München (tö). Die Stiftung Warentest hat Indexpolicen für die Altersvorsorge als „Mogelpackung“ kritisiert. Die Produkte, mit denen Anlegende von möglichen Kursgewinnen an den Aktienmärkten profitieren sollen, ohne dabei Verluste befürchten zu müssen, hält die Stiftung nicht nur für „zu teuer“ und „zu intransparent“. Laut dem Testergebnis bieten die oft kompliziert konstruierten Index-Beteiligungen auch „zu wenig Chancen auf gute Renditen“. Die Warentester raten deshalb vehement davon ab, solche Verträge abzuschließen. „Wenn Sie fürs Alter vorsorgen wollen, eignen sich Indexpolicen nicht. Selbst in guten Börsenjahren kann es zu Nullrenditen und einem Verlust der sicheren Verzinsung kommen“, schreiben die Warentester in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8 / 2024).
Probleme hatten die Tester schon bei der Untersuchung selbst. Von 12 Anbietern wollten sich nur zwei am Test beteiligen, die restlichen Daten mussten sich die Expertinnen und Experten der Stiftung selbst zusammensuchen und erheben – „eine Intransparenz, die wir in der Form selten erleben und die ebenfalls nicht für die Produkte spricht“, heißt es in „Finanztest“. Die Ergebnisse selbst sprechen ebenfalls nicht für Indexpolicen. Demnach brachte die Indexbeteiligung im Durchschnitt eine Verzinsung von lediglich 1,64 Prozent. Als die Kurse an den Aktienmärkten im vergangenen Jahr um 20 Prozent und mehr anzogen, hätten Anleger von Indexpolicen sogar oft nur „Nullrenditen“ gehabt.
Das liegt offenbar vor allem daran, dass die den Anlegenden versprochene Sicherheit ihren Preis hat. So soll bei den Indexpolicen das Vertragsguthaben nicht sinken, kann aber wegen der hohen Kosten in den ersten Jahren sogar deutlich niedriger sein als die Einzahlungen. Hinzu kommt: Laut Stiftung Warentest ist die Rendite „gedeckelt“, also nach oben begrenzt. Das liege auch an den für Laien undurchsichtigen Konstruktionen, mit denen Kunden und Kundinnen an einem Index beteiligt werden sollen. Dabei lande das Geld nicht tatsächlich in Aktien, „sondern in einem Finanzprodukt. Und wie dessen Ergebnis für die Kunden ermittelt wird, ist bei einigen Varianten so schwer zu durchschauen, dass es wie Zufall wirkt“, kritisieren die Warentester. Stattdessen empfiehlt die Stiftung Vorsorgesparern, die von den langfristigen Renditechancen an den Aktienmärkten profitieren wollen, ETF-Sparpläne.
