Frankfurt/Main (sth). Die mehr als 21 Millionen gesetzlich versicherten Rentnerinnen und Rentner bekommen ab dem 1. Juli erneut spürbar höhere Ruhestandsbezüge. In Westdeutschland steigen die Renten um 4,39 Prozent, im Osten um 5,86 Prozent, wie das Bundesarbeitsministerium (BMAS) vor zwei Wochen bekanntgab. Der „aktuelle Rentenwert“, der den Rentenanspruch eines Durchschnittsverdieners nach einem Jahr Zahlung von Rentenbeiträgen angibt, steigt demnach in den alten Bundesländern von derzeit 36,02 Euro auf 37,60 Euro, der aktuelle Rentenwert (Ost) von 35,52 Euro auf dann ebenfalls 37,60 Euro. Die letzte Stufe der 2017 beschlossenen Rentenwerte-Angleichung im Westen und Osten Deutschlands ist damit ein Jahr früher erreicht als ursprünglich erwartet.
Grundlage für die Rentenanpassung ist nach Angaben des BMAS die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt demnach in diesem Jahr 4,50 Prozent in den alten und 6,78 Prozent in den neuen Ländern. Daneben wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. In diesem Jahr wirke sich der Nachhaltigkeitsfaktor „mit -0,1 Prozentpunkten dämpfend auf die Rentenanpassung aus“, so das BMAS.
Doch wie funktioniert die Rentenanpassung 2023 genau? Der Berliner Rentenexperte Johannes Steffen hat nachgerechnet und erklärt, wie die drei Faktoren
- Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte („Entgeltfaktor“),
- Belastungsveränderung bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven („Riester-Faktor“) und
- demografische sowie Arbeitsmarktentwicklung („Nachhaltigkeitsfaktor“)
