Ihre-Vorsorge Logo
oder
Stellen Sie eine Frage
Zurück

Riester-Rente in der Ausbildung/Steuer

von Ines K25.08.2008 | 11:59
1475 Ansichten
10 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

Zur Moderatoren-Antwort springen
Guten Tag! unser Sohn hat ine Ausbildung begonnen. Wir haben uns mit der Riester-Rente beschäftigt.An sich eine gute Sache, aber wie sieht es mit der Versteuerung aus? Ich habe gehört, das 25% der eingezahlten Summe am Ende der Staat kassiert. Ist das wahr? Vielen Dank für Ihre Antwort und internet(t)e Grüße Ines K

Antworten der Moderation

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Moderation · 1Ihre Vorsorge

Der Verlauf der Diskussion hat es gezeigt: Der Staat kassiert keine 25 % Steuer der eingezahlten Summe zu Beginn der Rentenzahlung.

Weiterhin wurde erkennbar, dass das Sparen fürs Alter auf vielen Wegen geschehen kann. Bank-, Fonds- und Versicherungsprodukte werden auf dem Markt in großer Anzahl angeboten. Bestimmte Altersvorsorgeprodukte werden staatlich gefördert, so auch die Riester-Rente.

Die staatliche Förderung der Riesterrente geschieht zunächst über die Gewährung von Zulagen, im Jahr 2008 kann der Riestersparer bis zu 154,- Euro jährlich als Grundzulage erhalten. In einem zweiten Schritt kann gegebenenfalls über den sogenannten Sonderausgabenabzug eine weitere Steuerentlastung folgen. Das bedeutet, dass während des Einzahlungszeitraumes das Sparen erleichtert wird. Die spätere Riester-Rente - die natürlich diese Vorteile beinhaltet - ist in der Auszahlungsphase voll der steuerlichen Bemessungsgrundlage hinzuzurechnen und mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern. Ob daraus tatsächlich Steuern zu zahlen sind kommt auf die Höhe der insgesamt vorhandenen Einkünfte an. Tendenziell kann gesagt werden, das im Rentenalter die Alterseinkünfte niedriger sind als im Erwerbsfähigenalter und somit auch nur eine niedrigere Steuerlast - wenn überhaupt - existiert.

Die Stiftung Warentest hat in der Vergangenheit wiederholt Riester-Verträge getestet. Durch die Gewährung der Zulagen und der Tatsache, dass sowohl die Einlagen als auch die Zulagen später wieder ausgezahlt werden müssen, ist die Zahlung einer späteren Riesterrente gesichert. Auch eine Verzinsung - die Höhe der Verzinsung ist abhängig vom Vertragstyp - dürfte - wenn auch nicht garantiert - Bestandteil der späteren Riester-Rente sein.

Wo können Sie unabhängige Beratungsangebote wahrnehmen? Die Verbraucherzentralen - allerdings nicht kostenlos - bieten Beratungsangebote rund um das Thema Altersvorsorge an. Die Kosten für eine Beratung belaufen sich unserer Kenntnis einmalig auf rund 150,- Euro. Vor dem finanziellen Hintergrund der zu treffenden Anlageentscheidungen sicher kein überteuertes Angebot.

Die Deutsche Rentenversicherung hält kostenlose Informationsbroschüren zum Thema Altersvorsorge vor. Diese können Sie auch im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de aufrufen.

9 Antworten

Maria L.am 25.08.2008 | 13:08
Hallo Ines K, da verwechseln Sie etwas. 25% ist der Abgeltungssteuersatz, der gilt für alle Kapitalerträge wie z.B. Sparguthaben, festverzinsliche Sparverträge, Aktien oder Aktienfonds. Dazu kommen noch Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, so daß aus 25% knapp 28% werden. Riester-Verträge sind von der Abgeltungssteuer allerdings ausgenommen. Stattdessen werden Riester-Verträge vollständig nachgelagert besteuert zum persönlichen Steuersatz. Da niemand voraussehen kann, wie in 40 Jahren die Steuergesetzgebung aussieht, sind Prognosen schwierig. Bei geringem Einkommen kann der Steuersatz unter 25% liegen, bei mittlerem Einkommen auch darüber. Aber nun das wesentliche: Riester-Verträge werden massiv beworben und gelten allgemein als "gute Sache". Das sind sie meiner Ansicht nach aber nicht. Ein junger Mensch, der noch lange Zeit hat für seine Altersvorsorge, sollte auf langfristig sichere und effiziente Vermögensbildung setzen - über regelmäßiges Ratensparen in Aktienfonds. Wenn Sie in der Suchfunktion "Riester" eingeben, finden Sie hier im Forum viele Beiträge zu den Nachteilen der Riester-Rente. Hilfreich zur Aufklärung auch folgende websites: www.bds-deutschland.de (unabhängiger Anbieter) www.gegen-altersarmut.de (Achtung, ist ein Finanzanbieter, die Informationen sind aber gut) Für das Thema Vermögensbildung eignet sich folgende website: www.finanzuni.org Ich habe dazu gerade auch einen längeren Beitrag geschrieben, siehe hier: Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche. Gruß, Maria L. P.S. Wenn Sie Interesse bekunden, kann ich auch nochmal etwas zu den Nachteilen der Riester-Rente schreiben.
Nixam 25.08.2008 | 13:31
Eines darf man bei der Riesterrente nicht vergessen: Die Riesterrente wurde seinerzeit eingeführt, um eine seinerzeit durchgeführte Rentenkürzung aufzufangen. Um GENAU DIESE SEINERZEIT VORGENOMMENE ÄNDERUNG DER RENTENBERECHNUNG ZUR EINFÜHRUNG DER RENTENKÜRZUNG aufzufangen, hat man das Riesterrentenmodell eingeführt. Und man hat gesagt: Damit Du den durch diese Rentenkürzung weggefallenen Rentenbetrag wiedergutmachst, solltest Du erst 1, dann 2, dann 3, dann 4% von Deinem Bruttolohn in ein solches staatlich bezuschusstes Privatrentenvorsorgemodell einzahlen. Was machen wir aber, wenn die Renten in Zukunft noch mehr gekürzt werden? Dürfen wir dann nach dem Riesterrentenmodell 10% steuerfrei in eine Riesterrente einzahlen? Genau hier liegt das Problem. Und genau aus diesem Grunde ist für junge Leute eine dynamische Altersvorsorge wichtig. Da Aktienfonds - trotz aller Schwankungen - unter dem Geldanlageuniversum - langfristig über 30 und 40 Jahre Ansparzeit - die höchste Rendite bringen, eignen sich diese zur privaten Altersvorge am Besten. Gut wäre es für Ihren Sohn, schonmal vermögenswirksame Leistungen über Aktienfonds zu besparen. Wenn er dann auf den Geschmack gekommen ist, kann er auch einen Aktienfondssparplan dazunehmen. Nix
Realistam 25.08.2008 | 14:20
Lassen Sie sich nicht verunsichern! Gerade für Leute mit geringem Einkommen sind Riester-Verträge interessant! Wer natürlich über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügt und (mindestens (!)) fünf - sechs Monatsgehälter als "stille Reserve" gebunkert hat, sollte sich in vielleicht lukrativere aber auch entsprechend riskante Aktiengeschäfte hineinwagen. Ich persönlich halte die Riester-Rente für eine gute Sache, zumal z.Zt. keine andere Anlageform staatlich stärker gefördert wird! Und was die nachhaltige Besteuerung anbelangt: Nur wer seine individuellen Steuerfreibeträge überschreitet, muss überhaupt Steuern zahlen. Durchschnittsrentner gehören im Allgemeinen nicht dazu. Nur die Wenigsten der heutigen Rentner sind steuerpflichtig! Und wer seine - recht großzügigen - Steuerfreibeträge überschreitet, der soll gefälligst auch Steuern zahlen, weil er es sich leisten kann! Bei Riester-Verträgen sind immerhin die eingezahlten Beiträge GARANTIERT. Während man mit Aktienspekulationen ALLES verlieren kann. (Auch seine Nerven!)
Maria L.am 25.08.2008 | 15:03
Hallo, @Realist: ich werde nicht versuchen, Sie zu überzeugen, Sie haben eine sehr gefestigte Einstellung, die ich auch nachvollziehen kann. @Ines K: Entgegen der landläufigen Vorstellung ist das LANGFRISTIGE RATENSPAREN in Aktienfonds die sicherste Form der Altersvorsorge. Festverzinsliche Verträge aller Art sichern noch nicht einmal gegen die Risikoursachen Inflation und/oder Währungsreform ab. Das heißt zum Beispiel für die Beitragserhaltungsgarantie bei Riester-Renten: garantiert wird der nominal eingezahlte Beitrag, aber nicht dessen Kaufkraft. Schon bei "normaler" Inflation von durchschnittlich 3% verlieren 100 Euro, die heute eingezahlt werden, innerhalb von 40 Jahren 70% ihres Werts, Sie erhalten dann nur einen Gegenwert von 30,66 Euro. Die Gefahren für eine deutlich steigende Inflation sind aber für die nächsten Jahrzehnte erdrückend hoch. Dafür sorgt u.a. die zunehmende Staatsverschuldung. Zur Bekämpfung der Folgen der Finanzkrise werden in den USA und in Europa Milliardenbeträge an zusätzlichem Geld erzeugt. Dies bewirkt Inflation, die sich nach und nach auch in den Verbraucherpreisen zeigen wird. Nur Beteiligungspapiere sichern langfristig gegen Kaufkraftverluste ab. Durch die Beteiligung an der Wertschöpfung von Unternehmen erhöhen sich außerdem die Gewinnchancen. Man wird dadurch in gewisser Weise selber zum Unternehmer. Mit Spekulation hat das nichts zu tun. Wer seine Fondsanlagen weltweit streut und langfristig (mind. 20 Jahre) durchhält, hat kein Verlustrisiko. Gruß, Maria L.
Schiko.am 25.08.2008 | 14:57
Gratuliere zum abschluß einer riesterrente schon in jungen jahren. Damit die beurteilung nicht so einseitig ausfällt sollten sie auch die meinung eines 75 jährigen hören, der 46 jahre bei einer bank beschäftigt war. ( Auch wen Jens verwirrt meint) Auch meine vier erwachsenen kinder und schon zwei meiner enkel riestern bereits. Neben der grundzulage von 154 euro kann später bei höherem verdienst auch noch zusätzlich eine steuererstattung hinzukommen. Gerade weil ja ab 2040 nicht nur die gesetzliche, auch die riester- rente voll steuerpflichtig ist, sind als ansporn die riesterbeiträge -einschliesslich der zulagen- steuerbefreit. Bekanntlich sind ja für eine einzelperson derzeit 900 monatlich brutto steuerfrei. Zu berücksichtigen ist später auch, dass je kind 300 kinderzulage hinzu kommen können. Wen es später- nach derzeitigem steuerrecht- für die zwei renten ( gesetzlich, riester) im jahr 30.000 zu versteuerndes renten ein- kommen ist , fallen im jahr 5.807 / 3084 led./vh. , steuer an. Dies ergibt bei 5807 19,36 %, bei 3084 10,28 % durch- schnittssteuersatz, nicht zu verwechseln mit grenzsteuersatz. MfG.
Ines Kam 25.08.2008 | 18:19
Ich danke Ihnen für Ihre Antworten! Ja, das habe ich mir gedacht, dass unsere Bekannten sich mit der Abgeltungssteuer vertan haben. Ich wollte nur noch einmal nachfragen, es kann ja sein das es noch eine Steuer gibt, die ich nicht bedacht habe. Im ersten Moment war ich von den Antworten etwas verunsichert. Bei näherer Betrachtung meine ich: Sie haben alle recht! Fondgebundenes Sparen ist sicherlich etwas für Menschen, die ihre Ausbildung schon beendet habe und um ihr Einkommen wissen. Bei den empfohlenen Seiten von Marie L. wird im Beispiel immer von Mensch um die 35J. aus gegangen. Unser Sohn ist aber erst 17 und ich denke, er sollte auf die staatl. Förderung nicht verzichten. Ich denke jetzt anfangen zu riestern und alles andere später, wenn er finanziell dazu in der Lage ist. Sicherlich wissen wir alle noch nicht wie die Rentensituation in ca. 50 Jahren aussieht, doch eines weiß ich genau: Wir, mein Mann ist bereits Rentner, haben etwas falsch gemacht und davor müssen wir die jungen Leute von heute schützen! Internet(t)e Grüße Ines k
jensam 25.08.2008 | 20:19
und dabei bleibe ich auch, in ehren ergraut aber man sollte nicht den moment verpassen, von der bühne abzutreten, sonst wirds peinlich....
Maria L.am 26.08.2008 | 10:47
Hallo Ines K, wenn es unbedingt ein Riester-Vertrag werden soll, dann wählen Sie doch wenigstens einen Riester-Fondssparplan (aber keine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung und auf gar keinen Fall eine festverzinsliche Riester-Rentenversicherung). Riester-Fondssparpläne werden von allen großen deutschen Fondsgesellschaften angeboten. Ihre Hausbank arbeitet bestimmt mit einer dieser Gesellschaften zusammen. Dazu gab es auch mal einen Test von Focus Money. Das hat für Ihren Sohn den Vorteil, daß er erstmal ein Produkt "von der Stange" bekommt und sich nicht lange in die Thematik einarbeiten muß. Für später würde ich aber dennoch freies Ratensparen in Aktienfonds empfehlen, weil eine Riester-Rente alleine nicht ausreichen wird (und weil sie auch in der vorgeschlagenen Variante Nachteile hat). Gruß, Maria L.
Ines Kam 26.08.2008 | 11:34
Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Nun wird der Familienrat tagen.......;-)) Internet(t)e Grüße Ines K
Deutsche Rentenversicherung
Sie erhalten Antworten von erfahrenen Expertinnen und Experten der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Wichtige Hinweise

Ihre Einträge sind öffentlich und können von jedem gelesen werden. Bitte geben Sie daher keinesfalls persönliche Daten an.

Verzichten Sie auf politische Diskussionen. Dieses Forum soll schnell und unkompliziert helfen und ist kein Diskussionsforum.

Achten Sie auf einen friedlichen und respektvollen Umgang ohne Anfeindungen, Unterstellungen und Provokationen jeglicher Art.

Bleiben Sie beim Thema Rente, Altersvorsorge oder Reha. Bei Fragen etwa zum Arbeitslosengeld, zur Krankenversicherung oder bei Steuerfragen müssen unsere Experten leider passen.

Keine Bewertungen, Empfehlungen oder Beratungen zu einzelnen Produkten, Anlageformen etc. Unsere Experten dürfen grundsätzlich nur allgemein und produktunabhängig beraten.

Bitte beachten Sie die weitergehenden Informationen und Nutzungsbedingungen.

Weitere Links


Interessante Artikel

Informationen, Schwerpunkt-Themen und Interviews zu gesetzlicher Rente, privater wie betrieblicher Altersvorsorge sowie Finanzen und Gesundheit.
Time
8 Minuten

Nach der Rentenerhöhung fragen sich viele Ruheständler: Muss ich jetzt eine Steuererklärung abgeben? Und wovon hängt es ab, ob das Finanzamt Geld will? Das Bundesfinanzministerium hat dazu neue Zahlen, die Rentenversicherung neue Beispielrechnungen vorgelegt. Ein Leitfaden.

Time
13 Minuten

Bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn kann steuerfrei hinzuverdienen, wer im Alter sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Doch wie wirken Job, eigene Altersrente und Hinterbliebenenrente zusammen? In 8 konkreten Fällen zeigen wir, ob Sie mit einem Plus oder einem Minus rechnen können.

Time
8 Minuten

Ein Pflegefall lässt den Finanzbedarf sprunghaft steigen. Doch mit diesen sechs staatlichen Hilfsangeboten und gezielter privater Vorsorge sichern Sie sich vor finanzieller Notlage.

Time
6 Minuten

Länger im Erwerbsleben bleiben und später in den Ruhestand treten: Um dieses Verhalten zu fördern, setzt die Politik viele Anreize. Doch nicht jeder Plan einer „Kombi-Rente" geht finanziell auf, wie sich vor Gericht gezeigt hat.

Time
7 Minuten

Welche Ansprüche Hinterbliebenen zustehen – und wann die angesparten Beträge verloren sein können.

Time
8 Minuten

Ein Prozent vom eigenen Lohn, ein Prozent vom Arbeitgeber: Die neue Kapitalrente soll ab 2028 die gesetzliche Rente ergänzen und Millionen Menschen im Alter besser absichern. Wie das Geld angelegt wird, wer davon profitieren soll – und warum dabei Schweden das große Vorbild für Deutschland ist.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026