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Viele Arbeitslose – und dennoch kein Personal

Der deutsche Arbeitsmarkt schwächelt weiter – trotz einer Erholung im Mai sind fast drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. In 157 Berufen gibt es trotzdem Personalnotstand.

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Bewerber sitzen auf Stühlen und warten auf Vorstellungsgespräch. Bild: IMAGO / Panthermedia / Andrey Popov

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Nürnberg (dpa). Die große Crux am deutschen Arbeitsmarkt geht weiter: Obwohl fast drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sind, finden viele Arbeitgeber keine Leute. Die Zahl der offenen Stellen, die bei den Arbeitsagenturen gemeldet sind, ist im Verlauf der vergangenen zwölf Monate sogar leicht gestiegen – um 8000 auf 643.000. „Die Zahl hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Mai-Statistik in Nürnberg.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – und damit der Einzahler in Renten- und weitere Sozialkassen – ging im Zwölf-Monats-Vergleich um 75.000 zurück. Das liegt nur zum Teil am Anstieg der Arbeitslosigkeit, die im fraglichen Zeitraum um 31.000 nach oben ging. Zum Teil aber auch am Mangel an geeignetem Personal. 

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai im Vergleich zum Vormonat um 58.000 auf 2,95 Millionen gesunken und unterschreitet damit wieder die Marke von drei Millionen. „Das ist für einen Mai ein ganz ordentlicher Rückgang“, sagte Nahles. Die Arbeitslosenquote betrug im Mai 6,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkte weniger als im April, aber 0,1 Punkte höher als im Mai 2025. Für die Mai-Statistik hat die Bundesagentur Datenmaterial verwendet, das bis zum 12. des Monats vorlag.

Keine Trendwende

„Trotz eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen“, sagte Nahles in Nürnberg. Der Rückgang sei möglicherweise mehr auf einen schwachen April als auf einen starken Mai zurückzuführen. Eine Trendwende hin zu einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei weiterhin nicht in Sicht. Es könne durchaus sein, dass in wenigen Monaten die Drei-Millionen-Grenze wieder übersprungen werde.

Die Lage bleibe weiter angespannt, sagte auch Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Gründe seien vor allem internationale Krisen und die Transformationsprozesse in der Wirtschaft. Die Bundesregierung und die Bundesagentur investierten alleine in diesem vier Milliarden Euro in die berufliche Weiterbildung, mit dem Ziel, Menschen für die berufliche Zukunft fit zu machen. „Vor allem Grundkenntnisse zu KI und der Umgang mit digitalen Technologien müssen in alle Ausbildungsberufe integriert werden“, sagte Bas. 

Die Bundesagentur hatte zuvor konstatiert: Der Fachkräftebedarf bleibt hoch. Etwa im Elektro- und Installationshandwerk, in der Pflege, bei Fachärzten oder bei Berufskraftfahrern. Die Arbeitsmarktexperten machten 157 Berufe aus, in denen es weiterhin einen Personalnotstand gibt. Die Zahl dieser sogenannten Engpassberufe ist in den vergangenen Jahren kaum gesunken. 

Zahl der Bürgergeldempfänger sinkt weiter

Im Mai erhielten 1,073 Millionen Menschen Arbeitslosengeld. Das sind 113.000 Menschen mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten ist dagegen rückläufig. Sie belief sich hochgerechnet im Mai auf 3,83 Millionen Menschen, 103.000 Personen weniger als vor einem Jahr. Bürgergeld bekommen auch Menschen, die einer Arbeit nachgehen, wenn das Einkommen daraus nicht zur Deckung des Existenzminimums reicht. 

Ausbildungsmarkt: Regionale Unterschiede in Angebot und Nachfrage

Auf dem Ausbildungsmarkt sind weiterhin 199.000 junge Leute unversorgt – obwohl den Arbeitsagenturen mit 382.000 etwas mehr Ausbildungsplätze gemeldet wurden, als noch ein Jahr zuvor. Viele Lehrstellen können nicht besetzt werden, weil in der jeweiligen Region nicht ausreichend geeignete Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung stehen


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