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So erkennen Sie Betrüger und Finanzgauner

Jahr für Jahr verlieren Anleger viel Geld bei der Geldanlage und bei Altersvorsorge, weil sie Erspartes Kriminellen anvertrauen. 15 Fallen, in die Sie nicht hineintappen sollten.

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Älteres Paar zuhause-auf Sofa mit Finanzberater. Bild: IMAGO / Shotshop

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Der Erfolg unserer Kunden liegt uns am Herzen“, „Ihr Vermögen in den besten Händen“, „Wir wissen, was es bedeutet, auf den lukrativen und manchmal trüben Finanzmärkten der Welt zu traden“: So werben Anbieter von Produkten für die Geldanlage und Altersvorsorge auf ihren Internetseiten um neue Kundinnen und Kunden. Hinter Angeboten, die seriös klingen mögen, verbergen sich jedoch immer wieder Betrüger. Das zeigen die Warnungen der deutschen Finanzaufsicht Bafin

Allein in diesem Jahr haben die Finanzaufseher fast 400 Warnungen vor dubiosen Anbietern von Bank-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungsgeschäften veröffentlicht (Stand: 6.8.2024). Nicht selten verlieren die Opfer der Finanzgauner dabei hohe Summen, die auch für die zusätzliche Altersvorsorge gedacht waren. Die Verluste dürften Jahr für Jahr in die Milliarden Euro gehen. Nur: Wie erkennt man die Betrugsmaschen überhaupt? In diese 15 Fallen sollten Sie nicht tappen, um kein erspartes oder ererbtes Geld zu verlieren. 

Üppige Zinsen

Um Anbieter, die hohe Zinsen von fünf, sechs oder sieben Prozent oder mehr und das so gut wie garantiert versprechen, sollten Sie lieber einen Bogen machen, Je höher das Zinsangebot, desto höher das Risiko, sein Geld komplett zu verlieren. Nicht selten verbergen sich dahinter sogenannte Schneeballsysteme, bei denen mit dem Geld der neuen Anleger die vermeintlichen Erträge der alten Anleger ausbezahlt werden, bis das System zusammenbricht. 

Traumgewinne in der Zukunft

Immer wieder versprechen Vermittler und Finanzfirmen exorbitante Anlageerträge, neuerdings gerne auch mit Kryptowährungen. Kein Anbieter kann aber bei Zinsen für sicher angelegtes Erspartes von derzeit maximal gut drei Prozent zwei- oder gar dreistellige Renditen garantieren. Sparinnen und Sparer sollten generell vorsichtig sein bei Offerten, bei denen von einer „einer einmaligen Chance“, „exklusiven Geschäften“ oder von sagenhaft anmutenden Gewinnversprechungen die Rede ist. Verbunden sind solche Versprechungen oft damit, dass die Anbieter Zeitdruck ausüben, auf schnelle Entscheidungen pochen. 

Unerlaubte Anrufe

Ohne vorherige Zustimmung dürfen Finanzvermittler potenzielle Kunden und Kundinnen nicht anrufen. Diese Form der sogenannten „Kaltaquise“ ist verboten. Wer trotzdem anruft, macht sich schon dadurch verdächtig. Es passiert aber trotzdem immer wieder, dass aus Callcentern solche Anrufe erfolgen. Ihr Ziel: Menschen zu Investitionen zu überreden, zum Beispiel in junge Unternehmen mit einer angeblich superaussichtsreichen Geschäftsidee. Hier warnt die Bafin: „Nach kurzer Zeit wird der Anbieter vom großen Erfolg der Anlage berichten und Sie auffordern, größere Beträge zu investieren.“ Doch ausgezahlt wird später nie etwas. 

Falsche Handelsplattformen

Zu den beliebtesten Abzockmaschen gehören derzeit Handelsplattformen im Internet, die mit hohen Renditen und günstigen Preisen locken, etwa für den An- und Verkauf von Kryptowährungen und anderen komplexen Finanzprodukten. Ein Handel findet aber gar nicht statt. Und wer darauf hereinfällt, verliert sein eingesetztes Kapital komplett.

Miese Aktien

Immer wieder verkaufen Unternehmen schon vor einem versprochenen Börsengang eigene Aktien mit dem verlockenden Hinweis, die Papiere würden bei einer späteren Emission der Firma viel mehr wert sein. Oder Anbieter geben vor, sie hätten schon jetzt Aktien von bekannten Unternehmen zu verkaufen, die erst noch an die Börse gehen. Doch Vorsicht, bei der Bafin heißt es dazu: Solche Aktien vor einem Börsengang gibt es entweder nicht, oder sie sind im Besitz der Altaktionäre und nicht vorab zu bekommen.

Falsche Horrorszenarien

Ob in Inseraten oder am Telefon – unseriöse Anbieter bauen gerne ein großes Repertoire von Horrorszenarien auf. Dabei ist dann oft von einer drohenden totalen Geldentwertung oder der Altersarmut im Ruhestand die Rede. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken. Gute Geschäfte können Sie nur mit klarem Verstand und in Ruhe abschließen. 

Gefährliche Steuersparmodelle

 „Gier frisst Gehirn“, heißt ein bekannter Spruch. Und der frühere bayerische Finanzminister Erwin Huber hat sich gerne mit dem Satz zitieren lassen: „Bei uns ist der Steuerspartrieb stärker als der Sexualtrieb.“ Auch das machen sich unseriöse Finanzvertriebe zunutze. Sie werben mit einer hohen Steuerersparnis, wollen aber in erster Linie teure Steuersparmodelle verhökern, bei denen die Verkäufer hohe Provisionen einstreichen können. 

Abzocke mit Termingeschäften

Ob mit Getreide, Öl, Kaffee, Schlachtvieh oder Kupfer – zu den altbewährten Abzockmaschen gehört das Versprechen, Traumrenditen an den Warenterminbörsen erzielen zu können. Das entpuppt sich jedoch am Ende oft als heiße Luft. Ein Großteil des eingesetzten Kapitals geht für Gebühren und Provisionen drauf, das restliche Geld ist fast oder ganz weg. Deshalb solche Geschäfte lieber Profi-Spekulanten überlassen – und selbst die können sich damit „die Finger verbrennen“. 

Teure Diamanten

Ebenfalls ein bewährter Trick, der in Zeiten hoher Inflation vielleicht den einen oder die andere beeindrucken könnte: Verkäufer preisen Diamanten als sicherste, schönste und wertbeständigste und auch noch steuerfreie Geldanlage an. Für das edle Gut gebe es aber nur einen kleinen, feinen Handelskreis. Und zu diesem, suggerieren die Verkäufer, hätten nur seine Auftraggeber zutritt. Die vermeintlichen Diamanten, die arglosen Käufern so vermittelt werden, sind aber dann wertlose oder völlig überteuerte Steine von minderer Qualität.

Grüner Trick

Häufig wird das gerade in Deutschland gestiegene Interesse an nachhaltigen Geldanlagen genutzt, um hochriskante Beteiligungsmodelle zu verkaufen, in denen vorgegeben wird, dass das Geld der Kunden in Windparks, Solaranlagen oder Wälder fließt. Stattdessen versackt es zumindest teilweise in den Taschen der Anbieter. 

Undurchsichtige Kosten

Anleger sollten immer wissen, was sie an Provisionen für den Vertrieb zahlen, wie hoch ihre laufenden Kosten sind und wie diese sich auf die mögliche Rendite auswirken. Fehlen diese Angaben oder wird dazu nur vage Auskunft gegeben, kann etwas nicht stimmen.

Gefährliches Ausland

Schon viele Anleger haben Geld verloren, weil sie Kapital ins (außereuropäische) Ausland transferiert haben. Finanzbetrüger fordern auch gerne dazu auf, erst einen kleineren Betrag zu investieren. Dann tun sie so, als ob das Probeinvestment äußerst rentabel angelegt wird, um ihre Opfer zu verleiten, noch mehr Geld zu überweisen.

Unklare Grundlagen

Mit wenigen Klicks lässt sich im Internet herausfinden, ob ein Anbieter eine Homepage hat und dort ein vollständiges Impressum mit Firmennamen, Anschrift, Steuernummern und Kontaktdaten steht. Fehlt das, ist das schon ein Alarmzeichen. Auch wenn Mitarbeiter nie telefonisch erreichbar sind oder das angebotene Produkt so kompliziert klingt, dass man es nicht auf Anhieb versteht, sollten Sparer lieber die Finger davon lassen. Grundsätzlich vorsichtig sollten Sie auch sein, wenn Anbieter erst seit kurzem tätig und nicht im Handelsregister eingetragen sind, von einer ausländischen Gesellschaft mit Agenten oder Repräsentanten in Deutschland die Rede ist, aber keine Bankverbindung zu einem deutschen Geldinstitut besteht. 

Dubiose Werbung

Teilweise benutzen die Kriminellen auch die Geschäftsadressen von legal tätigen Unternehmen, um sich einen seriösen Anstrich zu geben. Oder sie tun bei ihrer Werbung auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Youtube so, als ob sie in der Start-up-TV-Show „Die Höhle der Löwen“ eine Präsentation gehabt hätten, oder verwenden gar das Logo der Bafin

Falsches Jobangebot

Nach Angaben der Bafin werben Kriminelle seit bereits einiger Zeit Privatpersonen an mit angeblich lukrativen Stellenangeboten als „Finanzagentin“ oder „Finanzagent“. Die Opfer sollen dann entweder oder zu Testzwecken ein Konto eröffnen oder ihr Girokonto für Geldtransfers zur Verfügung stellen. In Wirklichkeit werden die Konten aber dafür genutzt, um Zahlungen abzuwickeln. Schlimmstenfalls machen die Eigentümer der Konten dabei sogar selbst strafbar.

Mehr zum Thema

Auf der Homepage der Finanzaufsicht heißt es zu den Betrugsmaschen: „Die Bafin, das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter raten Verbraucherinnen und Verbrauchern generell, bei Geldanlagen im Internet äußerst vorsichtig zu sein und vorab gründlich zu recherchieren, um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen.“ Wer sich über unseriöse Anbieter informieren will, kann bei der Bafin nach Unternehmen suchen, vor denen die Finanzaufsicht warnt. Einen Überblick über unseriöse Geldanlagegebote verschafft außerdem die Warnliste Geldanlage der Stiftung Warentest. Bei der Stiftung heißt es dazu: „Leider ist die Liste aufgrund der großen Zahl der Anbieter sowie ständig wechselnder Produkte nie vollständig. Sie entbindet Anleger also nicht von der Pflicht, sich selbst zu informieren.“ 

Tipp: Machen Sie um Angebote, bei denen Sie schon ein schlechtes Bauchgefühl haben, lieber gleich einen großen Bogen. 


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