Hallo Schubbi,
Lebensversicherungen werden sogar von der Finanzaufsicht gezwungen, das Geld ihrer Kunden dort anzulegen, wo es als „besonders sicher“ gilt. Und was gilt als besonders sicher? Natürlich vor allem Staatsanleihen (und andere Anleihen mit guten Ratings). Dabei pfeifen es schon alle Spatzen von den Dächern, daß es heute kaum etwas gibt, das noch unsicherer ist. Aber der Staat hat natürlich ein Interesse daran, daß das Geld der Bürger weiter schön zu ihm hinfließt und daß die gesetzte Ordnung möglichst lange erhalten bleibt (auch wenn unterdessen klar ist, daß sie unhaltbar ist, das System fährt gegen die Wand). Staat und Finanzbranche sind sozusagen fest verheiratet, u.a. schreiben ja auch Lobbyisten an den Gesetzestexten mit.
Der Staat traut dem Bürger eine eigenverantwortliche Altersvorsorge nicht zu, deshalb wird alles so überreglementiert, daß die Renditen unter den Kosten völlig versinken. Es gibt ja auch viele Menschen, die mit Geld nicht gut umgehen können und ihr gesamtes Einkommen ausgeben, die nicht sparen können. Aber wer es kann, kann auch selber für sein Alter vorsorgen.
Vermietete Immobilien sind in einer Weltwirtschaftskrise, auf die wir vermutlich zusteuern (wenn wir nicht schon mittendrin sind), nicht sehr zu empfehlen. Die Mieten werden nicht mit der Inflation Schritt halten, weil auch die Gehälter nicht Schritt halten. Und der Staat hat kein Interesse daran, daß die halbe Bevölkerung obdachlos wird. Also werden die Mieten gedeckelt, ob der Vermieter noch über die Runden kommt, interessiert dann weniger.
Eine eigengenutzte Immobilie hat gewisse Vorteile (ich habe auch eine). Ich bereue aber sehr, daß ich meine Immobilie auf Kredit gekauft habe, damit verbrennt man viel Geld. Wenn ich es nochmal zu entscheiden hätte, würde ich erst dann kaufen, wenn ich das Geld zusammengespart habe, und zwar mit hochrentierlichen Investitionen (in Aktienfonds) oder zumindest mit sehr hoher Eigenkapitalquote. Wer noch jung ist, hat eine lange Ansparzeit für das Ratensparen in Aktienfonds. Das relativiert stark die Schwankungsrisiken. Wie gesagt: ein Aktiencrash ist sogar gut für Ratensparen – wenn es danach wieder aufwärts geht. Und darauf vertraue ich. Deutschland ist ein starkes Land. Wenn wir uns der Fesseln entledigt haben, wird es wieder aufwärts gehen.
Falls Du Interesse an mehr Austausch hast, würde ich Dir vorschlagen, Dich bei der Finanzuni zu registrieren und im Forum eine Frage zu stellen. Ich schreibe da zwar kaum noch, bin aber noch registriert.
Hier noch ein paar Link-Empfehlungen:
www.das-bewegt-die-welt.de (die Must Read-Artikel erklären gut unser Geldsystem und dessen Folgen)
www.hartgeld.com (der Klassiker unter den geldsystemkritischen Seiten, allerdings sehr polemisch und politisch unkorrekt, und man darf nicht alle Aussagen und vor allem die Prognosen ganz wörtlich nehmen)
http://klarblick.blogspot.com
www.krisenvorsorge.com (hier gibt es einen kostenlosen Ratgeber zum Thema Finanzkrise und Krisenvorsorge)
Diese Links sind in diesem Umfeld hier etwas gewagt, und ich hoffe, sie schrecken Dich mit ihren knallharten deutlichen Aussagen nicht ab. Aber vielleicht probierst Du es mal und läßt die Artikel dort langsam auf Dich wirken. Es braucht Zeit, die einseitige Beeinflussung, der wir alle seit Kindheit unterliegen, rückgängig zu machen.
„Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – das sagte schon Kant. Für die finanzielle Vorsorge gilt das unbedingt.
Ich freue mich sehr, daß ich Dir helfen konnte. Früher habe ich hier öfter geschrieben und überwiegend Unverständnis und viel Spott geerntet. Damals wollte niemand hören, daß Staatsschulden zukünftig ein Problem darstellen könnten. Nun, die Zukunft ist sehr schnell gekommen. WIR sind die Generation, die ausbaden muß, was Generationen von Politikern an unbezahlbaren Wohltaten über dem Wahlvolk ausgeschüttet haben. Wir bezahlen entweder mit einer Währungsreform mit Währungsschnitt (also Abwertung von Sparguthaben) oder über Inflation.
Wenn man Schulden macht, nur Zinsen zahlt, aber keine Tilgung, und bei Fälligkeit der Schuld einfach eine neue noch viel größere Schuld aufnimmt, für die man auch wieder nur Zinsen zahlt, aber nie Tilgung – wie nennt man das? Beim Bürger nennt man sowas betrügerischen Bankrott oder bei Unternehmen Konkursverschleppung. Der Staat macht genau das seit Jahrzehnten! Da gilt es als normal.
Unser Staat hat offiziell 1,8 Billionen Euro Schulden. Die kann niemals jemand zurückzahlen. Man wird auf alle greifbaren Vermögen der Bürger zugreifen, um einen Teil der Schulden zu bezahlen, danach sind dann die Bürger bankrott und der Staat beginnt mit einem neuen Papierschuldgeld das Spiel von vorne – bis es in ca. 50-70 Jahren erneut crasht.
Überlege Dir das nochmal mit den Edelmetallen. Am Anfang fühlt es sich „komisch“ an, weil wir alle darauf konditioniert sind, es abzulehnen. Kein Wunder! Gold ist der größte Feind der Finanzbranche und der Wohlfahrtsstaaten, aber der beste Freund der Freiheit. :-) Gold und Silber setzen dem Kettenbriefsystem des Papierschuldgelds ein Ende.
Der frühere FED-Chef Alan Greenspan hat 1966 genau diese Funktion von Gold beschrieben (leider hat er sich später nicht dementsprechend verhalten):
http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=96
Zitat daraus:
„Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die "versteckte" Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wenn man das einmal verstanden hat, ist es nicht mehr schwer zu verstehen, warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind.“
Wir sind in der „Matrix“ des Papierschuldgeldsystems gefangen. Draußen in der Wirklichkeit scheint es zunächst rauher zu sein, aber es ist das echte Leben.
Viele Grüße,
Maria L.
P.S. Ich kenne übrigens sehr nette Versicherungsverkäufer. Leider ist den meisten von ihnen selber nicht bewußt, was sie ihren Kunden verkaufen.