Berlin (sth). Psychische Erkrankungen bleiben die mit Abstand wichtigste Ursache von gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten. Das geht aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegen. Demnach lag der Anteil der aufgrund einer seelischen Störung bewilligten Frührenten im Jahr 2023 bei 41,8 Prozent – und damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als 2022. Die Zahl der durch eine psychische Erkrankung ausgelösten Erwerbsminderungsrenten war den DRV-Daten zufolge mit rund 68.700 ebenfalls etwas geringer ein Jahr zuvor (rund 69.300).
Bei den Anteilen psychischer Störungen als Ursache einer Erwerbsminderungsrente gibt es schon lange einen erheblichen Geschlechter-Unterschied: Während Männer nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung „nur“ zu etwa 35 Prozent wegen Burn-Out, Depression oder einer anderen Form von seelischer Krankheit den Beruf aufgeben müssen, sind es bei Frauen seit Jahren nahezu die Hälfte (2023: 47,8 Prozent).
Die größte Altersgruppe der Beschäftigten, die aus psychischen Gründen vorzeitig nicht mehr einer Erwerbstätigkeit nachgehen konnten, stellten laut einer Ende 2023 veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der früheren Linken-Fraktion im Jahr 2022 die 55- bis 59-Jährigen dar – darunter zu etwa 60 Prozent Frauen. Die nächstgrößere Gruppe bildeten demnach über 60-Jährige, gefolgt von den 50- bis 54-Jährigen.
Bemerkenswert: Im Vergleich zum Jahr 2013 ist die Zahl der wegen einer psychischen Störung erstmals gezahlten Erwerbsminderungsrenten bis 2023 um rund 6000 gesunken.
