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Jugend-Enquete-Kommission: Rente ist für junge Menschen ein Zukunftsthema

In einem Fachgespräch der Kinderkommission des Bundestags machen junge Menschen deutlich, dass es ihnen darum geht, das Rentensystem als Generationenvertrag zukunftsfest zu machen.

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Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin abendlich beleuchtet mit deutscher Flagge im Vordergrund. Bild: IMAGO / Panthermedia

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Berlin (hib/sth). Eine gerechte und finanzierbare Rente beschäftigt junge Menschen in Deutschland als Zukunftsthema und generationsübergreifendes Projekt genauso wie der Klimaschutz. Das machten Sachverständige und Mitglieder des Vereins Jugend-Enquete-Kommission am Mittwoch bei einem Fachgespräch der Kinderkommission des Deutschen Bundestages deutlich. „Uns betrifft als Bürgerinnen alles“, sagte Elisa Wittler, Studentin der Rechtswissenschaften, und forderte von der Politik eine breitere und langfristige Beteiligung ihrer Generation. Im Januar wolle die Jugend-Enquete-Kommission im Bundestag ein Policy Paper zum Thema Rente überreichen. 

Dabei gehe es den Jüngeren nicht darum, gegenüber den Älteren einen Generationenstreit vom Zaun zu brechen. Sondern darum, das Rentensystem als Generationenvertrag zukunftsfest zu machen. „Es geht um Solidarität“, sagte Wittler. Bei jungen Leuten müsse man größeres Interesse für das Thema Rente wecken und mit diesem Zukunftsthema eine positive Einstellung und einen Glauben an die Zukunft fördern. Sie prangerte vor allem den gewachsenen Niedriglohnsektor als Ursache für eine nicht auskömmliche Rente an.

„Thema Rente wird in der Schule kaum behandelt"

Leider werde das Thema „Rente” in der Schule kaum behandelt, sagte Eva-Marie Deckers (17). So habe sie sich bei der Jugend-Enquete-Kommission beworben, sich auf eigene Faust eingearbeitet und die Komplexität des Themas begriffen. Die Enquete-Kommission habe drei Expertengruppen zu den aus ihrer Sicht wichtigsten Themen gebildet: 

  • zu dem im europäischen Vergleich großen Niedriglohnsektor in Deutschland, 
  • dem Druck auf den Bundeshaushalt durch die hohen Zuschüsse zur Rentenversicherung sowie 
  • zum Gender-Pension-Gap, also der geringeren Rente von Frauen infolge des Gender-Pay-Gap, also der verbreitet schlechten Bezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern.

Man schaue dabei nicht nur auf die eigene Generation, sondern wolle gleichermaßen denen helfen, die aktuell unter Altersarmut litten sowie das Problem für die Zukunft überwinden, sagte Deckers. Dazu gehöre, Optionen für gute Teilzeitarbeitsverhältnisse für Frauen zu schaffen, auch auf der Führungsebene.

„Rentenpolitik bekommt medial zu wenig Aufmerksamkeit"

Medial bekomme die Rentenpolitik zu wenig Aufmerksamkeit, stellte Paul Schlowak, Student der Volkswirtschaftslehre, fest. Dabei spiegelten sich in der Rentenfrage die Probleme der Gesellschaft, von dem aufgeblähten Niedriglohnsektor bis zur Benachteiligung von Frauen. Die in dem Verein zusammengeschlossenen Jugendlichen interessierten und engagierten sich für die Rentenpolitik als einem Thema mit einem sehr langen Zeithorizont, bei dem Weichstellungen erst nach sehr langer Zeit Wirkung zeigten. „Jetzt und heute muss für morgen gehandelt werden“, sagte Schlowak. Deutschland sei „zu reich für ein Land mit Altersarmut“.

Während sich die Finanzierbarkeit, auch mithilfe einer Stärkung der betrieblichen und privaten Säule der Rentenversicherung lösen lasse, treibe die Jugendlichen vor allem die Gerechtigkeitsfrage weiter um, so Schlowak weiter. Als Reformvorschläge präsentieren werde man in dem Policy Paper: die betriebliche Rente, gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen, in der Form eines Opt-out-Modells, auszubauen, das heißt standardmäßig zahlten alle ein. Wer das nicht wolle, müsse dies individuell kundtun.

Das Umlagesystem als Kern der Rentenversicherung solle die Betriebsrente freilich nicht ersetzen, sagte Schlowak. Zudem gelte es, Frauen einen besseren Zugang zur Berufswelt zu ermöglichen. Und schließlich müsse die Arbeitsmarktpolitik sich den mit 23 Prozent größten Niedriglohnsektor in Europa anschauen. „Die Leute müssen gutes Geld verdienen. Das sind die schwachen Renten von morgen“, erklärte der angehende Volkswirt. An die Ausschussmitglieder richtete er den Appell: „Bitte machen Sie sich dafür stark, dass wir im Ausschuss für Soziales über das Thema Rente reden können.“

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