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Geschlechter-Lohnunterschied bei Firmen in Frauenbesitz oft geringer

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist der sogenannte Gender Pay Gap in vielen Dienstleistungsbranchen nahe Null, wenn Unternehmen im Eigentum von Frauen sind.

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Handshake zwischen Frau und Mann in Busineskleidung. Bild: IMAGO / Westend61 / Bartek Szewczyk

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Berlin (diw/sth). In Unternehmen im Eigentum von Frauen ist der Verdienstunterschied zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten vielfach etwas geringer als üblich – in vielen Bereichen der Dienstleistungsbranche geht der Unterschied sogar nahe Null. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. 

Erstmalig untersuchten die Berliner Forscherinnen und Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen dem Geschlecht eines Unternehmers und den Löhnen, die den weiblichen Beschäftigten im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen gezahlt werden. Im Durchschnitt ist die Lohnlücke in Unternehmen im Besitz von Frauen mehr als zwei Prozentpunkte niedriger als in Unternehmen von Männern. Dabei gibt es erhebliche Branchenunterschiede, stellte Studienautor Alexander S. Kritikos fest: „Im Dienstleistungsbereich sind die Verdienstabstände deutlich geringer, wenn Unternehmen im Eigentum von Frauen sind. In diesen häufig eher kleineren Unternehmen lassen es die Managementstrukturen zu, dass Unternehmerinnen die Löhne in ihren Betrieben ausgestalten.“

Mehr Einfluss von Unternehmerinnen in kleinen Firmen

„Der Gender Pay Gap ist dagegen besonders groß in männerdominierten Branchen und bleibt es dort auch, selbst wenn die Unternehmen im Besitz von Frauen sind“, so DIW-Ökonom Kritikos. Gerade im Verarbeitenden Gewerbe habe das Geschlecht der Eigentümer kaum Einfluss auf die Verdienstunterschiede zwischen Männer und Frauen. Die Studie mache deutlich, dass der Einfluss von Unternehmerinnen auf den geschlechtsspezifischen Verdienstabstand in größeren Unternehmen ebenfalls begrenzt ist, so Kritikos. „Insgesamt lohnt es, Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit stärker zu unterstützen und bestehende Hürden zu reduzieren. Neben positiven Wirkungen für das wirtschaftliche Wachstum könnte sich dadurch auch der Gender Pay Gap reduzieren“, resümiert der DIW-Experte.

Für die Studie wurden Daten für Finnland verwendet, da für Deutschland eine solche Analyse aus Datenbeschränkungen nicht möglich ist. Finnland sei in diesem Zusammenhang durchaus vergleichbar mit Deutschland, so das DIW. Für den Beobachtungszeitraum finde sich ein ähnlich hoher Gender Pay Gap für beide Länder und die Frauenerwerbsquote sei in beiden Ländern ähnlich hoch. Auch sei der Anteil der Bevölkerung mit „traditionellem Rollenbild“ von Frauen in beiden Ländern ähnlich niedrig, heißt es seitens des Berliner Instituts.

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