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Experten-Antwort

Reha-Abbruch wegen unzumutbarer Zustände und gesundheitlicher Verschlechterung – wie vorgehen?

von Miriam16.01.2025 | 07:45
2056 Ansichten
5 Antworten
Hallo zusammen, ich bin seit gut einer Woche in einer orthopädischen Reha-Einrichtung und fühle mich hier absolut unwohl. Die Zustände wirken sich nicht nur negativ auf mein Wohlbefinden, sondern auch auf meinen Gesundheitszustand aus. Bauliche und hygienische Probleme: Mein Zimmer ist komplett verschimmelt, und in den Therapieräumen gibt es massive Feuchtigkeitsschäden. Die Tapeten splittern ab, Fußleisten lösen sich, und die Räume wirken insgesamt sehr heruntergekommen. Durch den Schimmel hat sich meine Hautkrankheit spürbar verschlechtert. Als ich den Zustand angesprochen habe, kam ein Haustechniker, der mir mitteilte, dass die Schimmelbeseitigung erst erfolgen könne, wenn ich das Zimmer verlassen habe – also nach meiner Abreise. Dazu kam dann noch die völlig absurde Aussage: "Schön, dass Sie uns auf den Schaden aufmerksam gemacht haben, das hat bisher noch keiner getan." Das hat mich wirklich sprachlos gemacht. Gesundheitliche Verschlechterung: Noch schwerer wiegt für mich aber, dass sich mein Gesundheitszustand seit der Aufnahme hier stark verschlechtert hat. Vor der Reha ging es mir durch Physio- und Reha-Sport zu Hause deutlich besser, und ich konnte die Schmerzen gut kontrollieren. Seit ich jedoch hier bin, muss ich wieder täglich Schmerztabletten nehmen. Die Betten sind eine Katastrophe, und meine Schmerzen fühlen sich so an, als hätte sich mein gesamtes Krankheitsbild wieder verschlimmert. Ich habe das auch den Therapeuten mitgeteilt, aber meine Sorgen werden nicht ernst genommen. Stattdessen wird mir gesagt, dass das nur die Muskeln seien, was "normal" sei, weil hier viel gearbeitet wird. Selbst wenn es Muskelprobleme sind, geht es mir objektiv schlechter, und ich habe den Eindruck, dass meine Beschwerden einfach abgetan werden. Manchmal wirkt es fast so, als ob man nicht ernst genommen wird, weil man noch "zu fit" erscheint. Nur weil ich keine Krücken brauche oder noch keine Operation hinter mir habe, heißt das doch nicht, dass ich nicht ernsthafte Probleme habe – genau das möchte ich doch durch die Reha verhindern! Meine Fragen: Ich spiele mit dem Gedanken, die Reha abzubrechen, weil ich nicht sehe, wie ich unter diesen Bedingungen gesund werden soll. Ich möchte anschließend erstmal nach Hause und eine neue orthopädische Reha-Maßnahme (stationär oder ambulant) beantragen. Wichtig ist mir, dass diese dann auch zeitnah bewilligt wird. Welche Möglichkeiten habe ich, eine neue Reha-Maßnahme zu beantragen und sicherzustellen, dass diese zügig genehmigt wird? Welche Schritte muss ich einleiten, und worauf sollte ich achten? Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder Tipps, wie ich weiter vorgehen kann? Vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung.

1 Experten-Antwort

Experten-Antwortam 16.01.2025 | 08:51

Guten Morgen Miriam,

 

sofern Sie von Ihrer Krankenkasse zur Antragsstellung aufgefordert worden sind und in Ihrem Dispositionsrecht eingeschränkt wurden, könnte ein Abbruch grds. schon negative Folgen haben, hier jedoch nicht seitens des Rentenversicherungsträgers, sondern seitens Ihrer Krankenkasse (Einstellung Krankengeld) - hierzu wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Krankenkasse.

Besprechen Sie doch Ihre Situation mit der Ärzten der Reha-Klinik vor Ort. Sollten Sie dann immer noch zu dem Schluss kommen, abzubrechen, teilen Sie dies bitte umgehend Ihrem Rentenversicherungsträger mit.

Bitte bedenken Sie zudem, dass bei Abbruch der Reha ein komplett neues Reha-Antragsverfahren notwendig ist. Ob dieses aus medizinischer Sicht erneut bewilligt wird und zu welchem Zeitpunkt dann eine Aufnahme in einer anderen Einrichtung erfolgen kann, kann vorab nicht beurteilt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

 

4 Antworten

Sozialdienstam 16.01.2025 | 07:55
Das ist ein sehr komplexes Thema. Und daher wäre es, auch wenn Sie sich durch Haustechnik und Physiotherapie vielleicht nicht ernstgenommen fühlen, sinnvoll, es vor Ort anzusprechen mit den Ärzten und dem Sozialdienst. Wahrscheinlich müssten Sie abbrechen und Reha neu beantragen. Das wird nicht so schnell gehen. Aber vielleicht können die Ärzte im Entlassbericht nochmal Physiotherapie, eventuell Ergotherapie, Rehasport usw. empfehlen. Beim neuen Antrag sollte Ihr Arzt zuhause Sie unterstützen. Aber wie gesagt: suchen Sie sich Hilfe beim Sozialdienst der Klinik und sprechen ab, was möglich ist, mit den Ärzten. Wir sind hier ein anonymes Forum.
xyam 16.01.2025 | 11:08
Dokumentieren Sie alles so gut wie möglich incl. Fotos/Videos. Fordern Sie die Verwaltung der Einrichtung auf, die Zustände sofort abzustellen (zumindest Schimmel), bzw. ein anderes, geeignetes Zimmer zu bekommen. Reden Sie mit den Ärzten vor Ort und nehmen Sie Kontakt mit der Krankenkasse auf. Alles schriftlich natürlich!
Eigeninitiative zeigen!am 16.01.2025 | 18:04
Ich glaube Ihnen nicht. In einem anonymen Forum wird schnell übertrieben und helfen müssen Sie sich schon selber. Ratschläge dazu haben Sie ja jetzt genug bekommen. Also aktiv werden und nicht unnütz an falscher Stelle jammern.
Und wenn es doch stimmt? ....am 11.09.2025 | 20:24
Eigeninitiative zeigen! schrieb

Ich glaube Ihnen nicht. In einem anonymen Forum wird schnell übertrieben und helfen müssen Sie sich schon selber. Ratschläge dazu haben Sie ja jetzt genug bekommen. Also aktiv werden und nicht unnütz an falscher Stelle jammern.

... dann sind die Empfehlungen hier zwar rechtlich typisch deutsch, aber die Reha hat ein gewaltiges Problem an der Backe. Aussagen wie z.B. "Schön, dass Sie uns auf den Schaden aufmerksam gemacht haben, das hat bisher noch keiner getan." könnte sehr wohl auf ein Verdrängen hinweisen und soweit ich Urteile bezüglich Schimmel in der Wohnung von vermieteten Räumen mitbekommen habe, wird da empflindlich dagegen vorgegangen
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