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Experten-Antwort

Alg II / Job / Rente - Alles gleich?

von Frank S.05.09.2017 | 10:47
769 Ansichten
17 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hallo, ich bin 19 Jahre und nach Realschule und Wirtschaftsfachschule derzeit arbeitslos weil ich im Erzgebirge keinen Ausbildungspaltz gefunden habe. Ich beziehe Alg II (409,00 Euro) und meine kleine Wohnung (466,50 Euro) wird vom Amt bezahlt. Meine Nachbarin ist 67 Jahre und topfit. Sie erhält nach vielen Jahrzehnten mit diversen Jobs 626,00 Euro Rente. Sie erhält vom Amt ebenfalls einen Zuschuss und wir haben herausgefunden, dass wir in Summe quasi die gleichen Einkünfte haben. Das jobcenter konnte mir bisher nur schlecht bezahlte Jobs anbieten, keinen Ausbildungsplatz leider. Die Einkünfte würden bei diesen Jobs (Stundenlohn zwischen 9,00 Euro und 9,80 Euro) so ungefähr 950,00 Euro bis 1.050,00 Euro betragen. Meine Nachbarin sagte mir, dass ich mit solchen Jobs in rund 50 Jahren dann eine Minirente bekäme und ich dann auch Grundsicherung beantragen müsste. Auch während des Berufslebens würde ich evtl. Zuschüsse benötigen. Also: Ich bekomme derzeit knapp 900,00 Euro als Hartz IV Empfänger, meine Nachbarin bekommt das nach 50 Jahren ebenso. Im Beruf bekomme ich nur 100,00 Euro bis 150,00 Euro mehr. Und als Rentner bekomme ich wieder nur die Grundsicherung. Ich bin irritiert und fühle mich mit knapp 20 Jahren schon total ausgeschlossen. Dieses System aus geringen Einkünften, Hartz IV und Mini-Renten ist doch total bescheuert. Meine Frage an dieses Forum: Wie komme ich aus diesem Dilemma raus? Frank S.

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo Frank S,

bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung zu Fragen der Arbeits- oder Ausbildungsplatzsuche nicht abschließend positionieren kann.

Fakt ist jedoch, dass bei ALG II auf jeden Fall keine Rentenanwartschaften erworben werden.

Daher können wir Ihnen nur den Rat geben, sich bei der Agentur für Arbeit beraten zu lassen. Auf jeden Fall wird eine größtmögliche Flexibilität hierbei sicherlich kein Fehler sein. So besteht zumindest eine Chance, dass sich an Ihrer Situation etwas verändern könnte und damit auch einen langfristig positiv Effekt auf Ihren späteren möglichen Rentenanspruch hätte.

Deutsche RentenversicherungSie möchten persönlich beraten werden?Beratungsangebote der Deutschen Rentenversicherung

16 Antworten

Lehreram 05.09.2017 | 10:50
Lernen Lernen Lernen Arbeiten Arbeiten Arbeiten So geht es -- wenn man will!
???am 05.09.2017 | 11:17
Niemand in diesem Forum kann Ihnen eine vernünftige Empfehlung geben, was Sie tun können, um dieses Schicksal zu vermeiden. Dafür ist zu wenig bekannt, was Sie in Ihre jetzige Situation gebracht hat. Im Allgemeinen hilft eine gewisse Flexibilität bei der Suche nach einem Ausbildungs-/Arbeitsplatz (Wunschberuf, Wohnort). Unter lehrstellen-radar.de können Sie sich deutschlandweit über freie Ausbildungsplätze informieren. Vielleicht macht auch ein Studium Sinn? Das können nur Sie wissen. Fakt ist nur, das zum jetzigen Zeitpunkt ein Leben auf Alg II-Niveau noch kein unausweichliches Schicksal für Sie ist.
taxmanam 05.09.2017 | 11:47
dahin ziehen, wo es ausbildungsplätze gibt! oder job und fernstudium, fernlehrgang o.ä. zur weiterqualifizierung. gibt einiges an möglichkeiten.
taxmanam 05.09.2017 | 11:47
dahin ziehen, wo es ausbildungsplätze gibt! oder job und fernstudium, fernlehrgang o.ä. zur weiterqualifizierung. gibt einiges an möglichkeiten.
Claudiaam 05.09.2017 | 11:36
Ach, das würde ich nicht sagen. Ich habe nach meiner Ausbildung ganz normal gearbeitet, habe zwei Kinder bekommen (in der Zeit habe ich lediglich Pausen von ca. 10 Wochen gemacht) und gleich wieder los gerannt zur Arbeit. Ich habe zeitweise zwei (und auch kurze Zeit drei) Jobs gehabt und bekomme heute eine Rente von netto 1200 Euro. Ich kann nicht klagen, ich komme aus. Also, was lernen wir daraus? Arbeiten, arbeiten, vielleicht noch weiterbilden und wieder arbeiten.
bahnhofam 05.09.2017 | 12:52
Hallo, wie es in Zukunft bei Ihnen aussieht haben Sie ganz alleine in der Hand. Zur Not müssen Sie ihrem Ausbildungsplatz hinterher ziehen. Aber achten Sie drauf wie dieser Job nach der Ausbildung bezahlt wird. Gibt es Fortbildungsmöglichkeiten die sich ja dann auch irgendwann auf den Lohn auszahlen. Also ....Augen auf bei der Berufswahl! Und dafür sind Sie zuständig und nicht das Jobcenter. Bekommen Sie ihren Pöpes hoch und werden aktiv. Vielleicht ist auch ein Studium was für Sie oder Sie machen einen höherwertigen Schulabschluss. Alles ist besser als sich da auf dem Sofa selbst zu bedauern. Das System ist nicht an allem Schuld! Wie sagte schon Brecht: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Frank S.am 06.09.2017 | 10:01
Für 950,00 oder 1.000,00 Euro Netto??? Wie hoch ist dann die zu erwartende Rente? Wie könnte ich die gesetzliche Rente verbessern? Gruss Frank S.
Ernieam 06.09.2017 | 10:25
Man kann sich im Leben auch hoch arbeiten und den Job wieder wechseln... Direkt Chef werden ohne Berufserfahrung ist nunmal schwierig. Für Ihren weiteren beruflichen Werdegang ist ein schlecht bezahlter Job allemal hilfreicher als ALG II zu beziehen.
taxmanam 06.09.2017 | 11:05
wie gesagt: zieh dahin, wo es jobs gibt! und mit 19 schon von einer Hartz IV karriere träumen, sorry, sowas sind doch keine perspektiven! dann kann man sich auch gleich aufhängen!
Frank S.am 06.09.2017 | 11:13
Es stimmt was Sie schreiben. Ich habe mich in grösseren Städten beworben weil dort noch Ausbildungsplätze wären. Aber ich hätte dort keine Wohnung. In Hamburg hätte ich ein WG-Zimmer bekommen für 440,00 Euro Warmmiete. Eine bezahlbare Wohnung für einen Azubi ist nur noch eine Utopie in Großstädten. In der Ausbildung bekomme ich aber nur 720,00 Euro. Ist doch alles vollkommen sinnlos!
Frank S.am 06.09.2017 | 10:55
Die wenigen Leute aus meinem Bekanntenkreis die einen Job gefunden haben sind zu 80 Prozent befristet eingestellt. Den Job immer wieder zu wechseln ist normal. Ich kann keinen entscheidenden Vorteil gegenüber meinen 900,00 Euro als Alg II Bezieher erkennen. Frank S.
???am 06.09.2017 | 11:35
Es hat niemand geschrieben, dass Sie gleich in eine Großstadt ziehen müssen. Ausbildungsplätze gibt es auch in Klein- und Mittelzentren. Das mag für Sie vielleicht nicht so attraktiv sein, aber in den Lebenshaltungskosten normalerweise günstiger. Außerdem kann man auch als Auszubildender Bafög, Wohngeld oder, wenn's gar nicht reicht, Alg II beziehen.
taxmanam 06.09.2017 | 11:54
komisch, dass beispielsweise ein von mir betreuter flüchtlich null probleme hatte, erst ein praktikum zu machen und dann mit einer ausbildung anzufangen. und das mit anfangs nur sehr geringen deutschkenntnissen. ist zwar nicht vollkommen auf dem land, aber nur durch mehrmaliges umsteigen im öpnv erreichbar. also, wenn man eine ausbildung machen will, dann ergibt sich auch was, und dann muss man halt auch mal bahn-bus o.ä. in kauf nehmen. und keiner hat gesagt, du sollst nach hamburg ziehen. mein "vorschreiber" hat ja schon aufgezählt, was es an möglichkeiten gibt.
Ernieam 06.09.2017 | 13:01
Man kann sich im Leben auch hoch arbeiten und den Job wieder wechseln... Direkt Chef werden ohne Berufserfahrung ist nunmal schwierig. Für Ihren weiteren beruflichen Werdegang ist ein schlecht bezahlter Job allemal hilfreicher als ALG II zu beziehen.
Die wenigen Leute aus meinem Bekanntenkreis die einen Job gefunden haben sind zu 80 Prozent befristet eingestellt. Den Job immer wieder zu wechseln ist normal. Ich kann keinen entscheidenden Vorteil gegenüber meinen 900,00 Euro als Alg II Bezieher erkennen. Frank S.
Wie gesagt, das Zauberwort ist "hocharbeiten". Auch wenn das Geld erstmal kaum höher als ALG II ist, langfristig ermöglichen Sie sich eine gute Perspektive. Jammern bringt Sie nicht weiter...
Schadeam 06.09.2017 | 14:23
Sie haben die Wahl: 1) Arbeit suchen, arbeiten, das Leben aktiv in die Hand nehmen, in meinem Landkreis gibt es im Handwerk noch viele unbesetzte Ausbildungsplätze, Oder 2) weiter den Arsch auf dem Sofa plattdrücken, rumhängen, Daily Soaps glotzen, xSozialkohle abgreifen, nichts tun und am besten noch als "abgehängter Ossi" die AFD wählen....und in 40 Jahren jammern wie übel Ihnen das Leben doch mitgespielt hat
taxmanam 07.09.2017 | 07:34
Zitat von Schade anzeigenausblenden
so mancher spekuliert wohl auch auf die gelegenheit, da sich selbst zur schau zu stellen (s. hartz und herzlich!!!) und einen fuffi zu kassieren, natürlich am amt vorbei! Junge, junge ...natürlich sind ausbildungs- und arbeitsplätze nicht immer da, wo die arbeitskräfte sind. dann muss halt der berg auch mal zum propheten. mit jammern ist keinem geholfen. und die folgen hat der experte ja auch dargelegt.
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