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WSI-Analyse: Rentenfinanzierung positiver als oft behauptet

Nach einer Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung sind die Ausgaben der Rentenversicherung gemessen an der Wirtschaftsleistung niedriger als vor 30 Jahren. Auch die Beitragssätze sind gesunken.

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WSI-Analyse: Rentenfinanzierung positiver als oft behauptet

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Frankfurt (tr). Über die Finanzierung der gesetzlichen Rente wird viel debattiert. Nach Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung haben sich zentrale Finanzierungsdaten allerdings positiver entwickelt, als zugespitzte Behauptungen in der aktuellen Debatte das bisweilen nahelegen. 

Demnach sind die Ausgaben für die gesetzliche Rente gemessen an der Wirtschaftsleistung heute niedriger als vor knapp 30 Jahren: 1997 lagen die Ausgaben der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bei 10,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 2003 waren es 10,4 Prozent. In 2024 betrug der Anteil hingegen 9,3 Prozent. Und dass, obwohl die Zahl der Rentnerinnen und Rentner im gleichen Zeitraum um über drei Millionen Menschen gestiegen ist. 

Beitragssatz ist gesunken

Auch der Beitragssatz zur GRV liegt laut Analyse aktuell mit 18,6 Prozent niedriger als Ende der 2000er Jahre mit 19,9 Prozent oder Ende der 1990er Jahre mit 20,3 Prozent. Der Anteil der Bundesmittel, die in die gesetzliche Rente fließen, ist zwar höher als in den 1990er Jahren. Doch weist das WSI darauf hin, dass der Trend in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit einigen Schwankungen rückläufig war. Der Anteil der Bundesmittel an den Gesamteinnahmen der GRV ist zwischen 2003 und 2024 von 34 auf 29 Prozent zurückgegangen. Gemessen an den Gesamtausgaben des Bundes lag die Quote 2024 mit 24,6 Prozent ebenfalls etwas niedriger als zur Jahrtausendwende (26,3 Prozent). 

Zugleich dokumentiert die neue Untersuchung des WSI-Rentenexperten Dr. Florian Blank, dass die Rentenzahlungen der GRV jungen wie älteren Versicherten gleichermaßen eine positive interne Rendite auf ihre eingezahlten Beiträge bieten: Die nominalen Renditen liegen für alle Geburtsjahrgänge von Ende der 1940er bis 2010 nahe beieinander: Im Durchschnitt reichen sie bei Männern von etwa 3,1 bis 3,3 Prozent pro Jahr, bei Frauen sind es knapp 3,6 bis 3,8 Prozent. 

„Alarmistische Erzählungen“ empirisch nicht belegbar

„Die Datenanalyse ergibt, dass das System der gesetzlichen Rente recht solide dasteht“, resumiert Studienautor Blank. „Für Millionen Menschen ist es die zentrale, verlässliche und im Vergleich zu vielen privaten Vorsorgeprodukten transparente Absicherung im Alter.“ Zentrale Finanzierungsdaten hätten sich in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten unspektakulär entwickelt, obwohl der demografische Wandel längst in vollem Gange sei. 

„Die aktuellen Beitragssätze liegen sogar niedriger als in der Vergangenheit erwartet.“ Das zeige auch, dass die Politik durchaus Spielraum für ein gutes Umfeld der Alterssicherung habe. „Alarmistische Erzählungen wie die, das System stehe vor dem Kollaps oder für Jüngere würden sich Beitragszahlungen nicht lohnen, lassen sich empirisch nicht belegen, im Gegenteil.“

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