München (tö). Geld ist in vielen Beziehungen hierzulande immer noch ein Tabuthema. Diesen Schluss legt eine neue, nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox und der Dating-App Parship nahe. Demnach hat mehr als ein Viertel der Befragten in der letzten Beziehung keinerlei finanzielle Informationen mit dem Partner oder der Partnerin geteilt. Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Innofact im Februar 2026 insgesamt 2665 Personen in Deutschland befragt.
Hemmschwellen durch finanzielle Unterschiede
Egal ob es um die Höhe des Einkommens, das Vermögen oder Schulden geht: 27 Prozent der Befragten gaben an, keine der abgefragten finanziellen Informationen der Partnerin oder dem Partner weitergegeben zu haben. Bei Frauen liegt dieser Anteil mit 30 Prozent höher als bei Männern (24 Prozent).
Nur, woran liegt das? „Unterschiedliche finanzielle Ausgangssituationen können Hemmschwellen schaffen“, sagt Melanie Ulbrich von Verivox. „Wer mehr verdient, möchte mitunter keine Erwartungen wecken. Wer weniger verdient, scheut möglicherweise den Vergleich.“
Offen über Geld geredet werde häufig erst, wenn gemeinsame Verpflichtungen entstehen, etwa durch einen gemeinsamen Haushalt.
Über Geld zu reden fällt vielen Paaren schwer
Am häufigsten wird laut der Umfrage noch über das eigene Einkommen gesprochen: Jeder Zweite (55 Prozent) teilt die eigene Verdiensthöhe mit dem Partner oder der Partnerin. Deutlich seltener werden weitere finanzielle Details offengelegt. Über das Gesamtvermögen spricht lediglich ein Drittel (35 Prozent). 29 Prozent reden offen über bestehende Schulden oder laufende Kredite. „Über Geld zu sprechen, fällt vielen Paaren noch immer schwer – selbst in langjährigen Beziehungen“, sagt Ulbrich. „Wer finanzielle Themen dauerhaft ausklammert, riskiert jedoch Missverständnisse und unausgesprochene Erwartungen. Finanzielle Transparenz ist kein Misstrauensvotum, sondern eine Voraussetzung für echte Partnerschaft auf Augenhöhe.“
Wichtig ist dies nicht zuletzt bei der Altersvorsorge. Sprechen Paare darüber nicht, dürfte es ihnen schwerer fallen, mögliche Versorgungslücke zu entdecken und etwas dagegen zu tun.
