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Geringverdiener sterben früher und erhalten kürzer Rente

DIW: Beim Fünftel der Männer mit den geringsten Haushaltseinkommen liegt das Sterberisiko bei 21 Prozent, beim Fünftel mit den höchsten Einkommen nur bei elf Prozent.

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Hand nimmt Geldscheine aus Geldbörse. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Eine männliche Hand nimmt Geldscheine aus einer Geldbörse.

Berlin (diw/sth). Wer in Deutschland besser verdient, lebt länger und hat eine bessere psychische und physische Gesundheit. Bei Frauen zeigt sich der Zusammenhang jedoch nur beim Haushaltseinkommen. Wie hoch ihr individuelles Einkommen ist, scheint keine Rolle zu spielen, bei Männern hingegen schon. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Dafür haben die Berliner Forscherinnen und Wissenschaftler berechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Einkommensgruppen ist, im Alter von 55 bis 76 Jahren zu sterben. Die Berechnungen basieren auf Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) für die Jahre 1984 bis 2021.

Die Berechnungen zeigen: Bei dem Fünftel der Frauen mit den geringsten Haushaltseinkommen liegt das Sterberisiko bei etwa neun Prozent, beim Fünftel mit den höchsten Haushaltseinkommen nur bei sieben Prozent. Bei Männern sind es etwa 21 Prozent bei Geringverdienern und etwa elf Prozent bei den Besserverdienern. Bei Männern zeigt sich der Zusammenhang zwischen Einkommen und Sterberisiko auch beim individuellen Einkommen, nicht jedoch bei Frauen. „Die Lebenserwartung wird maßgeblich vom Lebensstandard der Menschen beeinflusst. Frauen haben durchschnittlich geringere individuelle Einkommen, können dabei jedoch häufig auf die Ressourcen ihres Partners zurückgreifen. Für sie ist daher das Haushaltseinkommen das bessere Maß, um ihren Lebensstandard zu messen“, erklärt Studienautor Johannes Geyer.

Niedrige Rentenansprüche sollten aufgewertet werden

Auch einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Gesundheit konnten die DIW-Forscher nachweisen: Mit steigendem Einkommen haben Frauen wie Männer eine bessere psychische wie physische Gesundheit. Dies zeigt sich sowohl beim individuellen als auch beim Haushaltseinkommen. „Es wird deutlich, dass das Einkommen nur eine Dimension von sozialer Ungleichheit erfasst. Weitere Ungleichheiten bestehen in der Lebenserwartung und der mentalen und physischen Gesundheit“, so Studienautor Peter Haan.

Ein Grundpfeiler der deutschen Rentenversicherung ist das Äquivalenzprinzip. Demnach hängt die Höhe der Rente von der Höhe der zuvor eingezahlten Beiträge ab. Dieses Prinzip basiere “auf der Annahme, dass sich die Lebenserwartung innerhalb eines Jahrgangs nicht nach Einkommen unterscheidet”, so die DIW-Wissenschaftler. Dies habe man in der Studie jedoch widerlegen können. Die einkommensabhängige Lebenserwartung unterlaufe somit das Äquivalenzprinzip. „Vereinfacht könnte man sagen: Bei der Rente wird teilweise von unten nach oben umverteilt. Unsere Studienergebnisse sprechen daher für eine Aufwertung von niedrigen Rentenansprüchen, wie das etwa bei der Grundrente passiert“, so Geyer.

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