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Riester als Versicherungsprodukt

von PIGS und Riester = ein gutes Paar?02.05.2010 | 10:46
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6 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Bisher wurde hier Riester als bombensicher und als Renditeknüller schlechthin verkauft. So langsam kommen aber nun wohl doch Zweifel auf? Wie legen Banken und Versicherungen das Geld der Sparer an, um die "Sicherheit" zu garantieren? Kann man überprüfen, wie hoch ggf. der PIGS-Anleihenbestand ist? In Anbetracht der Finanz- und Eurokrise ist es doch wohl mal angebracht, seitens "Ihre Vorsorge" dazu Stellung zu beziehen bzw. entsprechende Recherchen zu betreiben. Man kann natürlich auch weiterhin das Hohe Lied der vermeintlichen Sicherheit singen und unbequeme Nachfragen mittels der Löschtaste bekämpfen. Amadé

Antworten der Moderation

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Moderation · 1Ihre Vorsorge

Hallo,

bezüglich der Frage nach der Sicherheit von Staatsanleihen weisen wir darauf hin, dass die europäischen Partner am vergangenen Wochenende umfangreiche Hilfen für Griechenland beschlossen haben, die der Stabilität des europäischen Wirtschaftsraumes dienen. Inwieweit griechische Staatsanleihen Produkten der Altersvorsorge beigemischt sind bzw. werden dürfen kann von dieser Stelle aus nicht beantwortet werden, dazu wenden Sie sich bitte an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (www.bafin.de) bzw. direkt an den Anbieter.

Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass man sich vor Vertragsabschluss über das Produkt ausreichend informiert und beraten lässt. Bei einer mündlichen Beratung sollte auf dem Beratungsprotokoll mit Aussage zum Anlagerisiko bestanden werden.

5 Antworten

-_-am 02.05.2010 | 19:30
Riesterprodukte sind das, was Kritiker schon lange verkündeten: Ein sehr gutes Geschäft für die Verkäufer, eine sehr teures Geschäft für den Staat, eine Katastrophe für die künftigen Rentner, die sich auf die Versprechen von Politikern verlassen. Wenn man hier ernsthaft etwas für die staatlich geförderte private Altersvorsorge hätte ausrichten wollen, wäre das auch durch die Deutsche Rentenversicherung und ohne hohe Provisionen möglich gewesen. Klientelpolitik ist eben nicht immer so unmittelbar zu erkennen, wie bei der Hotel-Mehrwertsteuer. Doch selbst da haben Politiker die Rechnung nicht begriffen: Die Gäste zahlen noch genauso viel wie vorher. Politisch gewollt war, dass die Hotelbetreiber dadurch höhere Einnahmen erzielen sollten. Aber das ist jetzt als Bumerang zurückgekommen: Für Geschäftsreisende, die Hotelpreise inklusive der Mehrwertsteuer zahlen und die zum Abzug von Vorsteuern berechtigt sind, wird die Übernachtung automatisch teurer, wenn die Mehrwertsteuersenkung nicht bei den Preisen weitergegeben wird. Konnten die Unternehmen vom gesamten Übernachtungspreis früher 19 Prozent als Vorsteuer von ihren Umsatzsteuerzahlungen an das Finanzamt abziehen, sind es jetzt nur noch sieben Prozent. Da die Übernachtungspreise nicht gesunken sind, der Vorsteueranteil aber kleiner geworden ist, hat sich der Netto-Übernachtungspreis für die Unternehmen deutlich erhöht. Die Konsequenz sind Rückgänge bei den Hotelübernachtungen. Was nun den Titel "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" betrifft, dürfte das damit ebenfalls völlig daneben gehen. Und das dicke (für den Staat dann teure) Ende: Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sind überzeugt, dass die Beschränkung des niedrigeren Mehrwertsteuersatzes allein auf Übernachtungen gegen EU-Recht verstößt und daher von den Gerichten gekippt werden wird. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. Januar 2009 (Az: V R 9/06). Darin stellen die Richter klar, dass "gewöhnlich mit Reisen verbundene Dienstleistungen" wie die Verpflegung eine Nebenleistung zur Hauptleistung "Übernachtung" seien und daher genauso wie die Hauptleistung besteuert werden müssten.
Fachleute rechnen mit 5% Inflationam 03.05.2010 | 12:06
http://wirtschaft.t-online.de/preisentwicklung-experten-erwarten… Was bedeutet das für Riesterprodukte. Zu beachten ist der mickrige Garantiezins ./. horrende Verwaltungskosten!
EZB akzeptiert Ramschpapiere als Sicherheitam 03.05.2010 | 12:00
http://www.welt.de/wirtschaft/article7445560/EZB-akzeptiert-Rams… Hat das Auswirkungen auf die Sicherheit von Riester-Produkten? Wenn ja, welche? Wer für sein Alter spart, will das ja nicht zugunsten von Bangstern machen.
Kollektoram 03.05.2010 | 23:37
Riesterprodukte sind keine "Renditeknüller", aber sicher. Mindestens die eingezahlten Beiträge plus die staatlichen Prämien stehen bei Rentenbeginn für eine Verrentung oder Umwandlung in Wohnungseigentum zur Verfügung, dafür gibt es Garantien der Banken oder Versicherungen ( "Protektor" ). Gute Angebote garantieren darüber hinaus eine Mindestverzinsung. Man sollte grundsätzlich verschiedene Angebote vergleichen und dasjenige wählen, das die höchste Riesterrente garantiert. Auf keinen Fall auf bloße Renditeversprechungen hereinfallen, sondern nur schriftlich fixierte Garantiewerte akzeptieren, alles andere ist heiße Luft. Niemals spekulationsabhängige ( z.B. aktienbasierte ) Varianten wählen, das eröffnet den Anbietern elegante Möglichkeiten zur provisionsgetriebenen Umverteilung zu ihren eigenen Gunsten ( Aktiengewinne kommen selten beim Versicherten an !!! ) und verschleieren den seriösen Vergleich. Vollkommen unproblematisch sind riestergeförderte Banksparpläne mit garantierter Mindestverzinsung.
Kollektoram 04.05.2010 | 10:12
Als damaliger Betriebsratsvorsitzender eines mittelständischen Industrieunternehmens habe ich die betriebliche Altersvorsorge initiiert und organisiert ( Unterstützungskasse und Pensionskasse ) und daneben die Mitarbeiter ( unabhängig von Anbietern ) beraten in allen Fragen der Alterssicherung, daher kenne ich die Szene und die Schwachpunkte der angebotenen Produkte ganz gut. Nicht wenige Mitarbeiter kamen erst zu mir wenn sie bereits Schiffbruch erlitten hatten mit privat abgeschlossenen Policen, z.B. diesem Riesterprodukt: http://www.renten-fakten.de/union-investment-hat-die-reissleine-… Durch die öffentliche Riesterproganda haben es viele Anbieter sehr leicht an das Geld unkritischer Kunden zu gelangen. Altersvorsorge darf niemals spekulativ aufgebaut werden. Wenn jemand von den internationalen Aktienmärkten profitieren will kann er es als weitere Säule privat tun ( habe ich auch erfolgreich getan ), aber niemals in Form von Versicherungen weil dann die Gewinne in den Taschen der Anbieter und Ihrer Außendienstmitarbeiter hängenbleiben und der Versicherte nichts davon abbekommt. Ansonsten stehe ich der Effizienz aller staatlichen und privaten Altersvorsorgesystemen kritisch gegenüber, halte sie aber für unvermeidbar und nützlich für die nicht rational denkende Masse der Menschen, man muss halt das Beste daraus machen und besondere Risiken meiden. Ich bin jetzt selbst Rentner und froh nicht auf diese ganzen organisierten Rentensysteme angewiesen zu sein, ich kann jedem nur raten eigenverantwortlich vorzusorgen und sich zusätzlich selbst einen Kaptitalstock aufzubauen und im Alter eine bezahlte Immobile zu haben. Anders wird das nichts mit einem sorgenfreien Lebensabend.
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