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OECD: Demografischer Wandel sorgt für langsameres Wachstum

Neuer Beschäftigungsausblick der Organisation 38 wirtschaftsstarker Nationen zeigt aber auch, wie ein Rückgang der Wirtschaftsleistung aufgefangen werden kann.

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Brüssel (dsv/sth). Der demografische Wandel könnte in den meisten der 38 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für ein spürbar langsameres Wirtschaftswachstum und negative Folgen auf dem Arbeitsmarkt sorgen – sofern nicht zügig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten diesjährigen OECD-Beschäftigungsausblick (englisch) hervor. 

Im Fokus des Berichts stehen nach Angaben der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung (DSV) in Brüssel die Herausforderungen des demografischen Wandels für den zukünftigen Lebensstandard und den sozialen Zusammenhalt in den Mitgliedstaaten. Der Bericht zeige aber auch, wie dieser Rückgang aufgefangen werden könne, so die DSV. Nötig ist demnach in allen OECD-Staaten vor allem eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von gesunden älteren Menschen, von Frauen und von Zuwanderern. Voraussetzung dafür seien allerdings “gezielte Investitionen in die Kompetenzen und Arbeitsfähigkeit der Menschen über alle Lebensphasen hinweg”, schreiben die Brüsseler Fachleute für Sozialpolitik.

Die Alte­rung der Bevöl­ke­rung prägt die Zukunft der Arbeits­märkte

Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung führen dem Bericht zufolge zu einem steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung in den OECD-Ländern. Ohne weitere politische Maßnahmen oder Verhaltensänderungen werde die demografische Alterung das Wirtschaftswachstum und die Fähigkeit der OECD-Länder, ihren Lebensstandard weiter zu verbessern, “erheblich beeinträchtigen”. Zudem würde sich nach OECD-Berechnungen ohne eine deutliche Steigerung des Produktivitätswachstums das Wachstum des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts im OECD-Raum um etwa 40 Prozent verlangsamen, so die DSV. “Damit würde der zukünftige Verteilungsspielraum zwischen aktiven Bevölkerungen und älteren Menschen weiter eingeschränkt.”

Ein steigendes Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt sei deshalb “entscheidend, damit die Sozialversicherung nachhaltig finanziert werden kann – gerade angesichts des demografischen Wandels”, fasst die DSV den OECD-Bericht zusammen. “Es bedeutet mehr Wirtschaftskraft pro Person. Dadurch steigen die Beitragszahlungen, ohne dass die Beitragssätze erhöht werden müssen. Höheres Wachstum erleichtert es, Leistungsniveaus (zum Beispiel Renten oder Gesundheitsversorgung) zu sichern oder auszubauen, ohne dass die Beitragslast einseitig auf Jüngere verlagert wird”, heißt es in dem Bericht.

Lebens­lange Inves­ti­tionen in Kompe­tenzen und Arbeits­fä­hig­keit

Die Autorinnen und Autoren des OECD-Berichts betonen, dass die Menschen auf der ganzen Welt bereits heute “länger und gesünder leben als je zuvor”. Dies sei eine große Errungenschaft, die auch die Chance biete, ältere Menschen bei guter Gesundheit länger im Erwerbsleben zu halten. Einem Rückgang des Wachstums des Pro-Kopf-Bruttoinlands könne deshalb “durch eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen entgegengewirkt” werden. Hierzu seien jedoch lebenslange Investitionen in die Kompetenzen der Beschäftigten nötig. “Zentrale Ansatzpunkte sind dabei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz”, schreibt die OECD. Hierzu seien allerdings “weitere innovative Ansätze notwendig, die Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie älteren Menschen dabei helfen, ihre körperliche und seelische Gesundheit zu bewahren und gleichzeitig ihre Kompetenzen und Motivation für ein längeres Erwerbsleben weiterzuentwickeln”.

Negative Stereotypen über das Älterwerden hätten bisher jedoch zur Folge, dass ältere Beschäftigte “allzu oft weniger Zugang zu Fortbildungsmöglichkeiten oder flexiblen Arbeitsmodellen haben, obwohl sie wichtige Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringen”, stellt die OECD fest. Durch Rehabilitationsmaßnahmen sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz trage die Sozialversicherung andererseits heute “wesentlich zur Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei”. Zudem ermögliche die Rentenversicherung einen “flexiblen Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand und fördert damit das Weiterarbeiten über die reguläre Altersgrenze hinaus”, heißt es in dem Bericht.


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