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Schwedische Prämienrente als Vorbild für Deutschland

Mit einer „Kapitalrente" soll nach dem Vorschlag der Alterssicherungskommission die gesetzliche Rente gestärkt werden. Vorbild für ein verpflichtenden Sparens über die Börse ist Schweden. Doch es gibt Unterschiede.

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Sparen: Steigende Münzstapel mit Einmachglas voller Münzen. Bild: IMAGO / Panthermedia

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Stockholm (dpa). Alle an den Kapitalmarkt: Das praktiziert Schweden schon lange. In Deutschland empfiehlt die Rentenkommission in ihrem Abschlussbericht nun eine neue, börsenfundierte Komponente in die gesetzliche Rente zu integrieren: Beiträge von Arbeitgebern und Beschäftigten sollen „nach schwedischem Vorbild“ zentral verwaltet und am Kapitalmarkt angelegt werden. Deshalb ein Blick auf die Rente in Schweden:

Wie funktioniert das schwedische Modell?

Die Rentenversicherten werden dort gewissermaßen gezwungen, einen Teil ihres Einkommens zu investieren – über die sogenannte Prämienrente. Zwar fließt der Großteil des schwedischen Rentenbeitrags – 16 von 18,5 Prozent – ähnlich wie in Deutschland in eine klassische umlagefinanzierte Rente. Die übrigen 2,5 Prozent gehen aber in die Prämienrente: Das Geld wird in Fonds angelegt, die die Schweden selbst auswählen können.

Wer sich nicht aktiv für einen Fonds entscheidet – und das ist oft der Fall -, dessen Einkünfte landen automatisch im staatlichen Standardfonds. Daneben gibt es viele weitere zugelassene Alternativen, aus denen sich die Schweden bedienen können. 

Was hat das den Schwedinnen und Schweden bislang gebracht?

Auch wenn er zwischendurch – etwa in der Finanzkrise – Einbrüche verbucht hat, hat sich vor allem die Investition in den staatlichen Fonds AP7 Såfa in der Vergangenheit für die Schweden ausgezahlt. Der Fonds investiert global, setzt auch auf Derivate und hat vergleichsweise niedrige Gebühren. Solange der oder die Rentenversicherte jung ist, wird das Geld komplett in Aktien angelegt – später steigt der Anteil festverzinslicher Papiere, um das Risiko zu verringern. Eine größere Debatte über die Risiken der Geldanlage gibt es in Schweden nicht: Das Vertrauen in den Staat ist relativ groß. 

Was ist noch anders in Schweden?

Manches, was aktuell nicht als Vorbild für Deutschland diskutiert wird. Der noch flexiblere Renteneintritt zum Beispiel: In Schweden gibt es kein reguläres Renteneintrittsalter – alle können ab einem gewissen Alter selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen. Aktuell ist das etwa für die Jahrgänge ab 1963 frühestens mit 64 Jahren möglich. Die Zahl ist an die Lebenserwartung gekoppelt, wird also perspektivisch weiter steigen. In der Regel fällt die Rente umso höher aus, je mehr jemand verdient und je später die Person in Rente geht. 

In Schweden zahlen alle ins Rentensystem ein – auch Selbstständige, wie es in Deutschland nun ebenfalls diskutiert wird, aber auch Beamte, was die Kommission hierzulande nicht vorschlägt.

In Deutschland 150 bis 770 Euro Rentenplus möglich

Die Rentenkommission erhofft sich von ihrem Vorschlag einer Kapitalrente langfristig ein deutliches Rentenplus für die Versicherten. „Laut unseren Vorausberechnungen könnte der sogenannte Eckrentner im Mittel nach 20 Jahren Ansparzeitraum in der Kapitalrente auf 150 Euro mehr Rente monatlich kommen, nach 45 Jahren sogar auf über 770 Euro mehr“, sagte Kommissionsmitglied Tabea Bucher-Koenen dem „Spiegel“. Sie ist Leiterin des Forschungsbereichs Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte am Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. 

Bei den Werten handelt es sich dem Bericht zufolge um sogenannte Realwerte, bezogen auf das Preisniveau des Jahres 2026. Der sogenannte Eckrentner ist eine Bezugsgröße in Rentendebatten: Darunter wird ein fiktiver Rentner verstanden, der 45 Jahre gearbeitet und immer genau das Durchschnittseinkommen verdient hat. Seine Bruttorente liegt nach der im Juli wirksamen Rentenerhöhung bei 1.913,40 Euro. 

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