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BU-Versicherung wechseln: Schritt für Schritt zum neuen Anbieter

Für den Fall einer schweren Krankheit oder eines Unfall kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Absicherung sein. Doch was tun, wenn der bestehende Vertrag nicht mehr optimal ist?

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Lebensversicherung (Bild: IMAGO / imagebroker)

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gilt als eine der wichtigsten Absicherungen, um das Einkommen bei Krankheit oder Unfall zu schützen. Doch was tun, wenn der bestehende Vertrag nicht mehr optimal ist? Ein Wechsel kann unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein – birgt jedoch auch Risiken. In diesem Artikel erfahren Sie, wann ein Wechsel der BU-Versicherung lohnt und wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen.

Warum ein Wechsel der BU-Versicherung sinnvoll sein kann

Viele Menschen schließen ihre BU-Versicherung früh im Berufsleben ab, oft schon in der Ausbildung oder im Studium. Mit der Zeit ändern sich jedoch sowohl persönliche Lebensumstände als auch die Tarife der Versicherer. Es kann sich lohnen, den bestehenden Vertrag zu überprüfen und gegebenenfalls zu wechseln, wenn er nicht mehr den eigenen Bedürfnissen entspricht. Gute Gründe für eine Kündigung deiner bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es genug: 

Zu kurze Laufzeit
Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen enden bereits mit 60 oder 62 Jahren. Häufig wird bei Vertragsabschluss unterschätzt, welche gravierenden Folgen dies haben kann. Wer ab dem Ende der BU-Laufzeit weiterhin berufsunfähig ist, muss die Zeit bis zur abschlagsfreien Altersrente – oftmals mehrere Jahre – finanziell überbrücken. Bei einer versicherten Rente von beispielsweise 2.000 Euro monatlich entsteht schnell eine Versorgungslücke von 120.000 Euro oder mehr. Eine längere Laufzeit bis 65 oder, besser noch, bis 67 Jahre bietet hier eine einfache Lösung.

Zu niedrige Rente
In vielen Fällen ist die Höhe der versicherten Rente unzureichend, weil bei Vertragsabschluss zu optimistisch kalkuliert wurde. Besonders problematisch wird dies, wenn keine Nachversicherungsmöglichkeit ohne erneute Gesundheitsprüfung mehr besteht. Ein neuer oder ergänzender Vertrag, der eine zusätzliche Rente absichert, ist oft die einzige Lösung, um den Schutz auf das erforderliche Niveau anzuheben.

Fehlende Leistungsmerkmale
Eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, die auch bei längerer Krankschreibung bereits Leistungen vorsieht, ist in vielen alten BU-Verträgen nicht enthalten. Moderne Verträge bieten diese Option häufig, um sich schon vor einer festgestellten Berufsunfähigkeit finanziell abzusichern. Auch den Umgang mit Elternzeiten oder Sabbaticals haben viele BU-Versicherungen heute deutlich kundenfreundlicher gelöst und halten den Schutz für den zuvor ausgeübten Beruf aufrecht. Und auch die Leistungsausschlüsse zum Beispiel bei Fehlverhalten im Straßenverkehr – sind heute deutlich besser im Sinne der Versicherten gelöst. Moderne Tarife sehen zudem zusätzliche Leistungsauslöser vor, wie die Zahlung einer einmaligen Summe bei Eintritt von schweren Erkrankungen, auch wenn keine Berufsunfähigkeit vorliegt. Solche Zusatzleistungen fehlen bei älteren Policen in der Regel vollständig.

Abstrakte Verweisung
Ältere Verträge enthalten oft noch die sogenannte abstrakte Verweisung, die es dem Versicherer erlaubt, Leistungen zu verweigern, wenn der Versicherte theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Ein zeitgemäßer Schutz verzichtet auf diese Regelung und bietet damit eine deutlich bessere Absicherung.

Vertrag mit Erschwernissen 
Ein Leistungsausschluss oder eine andere Erschwernis im bestehenden Vertrag kann ein wichtiger Grund sein, über einen Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Solche Einschränkungen können die Wirksamkeit des Versicherungsschutzes erheblich beeinträchtigen: Ein neuer Vertrag ist ggf. ohne eine solche Einschränkung zu bekommen. Das kann etwa der Fall sein, wenn eine frühere Erkrankung mittlerweile gar nicht mehr angegeben werden müsste und ein risikoreiches Hobby nicht mehr ausgeübt wird. Vor einem Wechsel besteht natürlich immer auch die Möglichkeit, den bestehenden Vertrag überprüfen und die Erschwernisse streichen zu lassen. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechsel der BU-Versicherung

Ein Wechsel muss sorgfältig geplant und vorbereitet werden, um Risiken zu minimieren und von den Vorteilen profitieren zu können. Hier sind die einzelnen Schritte:

Schritt 1. Bestandsaufnahme des aktuellen Vertrags
Im ersten Schritt sollte der aktuelle Vertrag gründlich analysiert werden. Dabei ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen, die versicherten Leistungen sowie mögliche Schwachstellen wie Verweisungsklauseln oder begrenzte Nachversicherungsmöglichkeiten zu überprüfen. Auch die Kündigungsbedingungen und -fristen sollten bekannt sein, um spätere Probleme zu vermeiden.

Schritt 2: Vergleich neuer Tarife und Anbieter
Im nächsten Schritt erfolgt ein Marktvergleich, um Alternativen mit besseren oder günstigeren Konditionen zu identifizieren – am besten sollte hierzu ein professioneller Berater hinzugezogen werden, der sich auf die Arbeitskraftabsicherung spezialisiert hat. Hierbei kommt es insbesondere auf die Leistungsstärke des neuen Vertrags an. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte mindestens 50 % Berufsunfähigkeit als Leistungsvoraussetzung festlegen, auf eine abstrakte Verweisung verzichten und eine dynamische Anpassung der Rentenhöhe ermöglichen. Unterstützung durch unabhängige Versicherungsmakler oder Vergleichsportale kann in diesem Prozess wertvolle Orientierung bieten.

Schritt 3: Vorbereitung der Gesundheitsprüfung und Antragstellung
Die erneute Gesundheitsprüfung erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Dazu gehört das Sammeln relevanter Unterlagen zur Krankengeschichte und die präzise Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag. Eine voreilige Kündigung des bestehenden Vertrags sollte vermieden werden, bis der neue Vertrag vollständig genehmigt und wirksam ist.

Schritt 4: Kündigung des alten Vertrags
Erst nachdem der neue Vertrag aktiv ist, sollte der alte Vertrag gekündigt werden. Dabei ist es wichtig, die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen und Modalitäten einzuhalten, um Lücken im Versicherungsschutz zu vermeiden.

Diese Schritte sorgen für einen reibungslosen Wechsel und minimieren Risiken während des Übergangs auf einen neuen Vertrag.

Risiken eines Wechsels: Warum Vorsicht geboten ist

Ein Wechsel der BU-Versicherung will gut überlegt sein, da auch Risiken damit verbunden sind. Eines der größten Probleme ist die erneute Gesundheitsprüfung, die bei einem neuen Vertrag erforderlich wird. Sollten sich Ihre gesundheitlichen Verhältnisse seit Vertragsabschluss verschlechtert haben, könnten Ausschlüsse, Zuschläge oder sogar eine Ablehnung die Folge sein. Auch aus diesem Grund sollte bestehender Schutz immer erst nach der Annahme des neuen Schutzes gekündigt werden. Zusätzlich kann ein Wechsel mit höheren Beiträgen einhergehen, da das Eintrittsalter für die BU eine entscheidende Rolle spielt – je älter die Versicherten bei Vertragsbeginn sind, desto teurer wird der Vertrag.

Wann sich eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht lohnt

Natürlich gibt es auch Fälle, in denen sich die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Wechsel in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Anbieter nicht lohnen: 

Verschlechterter Gesundheitsstatus
Wenn sich der Gesundheitszustand seit dem Abschluss des bestehenden Vertrags deutlich verschlechtert hat, könnten neue Diagnosen oder gesundheitliche Risiken die Aufnahme in einen neuen Vertrag erschweren. Dies kann zu höheren Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. 

Ausschlüsse im neuen Vertrag
Ein neuer Vertrag könnte Leistungsausschlüsse vorsehen, die den Schutz erheblich beeinträchtigen. Beispielsweise kann der Ausschluss der Wirbelsäule oder anderer zentraler Risikobereiche die Wirksamkeit der Absicherung stark einschränken. Kleinere Ausschlüsse, wie etwa für ein Knieproblem nach einer Verletzung, sind dagegen oft weniger problematisch. Vor einem Wechsel sollte genau geprüft werden, welche Ausschlüsse im neuen Vertrag gelten würden.

Die BU ist Anhängsel eines anderen Vertrags 
Berufsunfähigkeitsversicherungen, die als Zusatzversicherung (BUZ) an einen Hauptvertrag wie eine Risikolebensversicherung oder eine Altersvorsorge gekoppelt sind, können oft nicht separat gekündigt werden. Eine Beendigung der BUZ führt oft dazu, dass auch der Hauptvertrag endet, was zusätzliche Absicherungen gefährden könnte. Es ist daher wichtig zu prüfen, ob der Schutz in der gewünschten Form überhaupt getrennt werden kann, bevor eine Kündigung erfolgt.

Das Fazit: Ein Wechsel kann sinnvoll sein, sollte aber gut überlegt werden

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Entscheidung, die leichtfertig getroffen werden sollte. Er lohnt sich vorwiegend dann, wenn der neue Vertrag spürbare Vorteile bietet – sei es durch bessere Leistungen, günstigere Beiträge oder flexiblere Bedingungen. Wichtig ist jedoch, die Risiken wie Gesundheitsprüfungen und das Eintrittsalter zu berücksichtigen.

Ein Wechsel kann eine deutliche Verbesserung Ihrer Absicherung bedeuten, wenn er sorgfältig geplant und begleitet wird. Nutzen Sie die Unterstützung eines erfahrenen Versicherungsmaklers, um sicherzustellen, dass Sie auch langfristig optimal abgesichert sind.


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