zu den postings in diesem thread möchte ich nun doch einige Anmerkungen machen:
1. Das Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht.
2. Niemand arbeitet ohne Grund, nur auf eigenen Wunsch, in einer WfbM statt auf dem ersten Arbeitsmarkt.Vor Arbeitsaufnahme ist ein umfangreiches Verfahren erforderlich, neben dem ein Rentenantrag ein Spaziergang ist. Unter anderem ist der Nachweis erforderlich, dass ein Minimum an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbracht werden kann. Ist das nicht möglich, wird in die Tagesförderstätte verwiesen, in der keinerlei Rentenansprüche erworben werden können. Das Recht auf Arbeit in der WfbM wird alle zwei Jahre mit einem riesigen bürokratischen Aufwand überprüft - übrigens auch dann, wenn sich an der Behinderung nichts geändert hat.
3. Die Tätigkeit in einer WfbM ist ARBEIT, bei der die Menschen mit Behinderung in der Regel ihr möglichstes als Leistung erbringen.
4. Die "Entlohnung" für diese Arbeit im Rahmen einer 38.5 Std-Woche bewegt sich zwischen 70 und 250 Euro. Niemand kann davon leben; alle müssen ergänzende Sozialleistungen beantragen. Sozialarbeiter geraten regelmäßig in Erklärungsnot einem Vollzeitberufstätigen zu erklären,warum trotz regelmäßiger Arbeit das Geld zum Leben nicht reicht. Vielfach wird darauf hingewiesen, dass mit Beginn der Rente sich alles ändert, der Mensch mit Behinderung nicht mehr Sozialleistungen beziehen muss, die Einzahlung in die Rentenkasse auf dem Durchschnittslohn basiert. So entsteht dann die Enttäuschung des Verfassers dieses Threads.
5. Ich wünsche keinem Menschen, auch nicht den völlig respektlosen Postern in diesem Thread, je in die Lage zu kommen, dass die eigene Arbeitsleistung so wenig anerkannt wird, dass der Lohn dafür niemals zum Leben auf Sozialhilfeniveau reicht.
Schlussbemerkung: Meine mehrfach behinderte Tochter faltet in der Wäscherei einer Behindertenwerkstatt Wäsche in der Wäscherei. Sie gibt ihr Bestes, ist stolz auf ihre Arbeit und erhält dafür 125 Euro im Monat. Ich bin froh, dass sie so stark geistig behindert ist, dass sie nicht begreift, dass sie ihren Lebensunterhalt davon nicht decken kann. Wir als Eltern sind stolz auf unsere Tochter, die so fleissig und zuverlässig ihrer Arbeit nachgeht.
Vielleicht bringt der Text den einen oder anderen zum Nachdenken.....