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DIW-Experten schlagen „Boomer-Soli“ zur Sicherung der Renten vor

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen derzeit und in den kommenden Jahren in Rente. Die Rentenkassen belastet dies. Fachleute machen einen neuen Vorschlag.

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Gefächerte Euro-Geldscheine und Münzen. Bild: IMAGO / Imagebroker / imago stock&people

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Berlin (sth). Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schlagen einen „Boomer-Soli“ vor, um die durch den Eintritt geburtenstarker Jahrgänge in den Ruhestand strapazierten Rentenkassen zu entlasten. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Berliner Forschenden könnten die Renten auf diese Weise stabilisiert werden, ohne die Jüngeren direkt mehr zu belasten. 

Das Institut macht in seiner Studie zwei Reformvorschläge, die zu einer Umverteilung innerhalb der älteren Generationen führen würden. 

  • Vorschlag 1: Der „Boomer-Soli“, eine Sonderabgabe auf alle Alterseinkünfte ab einer gewissen Höhe, wäre unmittelbar umsetzbar. Die Einnahmen sollten nicht in den allgemeinen Bundeshaushalt fließen, „sondern in ein Sondervermögen, das für die Umverteilung der Alterseinkünfte geschaffen wird und nur für deren Zweck verwendet werden darf”. Vorgeschlagen werden Freibeträge, vor allem das oberste Einkommensfünftel würde dadurch belastet. 
  • Vorschlag 2: Rentenanwartschaften könnten umverteilt, also niedrige Renten auf- und höhere abgewertet werden. Das ließe sich aber nur langfristig realisieren.

Vorteil des Boomer-Soli: Breite Bemessungsgrundlage 

Ein Vorteil des Boomer-Solis liegt nach Ansicht der DIW-Fachleute in seiner breiten Bemessungsgrundlage: Herangezogen würden demnach nicht nur gesetzliche Renten, sondern auch private und betriebliche Renten sowie sonstige Versorgungsbezüge, außerdem Beamten-Pensionen und gegebenenfalls Vermögen. “Der Boomer-Soli würde also auch der Tatsache Rechnung tragen, dass die gesetzliche Rente für viele wohlhabende Haushalte oft nur eine geringere Rolle spielt und sonstige Alterseinkünfte wie Betriebsrenten oder auch Vermögenseinkommen einen deutlich größeren Anteil am Einkommen haben”, meinen die DIW-Forschenden.

„Die Politik wird in den kommenden Jahren bei der Rente mutige und weitreichende Reformen umsetzen müssen“, schreiben die DIW-Fachleute. Die Sicherungsfunktion der Rente zu erhalten, den Lebensstandard im Alter zu garantieren und gleichzeitig die Finanzierung zu stemmen, bedeute große finanzielle Herausforderungen. Eine Sonderabgabe auf alle Alterseinkünfte könne dabei ein wichtiger Baustein sein. DIW-Steuerexperte Stefan Bach ergänzt: „Es wäre nicht fair, die anstehenden Lasten des demografischen Wandels vor allem den jüngeren Generationen aufzubürden. Ein Boomer-Soli kann helfen, für Ausgleich zu sorgen. Er träfe in erster Linie gut versorgte Ruheständler, denen es nicht allzu weh tut, einen zusätzlichen Beitrag zu leisten.“


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