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Experten-Antwort

Direkt Erwerbsminderungsrente statt Reha

von werder4716.11.2020 | 16:26
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13 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hallo Ich beziehe seid 1 Jahr Krankengeld. Hatte Chemo wegen Krebs und eine Operation. Nun wurde ich von der KK aufgefordert einen Rehaantrag zu stellen. Dieser wurde auch sofort genehmigt und ich soll für 3 Wochen in Reha. Ich bin 62 Jahre alt, habe einen GDB von 80 und 47 Beitragsjahre in der Rentenversicherung. Ich denke das die Reha nicht dazu beiträgt das ich wieder arbeiten gehen kann. Ich würde lieber direkt in die volle Erwerbsminderungsrente gehen. Würde diesem auch zustimmen. Meine Frage wäre, geht das und an wen müßte ich mich dann wenden.

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

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Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo werder47,

es ist auf jeden Fall möglich, schon jetzt direkt einen Antrag auf EM-Rente zu stellen und das in einem Telefonat mit der zuständigen Sachbearbeitung zu erklären, wäre sicher auch nicht verkehrt. Wie dann aber entschieden wird, kann ich von hier aus nicht einschätzen - möglicherweise wird trotzdem der Grundsatz "Reha vor Rente" vorrangig beachtet. Inwieweit die Krankenkasse hier ein Problem haben könnte, kann ich auch nicht einschätzen - dort dürfte es letztlich egal sein, aus welchem Grund die KG-ZAhlung endet, nur absprechen müssten Sie das wohl schon, da Ihr Dispositionsrecht durch die Aufforderung eingeschränkt ist.

Bitte beachten Sie aber, dass sich die Höhe der Abschläge am Rentenbeginn orientiert und der könnte durchaus in der Vergangenheit liegen.

Ich würde Ihnen empfehlen, sich zunächst telefonisch an eine Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rententrägers zu wenden und dort Ihr Anliegen individuell zu klären - dabei kann man dann auch besser auf die möglichen finanziellen Auswirkungen eingehen (und ggf. auch den Antrag aufnehmen bzw. einen Termin dafür vereinbaren).

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12 Antworten

Antwortam 16.11.2020 | 16:39
Ihre Meinung und Einschätzung zählt bei der DRV aber nicht. Sie haben eine Reha genehmigt bekommen, in der auch Ihre Erwerbsfähigkeit beurteilt wird. Sie können die Reha natürlich auch ablehnen und einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Wie sich die DRV dann verhält, ist jedoch nicht abschätzbar.
Siehe hieram 16.11.2020 | 16:55
Da die Reha bewilligt wurde, sieht die DRV offensichtlich (aufgrund der bisherigen Arztbefunde) eine Chance, dass die Reha Ihren Gesundheitszustand doch verbessern könnte. Insofern sollten Sie diese auch antreten. Jetzt einen EM-Rentenantrag zu stellen wird dann vermutlich gar nicht beachtet, denn es gilt 'Reha vor Rente'. Als Alternative könnten Sie die vorgezogene Altersrente für Schwerbeschädigte in Anspruch nehmen, die Ihnen seit 2019 zusteht. Der Abschlag wäre dann auch 10,8 %, allerdings natürlich ohne die Zurechnungsjahre, die es bei der EM-Rente geben würde. Da aber die Krankenkasse aufgefordert hat, ist Ihr Dispositionsecht wohl eingeschränkt (muss in dem Schreiben der KK stehen), so dass Ihnen ohne Rücksprache mit dieser gar keine 'freie Wahl' bleibt. Es bleibt Ihnen also wohl nur, das 'Procedere' mitzumachen und dann zu schauen, was dabei rauskommt. Alles Gute!
Janaam 16.11.2020 | 18:02
Genießen sie die Reha und nehmen sie sie um fitter zu werden. Sie haben ja noch viele Jahre hoffentlich vor sich. In Rente gehen Sie doch auch so bald.
Werder47am 16.11.2020 | 18:02
Also denken Sie nicht das es was bringt wenn ich der Rentenversicherung schreiben und bitten würde den Reha Antrag in einen Erwerbsminderungsrentenantrag um zu wandeln. Wird in der Reha denn von den Ärzten entschieden ob mir eine Erwerbsminderungsrente zustehen würde
W°lfgangam 16.11.2020 | 18:35
Hallo Werner47, wäre zunächst meine 1. Wahl, wenn ich es rein finanziell sehe/wo stehen Sie aus dieser Sichtweise besser da ...sofern Krankengeld höher wäre, als eine schon bewilligte EM-Rente *). Ggf. ist dabei aber auch - EM-Rente + eine betriebliche Altersversorgung - das in Summe zu betrachten. *) die EM-Rente würde aktuell eine Zurechnungszeit bis 65+10 erhalten, dürfte damit sogar höher sein, als eine Altersrente mit erforderlichen GdB50. > Ich würde lieber direkt in die volle Erwerbsminderungsrente gehen. Würde diesem auch zustimmen. Da spielt Ihre KK sofort mit! Und Sie haben diese 'Querelen' mit Reha/was bringt es für mich noch, nicht. Lassen Sie sich dann bei der nächst möglichen Beratungsstelle für den EM-Antrag registrieren und legen Sie der KK die Bescheinigung über die Antragsstellung vor - die lässt Sie dann bis zur Entscheidung in Ruhe. Gruß w.
Klaroam 16.11.2020 | 22:46
Sie beziehen seit mehr als einem Jahr Krankengeld. Damit dürfte dieses demnächst auslaufen oder ist bereits ausgelaufen? Das erwähnte Dispositionsrecht bezieht sich alleinig auf das Aussetzen des Krankengeldes was erst 10 Wochen nach Aufforderung erfolgt. Also 2,5 Monate nach Zugang der Aufforderung. Beziehen Sie kein Krankengeld mehr entfällt auch das Mitspracherecht der KK. Insofern ist es dann egal was Sie tun oder nicht. Rückwirkend kann Ihnen niemand etwas wegnehmen. Weiterhin ist es natürlich möglich einen EM Rentenantrag zu stellen, die entsprechenden Abzüge sollten Sie beachten. Die KK hat kein Recht Ihnen vorzuschreiben welche Anträge Sie stellen oder nicht bei der Rentenversicherung. Da jeder EM Rentenantrag auch eine Prüfung der Rehamöglichkeiten beinhaltet halten Sie in allen Fällen die Aufforderung ein. Weiterhin geht es der KK alleinig um Geld. Bewilligt man Ihnen eine EM Rente umso besser für die KK, kann diese dann vielleicht noch Erstattungen geltend machen. Die Frage ist also ist es Ihnen wert ggf auf 10,8% zu verzichten? Wenn ja dann Feuer frei und stellen den Rentenantrag für EM Rente bzw für vorgezogene Altersrente für schwerbehinderte.
Werder47am 17.11.2020 | 08:24
Mein Krankengeld läuft noch bis April 2021. Erwebsminderungsrente hätte ich bei Eintritt Febr.2021 2,7% Abzüge. Die Reha ist schon bewilligt und soll Januar 2021 sein. Meine Frage wäre. Kann ich mich mit der Rentenversicherung in Verbindung setzen und sagen das ich keine Reha möchte, sondern direkt in die Erwerbsminderungsrente gehen. Würde die Rentenversicherung dem zustimmen? In die Regelaltersrente hätte ich bei Eintritt April 2021 6% Abzüge. Dies wäre die Rente für schwerbeschädigte. Erwerbsminderungsrente vor Reha deshalb, weil ich nicht glaube das eine Reha helfen wird das ich wieder arbeiten kann. Ich bin 47 Jahre berufstätig. Ich möchte mir nach den ganzen Krankenhausaufenthalten wegen Chemo und Op nicht noch wieder 3 Wochen von zu Hause weg.
franticam 17.11.2020 | 17:13
Versuchen Sie es doch einfach. Meiner Erfahrung nach sitzen bei der DRV auch einfach nur Menschen, die durchaus Empathie haben. Lassen Sie sich bezüglich der finanziellen Seite von der Beratungsstelle beraten. Und beantragen Sie EMR mit einem Begleitschreiben, in dem Sie genau die hier geschilderten Umstände erklären. Eventuell spart sich die DRV die Kosten für eine Reha wenn die EMR nur als "kurzfristige Überbrückung" dient. Wie entschieden wird, kann Ihnen hier niemand sagen. Antrag stellen, Brief beifügen und warten was passiert. Oder aber Sie überlegen, ob es die Möglichkeit einer ambulanten Reha gibt. Sie werden dann morgends abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht.
werder47am 26.11.2020 | 17:59
Habe den Termin für die Reha erhalten. Ich habe der Rentenversicherung geschrieben, das ich der Meinung bin das die Reha nicht dazu führen wird das ich wieder arbeiten kann und das ich einverstanden wäre wenn ich anstatt zur Reha direkt in die volle Erwerbsminderungsrente gehen könnte. Zumal ich in 22 Monaten in die normale Altersrente gehen könnte. Bin mal gespannt
werder47am 27.11.2020 | 11:51
Meinen Sie das wirklich das es jetzt so schnell gehen könnte. Wieso meinen Sie das ???
ATam 27.11.2020 | 12:07
Ironie....sie haben doch gar nicht selber zu entscheiden, ob sie eine Erwerbsminderungsrente bekommen. Aber tun so, als ob...Eine Krebsbehandlung führt glücklicherweise meistens nicht zur Erwerbsminderungsrente, meist nur, wenn eine unheilbare Situation eingetreten ist.
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