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Experten-Antwort

Riestern sinnvoll?

von Berger26.11.2019 | 20:02
72 Ansichten
4 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Ich habe die Wahl zwischen einer Riester-Rente und einer Betriebsrente. Welche Form der Altersvorsorge ist für mich besser geeignet? Ich bin 32 Jahre, unverheiratet, verdiene 3200 netto. Vielen Dank für Antworten

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo Berger,

wie in den Vorantworten bereits erwähnt wird eine konkrete Empfehlung über dieses Forum nicht möglich sein.

Neben den einzelnen, individuellen Vertragsgestaltungen (Riester/bAV) sind viele weitere Aspekte ggf. zu bedenken.

Zur Zeit ist Altersvorsorge grundsätzlich etwas schwierig, da für alle Anbieter das Niedrigzinsniveau (auch Nullzinsniveau)belastend ist.

Beispielsweise sollten auch folgende Aspekte in die Überlegungen einfließen:

- Beschäftigungsgarantie beim derzeitigen Arbeitgeber?

- Zukunftsspekulationen Richtung Familie/Kinder?

- wegen Ihres jungen Alters könnten Anlagen mit Chancen des Aktienmarktes interessant sein (zB Riester-Fondsparplan). Wie ist die Anlage in der bAV aufgestellt?

- grds. sind die Nebenkosten ein bedeutsamen Faktor (hier sind Riesterverträge idR eher teuer und bAV-Angebote eher günstiger)

- Riestervorteil sicherlich die Zulage(n) (ggf. zusätzlich der Sonderausgabenabzug)

- Vorteil der bAV sicherlich ggf. die Steuer-/Sozialabgabenfreie Entgeltumwandlung (mit dem Nachteil, dass dann natürlich auch der eigene Rentenaufbau in der GRV geringfügig reduziert wird).

Wenn man der Finanztest der vergangenen Jahre glauben schenken darf, dann ist dort von der Priorisierung her regelmäßig die Altersvorsorge via Riester als Erstes und die betriebliche Altersvorsorge als Zweites benannt. Bedeutet allerdings nicht, dass man erst Riester abschließen und anschl. bAV abschließen soll.

Ich finde den bereits gegebenen Hinweis auf eine kostenpflichtige Altersvorsorgeberatung bei den zB Verbraucherzentralen sehr sinnvoll.

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3 Antworten

AVORam 26.11.2019 | 20:11
Das kann man pauschal nicht beantworten. Es kommt u.a. auf die genauen Leistungen, die Bearbeitungsgebühren, die finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers und auf Vertragsinhalte an. Das würde aber den Rahmen eines Forums sprengen. Einen inhaltlichen Vergleich können Sie (gegen Gebühr) z.B. bei der Verbraucherzentrale machen lassen.
Grobiam 26.11.2019 | 20:33
Finanztest hat in 2013 beides im direkten Vergleich auf den Prüfstand gestellt. Fazit-leichter Vorteil für die Riesterrente,da bei der bAV Abzüge vom Brutto erfolgen, was wiederum zu weniger Einzahlung in die gesetzliche RV führt. Aber DIE Antwort darauf gibt es dennoch nicht. Hängt von den persönlichen individuellen Umständen ab. Da Sie keine Kinder haben, fällt der Förderbetrag nicht so hoch aus. Betrieblich ist meist Invalidität mit abgesichert. Sie müssen sich beide Modelle speziell für Sie erklären lassen. Oder Sie machen einfach beides. Suchen Sie sich in Ruhe aus, was besser zu Ihrer Lebenssituation passt. Viel Glück und es ist richtig, etwas zu machen!
In der Renteam 26.11.2019 | 21:22
Man könnte beides machen, wie schon gesagt. Da man sich nach meiner Erfahrung alle fünf Jahre neu orientiert, sollte man keine "riesigen" Abschlüsse bei Riester vornehmen. Da reicht es, einen kostengünstigen Vertrag in Höhe der Kleinstbetragsrente zu starten. Am besten einen variablen Vertrag, bei dem sie auch mal weniger einzahlen können. Hat man später mehrere solcher Verträge bei verschiedenen Anbietern, kann man frei gestalten, für was man die Mittel völlig förderunschädlich verwenden will. Das Schielen auf die "Höchstbeiträge" ist meist Vertreters Wunsch - gilt auch für die bAV. Flexibel ist man da nicht. Bei der bAV sind sie in der Verwendung auch sehr eingeengt, auch wenn jetzt die Freigrenze bei der SV auf 1/20 der Sozialkennzahl angehoben wird. In die DRV könnten sie ab 50 auch noch etwas einbringen...und evtl. nocht ETF ansparen. Sie sehen, sie leben nur noch für die Rente. :) Sie haben hier eben mehrer Spannungsfelder, zwischen denen man sich je nach Lage in Zukunft entscheiden muss. Das ändert sich alle paar Jahre, das kann ich ihnen versichern. Einen Honorarberater zu konsultieren, wäre ggf. auch ein guter Start. Die Einzahlphase ist übrigens nur ein Aspekt - die Auszahlphase wird meist unterschlagen. Machen sie etwas daraus!
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