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Warum Themenfonds meist schlecht abschneiden

Egal ob Wasserstoff, Robotik oder Telemedizin: Viele Anlegende setzen mit Fonds auf Megatrends. Doch das ist fast immer keine gute Idee, wie eine neue Studie zeigt.

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Männliche Spielfiguren im Anzug stehen auf Börsenpapieren mit Aktienkurven und den Schildern Risiko und Chance.

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München (tö). Anleger, die mit gemanagten Fonds oder börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf bestimmte Themen setzen und so Geld zum Beispiel für den Ruhestand sparen wollen, treffen damit meistens keine gute Wahl. In den vergangenen zehn Jahren wiesen gerade einmal elf Prozent der Themenfonds eine bessere Wertentwicklung auf als der bei ETF-Anlegern sehr beliebte Weltindex MSCI World. Das geht aus einer Untersuchung des VZ Vermögenszentrums hervor, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete. Demnach schnitten im Durchschnitt nur die Fonds, die das Thema „Künstliche Intelligenz und Big Data“ favorisierten, über 20 Jahre hinweg besser ab als der bei vielen Anlegenden beliebte MSCI World. Der MSCI World bildet die Kursentwicklung von knapp 1500 Aktien von Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. 
Diesen Reinfall mit Themenfonds begründen die Fachleute vom VZ-Vermögenszentrum so: 

  • Viele Fonds laufen so schlecht, dass sie schnell wieder liquidiert werden. „Über die Hälfte verschwinden innerhalb von zehn Jahren wieder vom Markt“, heißt es in der Untersuchung. 
  • Wenn die Fonds auf den Markt kommen, sind die hohen Erwartungen der Anleger an die Unternehmen, die etwa mit einer neuen Technologie große Geschäfte machen wollen, bereits in den Kursen „eingepreist“. Langfristig deutliche höhere Kurse könnte es in diesem Fall nur dann geben, wenn das Thema wirtschaftlicher ein noch größerer Erfolg wird, als zunächst erwartet. 
  • Viele der Trendfirmen, die an der Börse vorübergehend beliebt sind, können zwar ein paar Jahre lang rasant wachsen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Andere Unternehmen nehmen den Newcomern Kunden weg. Und damit verlieren sie an Attraktivität an der Börse. 
  • Der Staat greift ein, streicht Subventionen für neue Technologien. Er gibt härtere Regeln für die neue Branche.
  • Auch die Verwaltungskosten der Themenfonds sind höher als bei klassischen Fonds und ETFs. So kosten laut der Untersuchung aktiv gemanagte Themenfonds pro Jahr im Durchschnitt 1,83 Prozent an laufenden Gebühren. Bei den passiven Themen-ETFs, die einem speziellen Aktienindex folgen, sind es immerhin noch im Durchschnitt jährlich 0,5 Prozent der Anlagesumme zu. Hinzu kommen die Kaufkosten. Zum Vergleich: „ETFs auf den MSCI World weisen Kosten ab 0,10 Prozent aus und sind damit deutlich günstiger“, schreiben die Experten. 

All dies trägt dazu bei, dass Themenfonds oft schlechter abschneiden als Fonds, die weltweit quer über verschiedene Branchen und Länder anlegen. Außerdem gut zu wissen: Viele Aktien aus Themen-ETFs sind auch in klassischen, weltweit aufgestellten Indizes enthalten. Entwickeln sie sich gut, würden davon auch die herkömmlichen Weltindizes profitieren. Beispiel: MSCI World. Die Chipaktie Nvidia steckt in dem Index bereits mit einem Anteil von 4,32 Prozent, in Chip-Themen-ETFs kann der Anteil hingegen mit mehr als 20 Prozent völlig überdimensioniert sein. 

Unabhängige Anlageexperten empfehlen daher Bankkunden mit einem Wertpapierdepot, allenfalls mit einer kleinen Beimischung in Höhe von maximal zehn Prozent auf Themenfonds zu setzen.


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