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So viele Menschen erhalten eine Rente von mehr als 3000 Euro

Die Rentenversicherung legt neue Zahlen vor. Warum Angaben über Durchschnittsrenten irreführend sein können.

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Älteres Paar sitzt am Tisch mit Tablet-PC in der Hand

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München (tö). Mehr als 90.000 Rentner und Rentnerinnen in Deutschland erhalten eine Rente von mehr als 3000 Euro brutto im Monat. Das teilte die Deutsche Rentenversicherung (DRV) auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung mit. Demnach verzeichnete die DRV bis Ende 2023 „knapp 92.000 Altersrenten mit mindestens 3000 Euro“. Mittlerweile dürfte die Anzahl dieser Altersrentner weiter gestiegen sein, nicht zuletzt deshalb, weil die Renten 2024 bundesweit um 4,57 Prozent erhöht worden waren. Zum Vergleich: 2020 dürften allenfalls einige hundert Rentner mit ihrer Altersrente über die Marke von 3000 Euro gekommen sein. 

Schaut man nicht auf die Bruttorente, sondern auf die Auszahlbeträge - das ist der Betrag, der nach Abzug von Beiträgen für die Kranken- und Pflegeversicherung auf dem Konto der Rentner landet -, ist der exklusive Kreis der „3000-Euro-Rentner“ unter den mehr als 21 Millionen Rentner und Rentnerinnen viel kleiner. So erhielten laut einer Auswertung der DRV bis Ende 2023 18.428 Rentnerinnen und Rentner eine Rente von mehr als 3000 Euro ausgezahlt, darunter waren auch einige wenige Witwenrenten. Davon profitierten vor allem Männer, nur etwa 1200 Frauen schaffen den Sprung über die 3000-Euro-Marke. Entsprechende Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor. 

Fiktive Rente nach 45 Jahren Höchstbeiträgen mehr als 3400 Euro hoch 

Die Rentenversicherung hat auch ausgerechnet, was herauskommen würde, wenn eine Musterperson 45 Jahre lang immer den Höchstbeitrag in die Rentenkasse bis zur Beitragsbemessungsgrenze (derzeit: 8050 Euro im Monat) eingezahlt hätte. Dann würde diese Musterperson nach 45 Versicherungsjahren von 1980 bis 2024 laut DRV eine abschlagsfreie fiktive „Höchstrente“ von rund 3444 Euro beziehen, vor Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und vor Zahlung von Steuern, die nach Abgabe der Steuererklärung fällig sind – eine Biografie, die allerdings „sehr selten“ sein dürfte, sagte eine Sprecherin der Rentenversicherung der SZ

Der Grund: Kaum jemandem dürfte es gelingen, 45 Jahre lang den Höchstbeitrag einzuzahlen. Die einen schaffen zwar die 45 Jahre, weil sie vielleicht bereits mit 15 als Auszubildende angefangen haben zu arbeiten, sie liegen aber als Nichtakademiker in der Regel mit ihrem Verdienst weit unter der Beitragsbemessungsgrenze. Die anderen mögen bestenfalls bereits beim Start ins Berufsleben Topverdiener sein, sie erreichen jedoch die 45 Jahre bis zum Renteneintritt nicht, weil sie ein paar Jahre studiert haben. Trotzdem sind sogar Renten von mehr als 3500 Euro möglich, wenn ein Gutverdiener zum Beispiel mehr als 50 Jahre Beiträge eingezahlt hätte.

Nach 45 Beitragsjahren kommen Beschäftigte im Schnitt auf 1785 Euro Rente

In der Regel sind Altersrenten viel niedriger: Wie die DRV weiter mitteilte, lag im Rentenbestand am 31.Dezember 2023 die durchschnittliche Brutto-Altersrente für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren bei 1489 Euro. Bei Frauen West belief sie sich demnach auf 1081 Euro. Bei Männern West waren es 1838 Euro, bei Frauen Ost 1281 Euro und bei Männern Ost 1575 Euro. Für besonders langjährig Versicherte mit mindestens 45 Versicherungsjahren betrug im Rentenbestand die durchschnittliche Altersrente Ende 2023 rund 1785 Euro brutto. Bei Frauen West waren es 1528 Euro, Männern West 2048 Euro, Frauen Ost 1626 Euro und Männern Ost 1704 Euro. Erstmals eine Altersrente bezogen 2023 knapp eine Million Versicherte. Davon konnten nach Angaben der DRV etwas mehr als die Hälfte mindestens 35 oder 45 Versicherungsjahre vorweisen.

Die Renten von allen Altersrentnern liegen deutlich darunter. So belief sich zum Beispiel die ausgezahlte Durchschnittsrente von Männern Ende 2023 in den alten Bundesländern auf gerade einmal 1319 Euro. Bei den Frauen im Rentenbestand ist der ausgezahlte Betrag laut dem Alterssicherungsbericht des Bundesarbeitsministeriums mit 822 Euro deutlich geringer, vor allem weil Frauen häufig in Jobs mit geringeren Verdiensten oder Teilzeit gearbeitet und deshalb weniger Beiträge gezahlt haben. Solche Durchschnittswerte gelten aber als wenig aussagekräftig. Darin enthalten sind nämlich auch Versicherte, die nicht lange in die Rentenversicherung eingezahlt haben, etwa, weil sie später Beamte oder selbständig geworden sind oder ihre Erwerbstätigkeit aufgegeben haben. Diese „Mini-Renten“ ziehen den Durchschnittswert nach unten. 

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