Nürnberg (iab/sth). Aufgrund der zunehmenden Alterung deutscher Beschäftigter wird es in vielen Unternehmen hierzulande in den kommenden Jahren zu einer „Verrentungswelle“ kommen. Die jüngeren Geburtsjahrgänge unter der einheimischen Bevölkerung können diesen Arbeitskräfteverlust aber nicht ausgleichen. Deshalb komme ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt eine weiter wachsende Bedeutung zu, heißt es in einer aktuellen Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Bundesagentur für Arbeit.
Demnach fällt sowohl die „Überalterung” der Beschäftigten als auch der Beitrag der ausländischen Arbeitskräfte zur Abfederung der demografischen Lage in den verschiedenen Berufssegmenten unterschiedlich stark aus. In Ostdeutschland sei die Altersstruktur der Beschäftigten zudem noch einmal wesentlich ungünstiger als im Westen, die Anteile der ausländischen Beschäftigten zugleich aber deutlich niedriger.
Ungünstige Altersstrukturquotienten in vielen Segmenten
Problematisch sei vor allem, dass die Mehrzahl der Berufssegmente heute ungünstige Altersstrukturquotienten aufweise, so das Ergebnis der IAB-Analysen. Das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben werde dort Beschäftigungsverluste zur Folge haben. Diese könnten die jüngeren Beschäftigten nicht ausgleichen – „und dies, obwohl der Anteil an ausländischen Beschäftigten in zahlreichen Berufssegmenten bereits derzeit hoch ist”.
Kritisch könne dies insbesondere in den Zukunftsberufen werden, so das IAB - denn dort werde bis 2040 ein wachsender Bedarf an Erwerbstätigen erwartet. „Daher sollten die Rahmenbedingungen für eine unkomplizierte, bedarfsgerechte Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften verbessert werden”, fordern die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.
