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Experten-Antwort

Spekulation während einer vollen EMR

von Williwillswissen21.04.2017 | 12:45
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8 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hallo, ich habe dringend das Bedürfnis zu dem Thema volle EMR (keine Arbeitsmarktrente) eventuell auf neue Erkenntnisse zu erfahren, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, eine volle EMR entzogen wird. Mir ist auch klar, dass dies von vielen Faktoren abhängt z. B. Alter, Krankheit usw. Fallbeispiel : Eine weibliche Person, 56 Jahre alt, hat Ihre Verlängerung einer vollen EMR (keine Arbeitsmarktrente) wieder genehmigt bekommen. Sie wird auch früher in Ihre wohlverdienten AR wechseln. Das schlimmste was Ihr passieren kann ist doch, wenn die EMR nicht mehr verlängert wird, dass Sie Harz 4 Empfänger wird. Und das will Sie unter allen Umständen verhindern. Also was tun? Abwarten bis die freundlichen Sachbearbeiterin und Sachbearbeiter, der sozialmedizinischer Dienst der DRV, die Juristen, über Sie urteilen und die volle EMR entziehen. So nach dem Motto, jetzt haste 5 Jahre und 5 Monate zu Hause gefaullenzt und geh jetzt vollschichtig die letzten 3 Jahre arbeiten. Wer kann hilfreiche Tipps geben. Danke. Sicherlich wird einer wieder schreiben, was ist denn das für ein Spinner. Unser Rentensystem ist so kompliziert und wie ich meine sehr ungerecht Mit freundlichen Grüßen

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo Williwillswissen,

Zeitrenten sind vom Gesetzgeber als Standardlösung vorgegeben, sicherlich, aber sie haben zumindest auch den Zweck, die gesundheitliche Entwicklung zum positiven nicht von vornherein als Unmöglichkeit zu bestätigen.

Es hängt alles am aktuellen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der beantragten Weitergewährung. Von der vollen EM zur Vollbeschäftigung ist allerdings ein weiter Weg, um nicht zu sagen es kommt selten dazu.

Eine gewisse Angst kann man verstehen. Hat ein gesundheitlich gebeutelter Mensch noch ein Interesse daran wieder gesund zu werden, nur um dann zu alt für den Arbeitsmarkt, aber noch zu jung für eine Altersrente zu sein? Es wäre in der Tat so, dass man in so einem "gesunden Zwischenzeitraum" bei H4 landet. Da wären wir in der Realität.

Es hängt viel an der Dokumentation des weiteren Krankheitsverlaufs. Lässt sich die Erkrankung behandeln gibt es Belege. Bei anderen Erkrankung sagt der Arzt evtl. "wir sind mit Ihnen durch, Sie sind austherapiert" - was dann? Hier würden nur Gutachten weiterhelfen.

Alles was "Entwicklung" bedeutet ist aber nicht planbar. Leider.

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7 Antworten

Williwillswissenam 21.04.2017 | 13:32
Hallo experte/in, vielen Dank für Ihre ehrliche Stellungnahme. Mfg
Horstiam 21.04.2017 | 13:44
Rente wurde doch gerade erst verlängert wie sie schreiben. Mit Sicherheit ja für 1 oder mehrere Jahre. sodass die Dame dann schon 58 oder so ist. Und sollte die EM Rente beim nächsten Male wirklich nicht verlängert werden kommt nicht gleich Hartz 4 sondern esrtmal ALG I. Mit einer EM-Rente werden von der RV auch (Pauschal)Beiträge zur Arbeitstlosenversicherung gezahlt sodass nach einer Rente erstmal Anspruch auf ALG I besteht. Ist dies dann mal abgelaufen kommt dann erst ALG II ( Hartz 4 ) - aber nur bei Bedürftigkeit natürlich.
KSCam 21.04.2017 | 15:14
Vielleicht noch ein Statement aus der Praxis: Dass jemand mit Ende 50 nach mehrjähriger voller Berentung so "mir nichts dir nichts" für gesund erklärt wird und die Rente gestrichen bekommt, habe ich in 30 Jahren Beraterpraxis eigentlich noch nie erlebt. Höchstens wenn der Erwerbsgeminderte plötzlich wieder beruflich sehr aktiv war, also Jobs annnimmt, selbständig werkelt, etc. Ihr konstruiertes Beispiel würde ich insofern nicht als Beweis für ein ungerechtes System akzeptieren. Theoretisch könnte es natürlich auch sein, dass für bestimmte Krankheiten ein neues Medikament auf den Markt kommt mit dem die Leiden behoben sind. Aber dann wäre es auch keine Ungerechtigkeit, wenn der dann wieder Gesunde keine Rente mehr bekäme, oder? Aber da Sie ja auch schon gesehen haben, dass "Pferde vor Apotheken gekotzt haben" könnte Ihr Fall natürlich eintreten und auch erfolglosem Widerspruch oder Klage könnte die Rente tatsächlich weg sein. Aber mal ehrlich: kennt irgendeiner solche Fälle? So gesehen ein Jahrtausendfall ohne große praktische Relevanz bei dem Befürchtungen grundlos erscheinen, vor allem dann wenn sich am Leiden überhaupt nichts geändert hat. (ich sage nicht, dass jemand der so was befürchtet ein Spinner ist)
Williwillswissenam 21.04.2017 | 15:56
@KSC; Das Beispiel von der genannten Person ist authentisch. Sie haben recht, es ist nicht alles ungerecht. Kommt natürlich auf die Betrachtungsweise an. Und dennoch erwarte ich einfach mehr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen von den Behörden. Trotzdem danke für die Erklärung zu meinem Fall. @Alle Anderen; Danke auch. Mfg
W*lfgangam 21.04.2017 | 16:22
Zitat von KSC anzeigenausblenden
Bei voller befristeter EM aus rein med. Gründen (ohne vorlaufendes Gerichtsverfahren) mit problemloser Verlängerung (egal ob Körper oder Geist nicht mehr mittickt) : Nein ...und da werfe ich auch meine ü30 Jahre Praxis in die Waagschale. > Williwillswissen: Und dennoch erwarte ich einfach mehr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen von den Behörden. Auch wenn es hart klingt: das ist Massenabfertigung/Standardverfahren - die nächste Akte bitte/"Öhm, Heidelinde, hast Du für mich auch 'ne Essenmarke für Bratfisch mit Kartoffelsalat geordert? - 15 Min., los, ein Fall geht noch" ...*gebauchpinselt werden Sie dann von Ihrem persönlichen Berater vor Ort, der Sie mit Einfühlungsvermögen in diese Verwaltungsvorgänge 'einweiht' und wieder aufrichtet :-) Gruß w.
Williwillswissenam 21.04.2017 | 17:31
@W*lfgang; Ihnen auch vielen Dank für Ihr ausführliches und zugleich lustiges Statement. Der Bratfisch mit Kartoffelsalat wäre auch mein Geschmack. :-)
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