Frankfurt (tr). Mit den Altersvorsorgedepots wird es ab 1. Januar kommenden Jahres neue Alternativen für die geförderte private Altersvorsorge geben. Und eine repräsentative Umfrage im Auftrag des digitalen Vermögensverwalters quirion hat ergeben, dass sich bereits 52 Prozent der Förderberechtigten zwischen 16 und 60 Jahren die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots vorstellen können. Durchgeführt wurde die Befragung von puls Marktforschung im Zeitraum zwischen 30. April und 5. Mai. Der finale Beschluss des Bundesrates zur Reform der Altersvorsorge stand in diesem Zeitraum noch aus.
Laut der Umfrage ist die Abschlussbereitschaft für ein Altersvorsorgedepot bei den 16- bis 40-Jährigen mit rund 60 Prozent am höchsten. Beim Timing sind die Abschlussbereiten unter den Befragten gespalten: 46 Prozent planen, direkt zum Start am 1. Januar 2027 einzusteigen. 46 Prozent wollen zunächst Erfahrungswerte abwarten. Als Vertragspartner werden Banken (46 Prozent) sowie Neobroker und digitale Vermögensverwalter (46 Prozent) leicht bevorzugt, vor staatlichen Trägern (44 Prozent) und Versicherungen (40 Prozent).
Niedrige Kosten und Transparenz als wichtigste Kriterien der Auswahl
Für 59 Prozent der Befragten sind verständliche und transparente Produktinformationen das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Altersvorsorgedepots. Niedrige Gebühren rangieren mit 55 Prozent auf Platz zwei, klare Regeln für die Auszahlung mit 54 Prozent auf Platz drei. Eine attraktive Rendite folgt erst auf Rang vier (48 Prozent). Nachhaltigkeit bildet mit 11 Prozent das Schlusslicht.
Laut Umfrage würden die interessierten Befragten im Schnitt 181 Euro monatlich einzahlen, mit deutlichem Unterschied bei den Geschlechtern: Männer planen 223 Euro pro Monat zu investieren, Frauen nur 124 Euro.
Riester-Vertrag fortführen, kündigen oder ruhen lassen?
Wer einen Riester-Vertrag hat, wird sich in den nächsten Monaten Gedanken über dessen Verbleib machen: Rund ein Viertel (26 Prozent) der interessierten Befragten mit aktivem Riester-Vertrag will den Vertrag behalten, aber ruhen lassen und parallel ein Altersvorsorgedepot eröffnen, um von der neuen Förderung zu profitieren. 22 Prozent planen, den bisher aktiven Riester-Vertrag in ein neu eröffnetes Altersvorsorgedepot zu übertragen.
„Das Altersvorsorgedepot bietet eine echte Chance – aber nur, wenn Anbieter den Mut haben, konsequent im Interesse des Kunden zu handeln und die Kosten geringzuhalten“, sagt Karl Matthäus Schmidt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank, der Muttergesellschaft von quirion. Ein gutes Altersvorsorgedepot biete breite Diversifikation, niedrige Kosten und einen klareren Fokus auf langfristige Rendite ohne versteckte Gebühren.
- Verbraucherschützer kritisiert neue Angebote für Altersvorsorge
- Bundesrat stimmt Reform der privaten Altersvorsorge zu
- Neues Altersvorsorgedepot: Kosten können die staatliche Förderung komplett aufzehren
