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Sechs legendäre Investoren und ihre Erfolgsrezepte

Mit einem beruhigenden Geldpolster in den Ruhestand gehen: Wie bekommt man das hin? Dafür lohnt ein Blick auf sechs legendäre Anleger und ihre Erfolge. Denn diese beruhen auf einigen wenigen Regeln.

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Börsencharts an einer Tafelt mit grünem ansteigendem Pfeil für nachhaltige Aktien.

© Nicht definiert

Warren Buffett: „Kaufe nur, was du verstehst, und halte es langfristig.“

Wenn es einen Übervater des erfolgreichen Anlegens gibt, dann heißt er Warren Buffett. Als Leiter der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist er einer der reichsten Männer der Welt geworden, aber dabei immer bescheiden geblieben. Er steht für langfristiges, geduldiges Aktieninvestieren mit starken Unternehmen. Um den Erfolg seiner Entscheidungen richtig einzuschätzen, reicht ein Blick auf den Kurs von Berkshire Hathaway. Buffett leitet das Unternehmen seit über einem halben Jahrhundert. Die Aktie kostete in den Frühzeiten nur ein paar Dollar. Heute hat der Kurs die Marke von über einer halben Million Dollar weit überschritten – es ist die teuerste Aktie an der Wall Street überhaupt.

„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind”

Über ihn sind wahrscheinlich mehr Bücher geschrieben worden als über jeden anderen Investor. Und Grundsätze für erfolgreiches Anlegen hat er gleich reihenweise geliefert. „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind; sei gierig, wenn andere ängstlich sind“, gehört dazu. Er meint damit: Bei euphorischer Stimmung sind Anleger geneigt, zu hohe Preise zu zahlen; bei Weltuntergangsstimmung dagegen kann man Aktien zu Schnäppchenpreisen einsammeln. Für Buffett ist immer der echte Wert eines Unternehmens entscheidend. Er findet es reizvoll, wenn dieser Wert tiefer ist als der Börsenkurs. Dann ist die Gesellschaft für ihn ein Kaufkandidat. Eine weitere Anlageregel: „Investiere niemals in ein Geschäft, dass Du nicht verstehst.“

„Meine Lieblings-Haltedauer ist für immer"

Buffett ist von Natur aus geduldig. Kurzfristige Spekulation lehnt er ab. „Meine Lieblings-Haltedauer ist für immer“, dieser Satz bleibt im Gedächtnis haften. Kostproben seines Börsenverständnisses liefert er regelmäßig auf den Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway und in seinen jährlichen Briefen an die Aktionäre. Die Treffen im Bundesstaat Nebraska, wo er als „Orakel von Omaha“ gefeiert wird, gelten als Woodstock des Kapitalismus und ziehen jedes Jahr Zehntausende von Anlegern und Fans an – eine absolute Ausnahme für eine Hauptversammlung. Buffetts Aktienanlagen sind relativ übersichtlich. Er konzentriert sich auf hochwertige Unternehmen mit guter Marktstellung und lässt sich nicht von Börsentrends anstecken. Wenn es noch eines neutralen Urteils über seine Fähigkeiten bedürfen würde, dann könnte man die wohl kürzeste Einschätzung heranziehen. Und die stammt von Paul Samuelson. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger kam mit einem einzigen Wort aus. Er bezeichnete Buffett als „Investment-Genie“. 

André Kostolany: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten."

Kein Börsenkenner war den Deutschen wohl so bekannt wie André Kostolany. Der gebürtige Ungar handelte nicht nur an der Börse mit Aktien, sondern war als Journalist, Schriftsteller und als Entertainer sogar dem Fernsehpublikum ein Begriff. Mit Dutzenden von Börsenweisheiten schrieb sich der eloquente Fachmann ins kollektive Gedächtnis ein. Das Eingangszitat ist vielleicht einer der wichtigsten Sätze. Es geht außerdem noch weiter: „Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“ Aktien sind die rentierlichste Anlage. Doch es gibt jede Menge Stolpersteine. Man sollte sich beispielsweise hüten, von guten Nachrichten zu Käufen und von schlechten zu Verkäufen verleiten zu lassen. Die Chance, damit einen Fehler zu machen, ist hoch. Der 1999 verstorbene Börsen-Altmeister plädierte deshalb ähnlich wie Buffett und aus den gleichen Gründen für die langfristige Anlage.

„Kursrückgänge muss man aushalten können”

Kostolany hat seine wichtigste Lektion einmal so begründet: „An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1.“ Die Kurse laufen nicht gleichmäßig nach oben. Es ist ähnlich wie einer Säge, die man mit der Schneide nach oben leicht aufwärts hält. Jeder Zacken ist dann höher als der vorige, aber dazwischen geht es immer wieder nach unten. Diese Kursrückgänge muss man aushalten können. Nur wer das schafft, wird am Ende eine attraktive Rendite einstreichen. Der beste Schutz vor eigenem Fehlverhalten, vor allem das Verkaufen bei schlechten Börsennachrichten und der von Gier getriebene Kauf nach hohen Kursgewinnen, ist für Kostolany das Augen-zu-Prinzip, in seinem Bild die Schlaftablette.

John C. Bogle: „Suche nicht die Nadel im Heuhaufen, kaufe den Heuhaufen."

Dieser Amerikaner gilt als Vater des vielleicht wichtigsten Anlagekonzepts der letzten Jahrzehnte: des Indexinvestments. Als Gründer der heute zweitgrößten Investmentgesellschaft Vanguard legte „Jack“ Bogle 1976 den ersten Indexfonds auf, damals auf den US-Aktienindex S&P 500. Der Anleger kauft demnach in einem Produkt alle 500 Aktien aus dieser Börsen-Messlatte. Mit Blick auf das Bogle-Zitat sind die Aktien die Nadeln, der Index der Heuhaufen. Und der Anleger kauft den „Heuhaufen“ zu unschlagbar tiefen Gebühren, die in der Regel bei den Indexfonds etwa 0,1 bis 0,2 Prozent jährlich erreichen. Aktiv verwaltete Fonds verlangen ein Vielfaches. Indexfonds in ihrer börsengehandelten Variante sind unter dem Kürzel ETF in Europa und Deutschland ein echter Verkaufsschlager geworden – mit gutem Grund.

Viele aktive Fondsmanager schlagen den Vergleichsindex nicht

Eine solche breite Anlage zum Billigpreis ist der Grund dafür, dass die meisten klassischen Fondsmanager, die hohe Renditen mit der ihrer Meinung nach besten Aktienauswahl erzielen wollen, im Ertragsvergleich mit Indexfonds oft den Kürzeren ziehen. Das heißt konkret: Viele sogenannten aktive Fondsmanager scheitern im Vergleich zu den Indexprodukten schon wegen immer möglicher falscher Entscheidungen bei der Aktienauswahl, zu denen sich die generell höheren Kosten gesellen, die die beim Anleger ankommende Rendite ununterbrochen drücken. Die Investment-Legende Warren Buffett jedenfalls hat Bogle immer wieder gelobt: „Jack Bogle hat mehr für Investoren getan als jeder andere, den ich kenne.“

John Templeton: „Diversifiziere dein Portfolio global, um von den besten Chancen weltweit zu profitieren.“

Der geborene Amerikaner und spätere Brite zählt aus vielen Gründen zu den Investmentlegenden. Er machte in den 1960er Jahren die internationale Geldanlage populär, vor allem die in den Entwicklungsländern, später Schwellenländer oder Emerging Markets genannt. Die besten Chancen wollte er immer rund um den Globus suchen, sich nicht auf eine Region beschränken. Bei der Aktienauswahl setzte Titel, die ihm zu einem bestimmten Zeitpunkt als „zu billig“ erschienen. In dieser Hinsicht war er ein Vertreter des sogenannten Value Investments. Diese Investoren setzen darauf, dass auch andere Anleger früher oder später den wahren und höheren Wert einer Gesellschaft erkennen.

Kaufe, wenn Pessimismus herrscht”

In diesem Sinne kaufte er am Beginn des Zweiten Weltkriegs für 100 Dollar alle Aktien an der New Yorker Börse mit einem damals aktuellem Kurs von unter einem Dollar. Die Titel verkaufte er einige Jahre später für einen deutlich fünfstelligen Betrag. Templeton gründete aber vor allem die US-Investmentgesellschaft Templeton Investments mit. Über lange Zeit steuerte er den größten Fonds des Hauses selbst – mit sehr guten Ergebnissen. Von der britischen Königin später zum Ritter geschlagen, waren ihm die herrschenden Stimmungen an der Börse immer suspekt. „Folge nie der Menge, kaufe wenn Pessimismus herrscht“, war einer dieser Leitgedanken. Dann war seiner Meinung nach die Chance am größten, ein gutes Geschäft zu machen. Von der Hoffnung auf einen schnellen Gewinn hielt er gar nichts. „Investiere - trade nicht und spekuliere nicht“, riet Templeton. Er war überzeugt: „Der Aktienmarkt ist kein Casino.“

Ray Dalio: „Dass man viel Geld verdient, indem man die besten einzelnen Wetten abschließt, ist falsch.“

Dieser Mann ist vielleicht aktuell der bekannteste Hedgefondsmanager, auf jeden Fall der mit dem lautesten öffentlichen Auftritt. Ray Dalio gehört als Gründer der US-Firma Bridgewater Associates zu den großen Kritikern Donald Trumps und seiner Politik. Diese Politik wird seiner Meinung nach in einem „schuldenbedingten Herzinfarkt“ enden. Anleger verfolgen Dalio‘s Kommentare genau, hatte er doch auch schon die Finanzkrise 2008 angekündigt. Fairerweise muss man sagen, dass der Börsenexperte schon seit längerer Zeit eher düstere Zukunftsprognosen abgibt.

Streuung als Heilger Gral” des Investierens

Ob seine Alarmstimmung sich im Nachhinein als richtig erweisen wird oder nicht: Er kann dem Altersvorsorgesparer einige wichtige Ratschläge auf den Weg geben. Dazu gehört das Eingangszitat. Streuung ist für ihn das zentrale Prinzip. Das Verteilen von Geld auf verschiedene Anlageformen, die sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln, nennt er gerne den „Heiligen Gral“ des Investierens. Im Finanzslang ist dann von Diversifikation die Rede. Dalio empfiehlt sie als kostenlose Risikosenkung durch geringere Wertschwankungen. Die größten Gewinner und vor allem die größten Verlierer im Depot werden in der Durchschnittsbilanz abgemildert. Streuung bezieht Dalio allerdings auf ein umfassendes Depot, dass in jeder Lage Risiken abfedert, und nicht unbedingt auf eine sehr lange Anlagezeit ausgelegt ist. Daher empfiehlt er neben Aktien auch noch Anleihen und Rohstoffe.

Fazit: Fünf grundlegende Regeln für das Aktiensparen

Die hier als Vorbilder ausgewählten Investoren konzentrieren sich also wegen des Renditevorteils auf Aktien. Wollte man ihre wichtigsten Erkenntnisse in fünrRegeln sehr kurz zusammenfassen, könnte das Ergebnis so aussehen: 

  • Investiere – aber trade und spekuliere nicht!
  • Völlig risikolos anzulegen bringt keine echten Wertsteigerungen! 
  • Streue die Anlagen weltweit! 
  • Lasse dich nicht von Panik oder Euphorie der Investoren anstecken! 
  • Kaufe idealerweise Aktien, die mehr wert sind, als sie an der Börse kosten!

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