleine Renten

Zwar sind Frauen stärker vertreten als Männer. Für sie erscheint ein Vertrag oft lukrativer, weil die Kinderzulagen meist der Mutter zugerechnet werden. Das lässt zunächst darauf hoffen, dass das Instrument zumindest hier greift. Der Blick auf die Höhe der ausgezahlten Renten relativiert das aber wieder. Männer, die bereits eine Riester-Rente beziehen, bekommen im Schnitt fast doppelt so viel wie Frauen.

Große Sprünge können sie allerdings meist nicht damit machen. Durchschnittlich landen monatlich 100 Euro auf dem Konto der Männer. Frauen müssen sich mit 55 Euro begnügen. Die Riester-Rente macht damit nur fünf Prozent des gesamten Alterseinkommens dieser Gruppe aus.

Zukünftige Rentner werden mehr bekommen, denn sie können auf längere Ansparzeiträume zurückblicken. Das sehen auch die Studienautoren so. Dennoch bleiben sie mit Blick auf die Zukunft skeptisch. „Insbesondere werden RentnerInnen, die über längere Zeit arbeitslos waren, nur niedrige Bildungsabschlüsse erzielt haben, alleinstehend waren oder geringe Einkommen erzielt haben, kaum Ansprüche an die Riester-Rente haben“.

Vorbild Schweden

„Die Riester-Rente muss grundlegend reformiert werden“, fasst Co-Autor Markus M. Grabka zusammen, und liefert gleich einen Vorschlag mit. „Die Riester-Rente sollte am schwedischen Modell der privaten Altersvorsorge ausgerichtet werden“: ein staatlich organisiertes Vorsorgeprodukt, ohne Beitragsgarantie und für alle verpflichtend. Ohne die Pflicht bestehe die Gefahr, dass sich ausgerechnet Menschen mit geringem Einkommen ausklinken könnten. Dabei müsse aber sichergestellt sein, dass sich diese Gruppe die Zusatzvorsorge leisten kann. Der Staat müsse dann die Beiträge subventionieren.


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