Ihre-Vorsorge Logo
Zurück
Experten-Antwort

Altersteilzeit und Schwerbehinderung

von Delfinin14.02.2011 | 14:08
7001 Ansichten
4 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

Zur Experten-Antwort springen
Hallo, ich bin Baujahr 05/1953 und habe Ende 2006 meinen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen (vor Erhöhung der Altersgrenzen), der vom 01.06.2009 bis 31.5.2015 laufen sollte. Durch den frühzeitigen Abschluß hatte ich den "Vertrauensschutz", d. h., ich muß nicht bis 63 Jahren und 7 Monate arbeiten, sondern nur bis 63. Damals hatte ich eine Schwerbehinderung von 20 %, die für den Rentenbezug uninteressant ist. Bevor die Altersteilzeit begann, wurde ich schwerbehindert (60 %). Es wurde eine Vertragsänderung vorgenommen. Der neue Vertrag läuft vom 01.07.2009 bis 31.12.2013, da ich ja jetzt früher in Rente gehen kann. Mir wurde vom Rentenberater und vom Arbeitgeber gesagt, dass durch die Vertragsänderung (kein neuer Vertrag) leider der Vertrauensschutz nicht mehr zieht, ich muss also 7 Monate länger bis zur Rente warten. Das steht wohl auch in einem Gesetz oder Verordnung. Da ich das als ungerecht empfinde, frage ich euch, ob es vielleicht schon zu einem Urteil gekommen ist, das diese Regelung widerruft. Danke für eure Kommentare.

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Mit dem Ende 2006 abgeschlossenen Altersteilzeit-Arbeitsvertrages im

Sinne des Altersteilzeitgesetzes bestimmt sich Ihre Altersgrenze für die

vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente für langjährig Versicherte

nach Absatz 3 des § 236 SGB 6. Danach konnten Sie (Jahrgang 1953) diese

Altersrente ab dem vollendeten 62. Lebensjahr vorzeitig in Anspruch nehmen.

Deshalb haben Sie auch in Ihrem ersten Altersteilzeit-Arbeitsvertrages

das Ende der Beschäftigung auf den Monat der Vollendung des 62.

Lebensjahres (Mai 2015) festgelegt.

Diese Regelung sichert Ihnen jedoch nicht automatisch den

Vertrauensschutz auf die vorgezogene Inanspruchnahme einer Altersrente

für schwerbehinderte Menschen. Nach § 236 a SGB 6 ist die vorzeitige

Inanspruchnahme dieser Altersrente für Ihren Geburtsjahrgang erst mit

Vollendung des 60. Lebensjahres und 7 Monaten möglich. Von der Anhebung

der Altersgrenzen jedoch ausgenommen sind die Versicherte, die am

01.01.2007 als schwerbehinderte Menschen anerkannt waren, vor 1955

geboren sind und vor dem 01.01.2007 einen Altersteilzeit-Arbeitsvertrag

im Sinne des Altersteilzeitgesetzes vereinbart haben oder Anpassungsgeld

für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben.

Nach Ihrer Schilderung ist zu vermuten, dass Sie die Voraussetzung

„anerkannte Schwerbehinderung am 01.01.2007“ nicht erfüllen, so dass Sie

frühestens mit dem vollendeten 60. Lebensjahr plus 7 Monate diese Rente

beziehen können. Ihr Altersteilzeit-Arbeitsvertrag wurde dementsprechend

geändert.

Deutsche RentenversicherungSie möchten persönlich beraten werden?Beratungsangebote der Deutschen Rentenversicherung

3 Antworten

Luisaam 14.02.2011 | 16:03
ein Urteil dazu kenne ich nicht, aber vllt weiß da noch jmd was dazu... Finde es aber ehrlich gesagt, nicht ungerecht. Als es die Anhebung der Altersgrenzen gab, hattest du einen GdB von 20 % u. damit gar keinen Anspruch auf eine Rente für schwerbehinderte Menschen, wie kannst du also auf diesen Rentenbeginn "Vertrauen" aufbauen?! Der Vertrauensschutz ist dafür gedacht, dass diejenigen, die bereits einen ATZ-Vertrag unterschrieben (etc.) haben, nicht plötzlich 1-x Monate Lücke bis zum "angehobenen" Rentenbeginn überbrücken müssen. Dies ist bei dir doch nicht der Fall, du kannst durch deinen GdB wie du selbst schreibst, früher als gedacht in Altersrente gehen...
RFnam 14.02.2011 | 17:18
Für jede Altersrente wird der Vertrauensschutz gesondert geprüft. Offenbar hatten Sie vor, nach der ATZ ab 01.06.2006 zum frühestmöglichem Zeitpunkt (mit Abschlägen) ab 01.06.12015 in die Altersrente für langjährig Versicherte zu gehen. Für diese Rente besteht Vertrauensschutz, weil der Vertrag über die ATZ vor dem 01.01.2007 abgeschlossen wurde. Der Vertrauensschutz für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bedingt, dass vor dem 01.01.2007 ein GdB von mindestens 50 zugesprochen wurde. Das ist hier offenbar erst später der Fall, so dass es für diese Rente keinen Vertrauensschutz gibt und Sie diese Rente frühestens erst ab 01.01.2014 antreten können. Ausserdem haben Sie den Vertrauensschutz, dass bei Ihnen die Regelaltersgrenze nicht angehoben wird, Sie können also mit 65 die Regelaltersrente beanspruchen.
KSCam 14.02.2011 | 17:47
Sie schreiben einerseits dass Sie 7 Monate länger bis zur Rente warten müssen und andererseits können Sie nun als Schwerbehinderter schon zum 01.01.2014 statt wie geplant zum 01.06.2015 in Rente gehen. Sie gehen doch nun früher und nicht später in Rente - worin sehen Sie also eine Schlechterstellung? Nachvollziehen kann ich Ihr Problem nicht, zumal ich immer dachte man unterschreibt den ATZ Vertrag eigenständig als freier Mensch. Wenn Ihnen das nicht gefällt, hätten Sie doch ATZ nicht unterschreiben brauchen?
Deutsche Rentenversicherung
Sie erhalten Antworten von erfahrenen Expertinnen und Experten der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Wichtige Hinweise

Ihre Einträge sind öffentlich und können von jedem gelesen werden. Bitte geben Sie daher keinesfalls persönliche Daten an.

Verzichten Sie auf politische Diskussionen. Dieses Forum soll schnell und unkompliziert helfen und ist kein Diskussionsforum.

Achten Sie auf einen friedlichen und respektvollen Umgang ohne Anfeindungen, Unterstellungen und Provokationen jeglicher Art.

Bleiben Sie beim Thema Rente, Altersvorsorge oder Reha. Bei Fragen etwa zum Arbeitslosengeld, zur Krankenversicherung oder bei Steuerfragen müssen unsere Experten leider passen.

Keine Bewertungen, Empfehlungen oder Beratungen zu einzelnen Produkten, Anlageformen etc. Unsere Experten dürfen grundsätzlich nur allgemein und produktunabhängig beraten.

Bitte beachten Sie die weitergehenden Informationen und Nutzungsbedingungen.

Weitere Links


Interessante Artikel

Informationen, Schwerpunkt-Themen und Interviews zu gesetzlicher Rente, privater wie betrieblicher Altersvorsorge sowie Finanzen und Gesundheit.
Time
12 Minuten

Eine neuartige Investment-Form soll das Beste aus zwei Welten vereinen: niedrige Kosten und aktives Fondsmanagement. Doch können die aktiv verwalteten ETFs dieses Versprechen einlösen? Ein Wegweiser.

Time
11 Minuten

Wer sein eigener Chef wird, muss vieles planen und organisieren – auch die Altersvorsorge. Für manche Berufsgruppen ist die gesetzliche Rentenversicherung Pflicht, für andere freiwillige Option. Ein Überblick über die verschiedenen Vorsorge-Varianten.

Time
7 Minuten

Der 99,99-Prozent-Trick bei der Pflege durch Angehörige, die Altersrente beziehen, soll auslaufen. Warum sich für pflegende Angehörige der Aufschub des Rentenantrags lohnen kann.

Time
7 Minuten

Ein diabetischer Schock oder die Ohnmacht nach dem Bürokaffee: Was wie eine Privatsache wirkt, kann mitunter einen dienstlichen Hintergrund haben. Diese Urteile zeigen die wichtigsten Regeln und mögliche Ausnahmen.

Time
13 Minuten

Die Riester-Rente ist bald Geschichte. Von 2027 an gilt die neue staatliche Förderung für die private Altersvorsorge. Aber was tun mit dem alten Vertrag? Ein Wegweiser.

Time
10 Minuten

Bei Rentnern mit versicherungspflichtigem Job wurde zuletzt der „Teilrenten-Trick“ zunehmend beliebter: Sie verzichten auf nur 0,1 Promille ihrer Rente, um ihren Anspruch auf Krankengeld zu sichern. Ab 2027 klappt das nicht mehr. Bei der Rentenversicherungspflicht bleibt die 99,99-Prozent-Teilrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze jedoch weiterhin nützlich.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026