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Ehrenamt und EU Rente

von Cornelia12103.02.2016 | 16:35
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Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

Hallo, ich bekomme bis September diesen Jahres EU Rente aus gesundheitlichen Gründen. Der Gutachter hat damals ein Leistungsvermögen von 3 bis 4 Std. fest gestellt, aber aufgrund des Arbeitsmarktes, hat die DRV mir die volle EU Rente befristet angeboten. Ich habe es angenommen, obwohl mir eigentlich klar ist, dass ich gar nicht dauerhaft 3 Std täglich arbeiten gehen kann. Da es ein langer Kampf war, habe ich das dann vor 1,5 Jahren so angenommen. Jetzt habe ich die Möglichkeit im Ehrenamt Demenzkranke stundenweise zu begleiten. Das wird mit einer Aufwandsentschädigung von 8,50 Euro je Stunde vergütet. Heute wurde mir ein Mann vorgestellt, der 2 x 2 Stunden in der Woche betreut werden soll. Kann mir aufgrund dessen die EU Rente weg genommen werden (die vom Jobcenter noch etwas aufgestockt wird), wenn ich diese Betreuung annehme? Es geht dabei um Spazieren gehen, malen, unterhalten. Eine leichte Arbeit und für mich gut das ich auch mal raus komme. Kann die DRV dann sagen, ich hätte eine Nische gefunden, wo ich auch mehr Stunden arbeiten gehen muss und darauf hin die Rente streichen? Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich möchte gern meine Zeit sinnvoll einsetzen um anderen zu helfen. Natürlich ist der Hinzuverdienst auch gut, aber wenn ich dadurch meine Rente gefährde, muss ich es lassen. Über eine aufschlussreiche Antwort bin ich dankbar. Freundliche Grüße Cornelia

7 Antworten

Herz1952am 03.02.2016 | 19:13
Passen Sie bitte auf, da ein Stundenlohn von 8,50 Euro wahrscheinlich nicht zum "Ehrenamt" zählt, weil dies keine Aufwandsentschädigung mehr ist (sein kann). Schauen Sie, wie Sie rentenunschädlich lt. Bescheid hinzuverdienen dürfen. Außerdem darf die tägliche Arbeitszeit 3 Std. nicht überschreiten und die Wochenarbeitszeit keine 15 Stunden, sonst wäre die volle Arbeitsmarktrente gefährdet. Es gäbe nur noch Teilrente (halbe EM-Rente). Das wäre allerdings bei den Bedingungen 2 x 2 Std. gegenstandslos. Außerdem könnte es sein, dass Ihr Arbeitgeber Sie in der Minijobzentrale anmelden müsste. Das Jobcenter könnte Ihnen den 100,-- Euro übersteigenden Betrag ebenfalls auf ALG II anrechnen. Bitte, auch dies berücksichtigen und beim JC nachfragen. Insbesondere wichtig, wenn es sich nicht als "ehrenamtlich" herausstellen sollte. Dies wäre bei der Tätigkeit in einem Haushalt wohl der Fall. Vielleicht ist es auch eine caritative Organisation. Aber aus Erfahrung weis ich, dass die weitaus weniger bezahlen, weil als steuerfreie Aufwandsentschädigung pro Stunde evtl. weniger gezahlt werden darf. Fragen Sie dort bitte auch nochmal nach, falls dies der Fall ist. Es könnte natürlich auch sein, dass diese Organisation auch im Rahmen eines Minijobs beschäftigt. Das wäre für Sie auch wie steuerfreie Einnahme. Das bräuchte dann auch kein "Ehrenamt" sein. Dann käme es allerdings auch auf das JC an. Hinzuverdienst dürfte bei 100,-- frei liegen. Der übersteigende Betrag würde dann (teilweise) angerechnet. Zur Info: Sie würden bei 4 Std. wöchentlich im Monat ca. 146,-- Euro verdienen. Ein Monat wird mit 4,3 Wochen gerechnet.
Cornelia121am 03.02.2016 | 17:32
entschuldigung, manchmal kommt man nicht auf die einfachsten Lösungen, wenn man Druck hat :( Vielen Dank, ich werde wohl die DRV noch mal direkt anschreiben.
dreikommaeinsam 03.02.2016 | 16:55
Schon einmal die Forensuche genutzt (Stichwort: "Ehrenamt") ? Die Frage wird hier einmal die Woche gestellt und (auch) aufschlussreich beantwortet.
Cornelia121am 03.02.2016 | 20:46
Ich bin über den Verein Haftpflicht und Unfallversichert angmeldet. Abrechnungen werden dem JC vorgelegt. Mit dem hatte ich schon Kontakt. Diue haben mich auch erst aufmerksam gemacht, dass ich vorsichtig sein muss, damit ich keine Probleme bekomme. Ich kann ja gar keine 15 Stunden arbeiten gehen. Zuerst ging es auch nur um 2 Std in der Woche, was mir auch erst mal reichen würden. Ob ich diese 4 Std schaffe, werde ich sehen. Ich möchte mich aber auch mit meiner Lebenszeit einbringen in die Gesellschaft. Gerade im sozialen Bereich fehlt es oft. Der Verein ist auf jeden Fall ein Ehrenamt,das mit der Vergütung war mir überhaupt neu, dass es bei einem Ehrenamt etwas gibt. Es sind bis zu 2400 Euro im Jahr steuerfrei. Ich habe an einer Schulung teilgenommen für ehrenamtliche Begleiterinnen, für die Betreuung von Menschen mit Gedächtnisstörungen (§45b SGB XI) Wenn da Geld angerechnet werden würde, oder wird, dann wäre mir das egal. Mir geht es ja nur darum, dass mir nicht die Rente entzogen wird, weil die vielleicht denken, ich kann auch mehr arbeiten als diese 4 Std wöchentlich. Dem ist halt nicht so. Vielen Dank Herz1952, dass Sie trotzdem noch mal so ausführlich geschrieben haben. Einen schönen Abend für alle Cornelia
W*lfgangam 03.02.2016 | 20:54
Zitat von Herz1952 anzeigenausblenden
...es liegt gar kein Beschäftigungsverhältnis vor. 2 Links mit weiterführenden Infos: https://www.wegweiser-demenz.de/informationen/betreuung-und-pfle… http://www.malteser-ehrenamt.de/malteser-einsatzfelder/ehrenamtl… Die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist grundsätzlich nicht mitteilungspflichtig zur DRV. Gruß w.
Cornelia121am 03.02.2016 | 21:06
http://www.familiengesundheit21.de/demenz-hilfe-allgaeu.html Das ist der Verein über den ich die Schulung gemacht habe.
Herz1952am 04.02.2016 | 13:06
Hallo Cornelia121, ich bin auch deshalb auf die Vergütung bekommen, weil unsere Sohn in seinem "Ehrenamt" nur 1,50 Euro/Stunde bekam. Es war aber wohl kein "echtes Ehrenamt", da die Möglichkeit wohl bestand, dass die Stundenzahl theoretisch nicht begrenzt war. Ich vermutete damals schon, dass deswegen nur 1,50 Euro für 1 Std. Auto-Waschen bezahlt wurde. Er konnte allerdings auch keine 3 Std. arbeiten, weil er auch aus gesundheitlichen Gründen volle EM-Rente auf unbestimmte Dauer hat. Das war übrigens genau in "Ihrer Region" Memmingen/Allgäu. Als Grundsicherungsempfänger hätte er nur 30 % von einem "normalen" Verdienst nicht angerechnet bekommen. Aber Aufwandsentschädigungen sind auch bei Grundsicherung bis 200,-- Euro frei. Ich hatte schon vermutet, dass Sie es nicht wegen des Geldes machen. Es ist gut, dass es Menschen wie Sie gibt. Ich war im letzten halben Jahr auch auf die Hilfe ehrenamtlicher Hilfe angewiesen, da ich aus gesundheitlichen Gründen 6 Monate "Fahrverbot" hatte, weil mein Defi eingreifen musste. Trunkenheit am Steuer hätte nur 3 Monate "eingebracht" (smile). Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihr Amt.
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