Nachdem ich nun seit über einem Jahr seitens des Jobcenters für < 3 h /Tag arbeitsfähig begutachtet wurde, wurde ich nun aufgefordert einen Reha-Antrag zu stellen. In diesem Zuge steht jetzt die Begutachtung beim sozialmed. Dienst der DRV an.
Ich mache mir Sorgen, dass das in die falsche Richtung gehen könnte. Ich habe insgesamt schon eine 15-jährige Leidensgeschichte, hauptsächlich sind ausgeprägte Erschöpfungszustände das Problem, die weiter voranschreiten. Da man damals (wie auch heute) durch Standarduntersuchungen nichts hat finden können, "einigte" man sich auf eine somatoforme Störung, mit entsprechenden Therapieversuchen inkl. einem 10 wöchigen Aufenthalt einer psychosomatischen Klinik. Damals wurde ich zwar kränker entlassen als ich hingegangen bin, laut Bericht sei ich aber voll arbeitsfähig gewesen, leide nur an einer schweren somatoformen und hypochondrischen Störung (das war vor 10 Jahren).
Glücklicherweise bin ich dann im Verlauf auf fähige Ärzte gestoßen, die eine chronische Immunaktivierung nachweisen konnten. Ganz aktuell habe ich von einem Neurologen hier die Diagnose "Chronic Fatigue Syndrom" und von einem immunologisch spezialisierten Labormediziner den Nachweis, "dass da etwas ist, und Sie sich das nicht einbilden". Mein hausärztlich tätiger Internist sieht die ganze Zeit schon verschiedene chronische Infektionen als Ursache an, was sich jedoch nicht sicher belegen und auch schwer behandeln lässt.
So wie ich mitbekommen habe, wird das Chronic Fatigue Syndrom gutachterseits im Sinne einer somatoformen Erkrankung begutachtet mit dementsprechenden therapeutischen Konsequenzen (psychosomat. Reha mit Aktivierung). Jetzt habe ich die Sorge, dass diese ganze Kaskade an Fehldiagnosen wieder aufgewärmt wird.
Zudem will der Neurologe eine experimentelle Immuntherapie beantragen (bisher gibt es keine Therapie fürs CFS), was leider schwierig sein wird überhaupt bewilligt zu bekommen. Da ich nicht weiß, wer das zu bewilligen hat und auf welche Akten diese Person Zugriff hat, habe ich Sorge, dass man da auch ein Gutachten oder Rehabericht der DRV zu Gesicht bekommen kann, was dann eine Steilvorlage wäre, die Immuntherapie abzulehnen (weil ja alles eh psychisch ist).
Daher hatte ich überlegt, ob es sinnvoll ist, zum Gutachtentermin einen Zeugen mitzunehmen und in dessen Gegenwart dem Gutachter einige Fragen zum CFS bzw. Immunologie zu stellen. Denn nach meinem Verständnis muss beim Gutachter prinzipiell auch das Fachwissen zur begutachtenden Erkankung vorhanden sein. Dass dies der Fall ist, kann man aber so gut wie ausschließen, denn es ist immunologisches Spezialwissen. Sollte das Gutachten dann so ausfallen, dass ein CFS im Sinne einer somatoformen Störung vorliegt, so ist es ggfs. in einem späteren Widerspruchsverfahren denke ich sinnvoll, wenn man einen Zeugen hat, der bei der Untersuchung zugegen war.
Andererseits dürfte das von Anfang an einen negativen Eindruck auf den Gutachter machen, wenn man da schon mit Zeugen ankommt.
Sorry, für den langen Text, aber ich weiß einfach nicht, wie ich mich am besten verhalten soll.