57 Antworten
Rutham 21.11.2007 | 20:30
Amadéam 21.11.2007 | 20:54
Bisher wurde hier den guten Versicherten mehr oder weniger vermittelt, "wenn ihr alle recht lieb seit und schön brav staatlich gefördert vorsorgt, dann wird im Alter alles gut". Kritische Mahner, die ausführten, dass das alles bei weitem nicht ausreichen würde, wurden hingegen als Verfasser "politischer" Beiträge gebrandmarkt.
So, jetzt haben wir den Salat und einen "politischen" Beitrag der Deutschen Rentenversicherung dazu, der nämlich aussagt, dass selbst MIT staatlich geförderter Vorsorge, Altersarmut für die breite Masse der Versicherten sich nicht vermeiden lässt.
Meinhard Miegel drückt das so aus: "Dass bei den Renten und - abgeschwächt - bei den Pensionen tendenziell immer weiter gekürzt wird, ist unvermeidlich. Nur sollte hier den Bürgern klarer Wein eingeschenkt werden. Wir steuern auf eine allgemeine Grundsicherung zu. Das haben sich zwar viele anders vorgestellt. Aber mehr ist einfach nicht machbar."
Wer aber im Alter auf Grundsicherung angewiesen ist, der sorgt einzig und allein zugunsten des Sozialamts vor, hat aber selber NICHTS davon. Auf die "Riester-Falle" wird insoweit nochmals hingewiesen.
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,ryw32d2mo8i81l9…
Wird es nicht langsam Zeit, den Versicherten auch seitens der Redaktion endlich "reinen Wein" einzuschenken, statt unverdrossen zu behaupten, dass mit staatlich geförderter Vorsorge schon alles gut würde?
Aufklärung und eine realistische Beratung tun not. Das Verteilen von Beruhigungspillen dergestalt, in dem man Gering- bis Mittelverdiener weiterhin anhält mit Zulagen, Steuervorteilen - und widersinniger Weise sogar mit Entgeltumwandlung- vorzusorgen, damit später der Staat bei der Grundsicherung wieder alles einkassiert, halte ich so für nicht mehr vertretbar.
Liebe Redaktion, ist es nicht langsam an der Zeit, die Aufklärungsstrategie zu modifizieren?
Das Löschen solch unbequemer Beiträge schafft nur kurzfristig Erleichterung. Der Dampfdruck im Kessel steigt aber trotzdem weiter an.
Michaelam 21.11.2007 | 22:04
Lutzam 21.11.2007 | 22:04
Hallo Amadé,
Ich habe plusminus gesehen, die Studie gelesen und arbeite im Finanzbereich. Über die Lage in der privaten Altervorsorge bin auch in nicht glücklich (viel zu wenige machen mit, zu wenig Strategie). In einem Punkt will ich aber der Rentenversicherung beispringen: Es verhält sich so wie mit den Finanzämtern: Über die schimpft man gerne - in Wirklichkeit führen die aber nur aus, was Politiker tun. Im Fall der Rentenversicherung ist es nicht anders. Allerdings: Die Rentenversicherung wehrt sich gegen viele Entscheidungen und legt ihren Finger in die Wunde. Alle Newsletter-Bezieher haben davon gelesen, dass die Rentenversicherung auf die Problematik der geringeverdienenden Selbstständigen hinweist, die später mit Mini-Rente leben und darauf, dass die Sozialversicherungsfreiheit auch ihre Opfer unter denen findet, die von selbiger nicht proftieren (Rentenniveau insges. sinkt). Und ein Wort zu plusminus: Wenn man fürchtet, irgendwann Grundsicherung zu beziehen und deswegen vom Riestern lässt, ist man doch mit dem Scheuerlappen gebügelt! Mir könnte auch eine Bananschale unter die Füße geraten und deswegen lasse ich doch nicht davon ab, zu Fuß zu gehen.
Bitte also mehr Gelassenheit.
Amadéam 21.11.2007 | 22:44
Sehe das nicht so gelassen wenn Millionenen Versicherten eine vermeintliche Sicherheit vorgegaukelt wird, die asserdem noch zu erheblichen finanziellen Einbussen führt.
Grundsicherung ist nicht der Weltuntergang - aber auch nicht die Offenbarung. Grundsicherung wird aber sehr schmerzhaft, wenn man feststellen muss, dass man sich umsonst krummgelegt hat und sich ein X für ein U hat vormachen lassen.
Jürgenam 21.11.2007 | 21:42
Hallo Amadé,
danke für diese Wortmeldung. Auch ich bin der Meinung, dass nach der Phase "weiter so" über die Phase "jetzt erst recht" man nun doch etwas mehr Ehrlichkeit einziehen lassen sollte. Schade das die Rentner in diesem Staate keine Lobby haben. Es gäbe doch wahrlich genug zu tun. Erinnert sei nur an die Ungleichbehandlung West/Ost und die vielen versteckten Rentenkürzungen. Was nutzt eine vage in Aussicht gestellte Rentenerhöhung bei zu erwartenden Preissteigerungen...
Wir sollten den Mut nicht sinken lassen.
Gruß Jürgen
Jens L.am 22.11.2007 | 06:42
Haben Sie überhaupt noch Lebensfreude? Die Untergangsstimmung die Sie hier verbreiten hat nichts mehr mit gesunder Kritik zu tun. Alles wird schlecht gemacht und die Schuld haben nur die anderen. Natürlich. Für eigenes Versagen wird die Schuld ja immer woanders gesucht. Zum Glück gibts hier auch andere User, kritisch aber realistisch. Und vor allem nicht alles schlecht redend. Man kann positive Sachen auch kaputt reden.
Nixam 22.11.2007 | 06:54
Habe gerade euer Gejammere gelesen.
Alles was mit Vorsorge zu tun hat, wird kritisiert.
Die Riesterrente soll nicht reichen, die Renten-Abschläge auszugleichen.
Die Lebensversicherungen rentieren zu gering und werden von den meisten sowieso nur die wenigstens bis zum Schluss durchgehalten werden.
Spart man mit Aktienfonds, kommt wieder einer und erzählt was von Abgeltungssteuer oder sonstige Steuern auch auf diese Einkünfte.
Eines ist klar: Der Gesetzgeber denkt sich natürlich immerwieder neue Steuern aus, um Steuerschlupflöcher zu stopfen bzw. seine Einnahmen zu erhöhen. Ihr wolltet doch auch den EURO. Da muss natürlich auf die Einhaltung der Konvergenzkriterien geachtet werden. Das geht nur mit höheren Steuern und mit dem Versteuern von allemmöglichen.
Da kann doch das Rezept nur heissen:
Die Gesamtheit der Anlageprodukte muss ausreichend gemixt werden - und was wichtig ist: stehts an die geltende Gesetzeslage/steuerrechtslage angepasst werden.
Eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Materie "Kapitalanlage" auf hohem Niveau ist hier erforderlich!
Das das geht, weiss ich von mir selbst!
Dazu gehört natürlich entweder ein zufriedenes Single-Leben(Nie Heiraten wegen Versorgungsausgleich!) oder ein für immer perfekt passender Ehepartner(damit man geschlossene Fonds etc nicht bei Scheidung vorzeitig verkaufen muss zu 60% des Anlagekapitals).
Ein Ehevertrag mit Gütertrennung allein zum Schutz der eigenen Altersvorsorge der einzelnen Ehepartner soll wohl auch nicht ausreichen, habe ich mir sagen lassen.
Also ist hier die qualifizierte Anlageberatung erforderlich, die man(n)/Frau von der Stange bei den heutigen Geldinstituten nicht bekommt.(wahrscheinlich weil ihr alle eure "Mäuse" niedrig verzinst auf Sparbüchern "angelegt" habt oder in niedrigverzinste Lebensversicherungen und deshalb nicht genug Geld habt, um für qualifizierte Anlageberater beraten werden zu können.
Aber in einem Punkt sind wir uns doch alle einig:
Das Sparbuch hat doch wohl ausgedient. Wer da noch Geld drauf hat, und meint, er würde darauf Geld "anlegen", der irrt. Kapitalanlage betreibt man an der Börse, nicht auf dem Sparbuch - und erst recht nicht mit euren Lebensversicherungen!
Also: wer hier den Staat mit "Riesterrenten-Gedöns" oder sonstwen zu kritisieren weiss, sollte sich stets in Schweigen hüllen und überlegen: Was habe ich falsch gemacht, was kann ich besser machen?
Das aber ist ein langwieriger Prozess!
Gruss
Nix
Irstam 22.11.2007 | 07:12
Auch ich finde die Kernaussage einiger User hier nach dem Motto "Eigenvorsorge bringt sowieso nichts - also lass ich's doch gleich bleiben" höchst gefährlich.
Dieser folgt nämlich dann sofort diese Einstellung auf dem Fuße: "Arbeiten bringt sowieso nichts - also lass ich's doch gleich bleiben"!
Ein heute 20jähriger weiß nie und nimmer, ob er mit 70 einmal ein Grundsicherungsfall sein wird oder nicht. Es sei denn, er legt sich gleich auf die faule Haut - was er nach den Tenor einiger Redner hier am besten tun sollte, denn "Grundsicherung bekommt er ja sowieso".
Traurig, traurig...
Vorsorge bedeutet doch nach meinem Empfinden, dass man Anstrengungen unternehmen will, dass man eben nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen ist.
Gerhardam 22.11.2007 | 07:28
Also, ich muss wiederum feststellen, dass es hier von Blauäugigen nur so wimmelt!
Der Einzige, der hier den Durchblick hat, ist aus meiner Sicht Amadé! Wie ich schon einmal erwähnte bin ich Facharbeiter und Dipl.-Ing. Auf Grund der falschen Politik war ich fast 7 Jahre arbeitslos! Hatte auf Grund dessen und wegen meines mittlerweile vorgerückten Alters immer weniger Chancen am Arbeitsmarkt. Mit Ach und Krach war es mir dann gelungen, hin und wieder eine befristete Tätigkeit auf dem Fruchthof oder als Geldtransportfahrer zu bekommen. Das bei Brutto-Stundenlöhnen von 6,27 bzw. 7,30 Euro. Aber davon will hier im Forum so mancher Gutmensch ja die Augen verschliessen! Wozu führt das nun? Das führt in meinem Falle dazu, dass ich wegen Arbeitslosigkeit mit 60 Jahren meine Altersrente beantrage, die dann für den Rest meines Lebens um 18% gemindert einen 3stelligen Betrag ausweisen wird! Die Riesterrente, die ich seit Einführung abgeschlossen habe, bringt mir dann noch mal so ca. 6 Euro! Super! Danke! Könnt ihr Schlaumeier mir mal verraten, wovon Menschen, die so wenig verdienen und jahrelang arbeitslos waren noch vorsorgen sollen, wie man jetzt wieder aktuell lesen kann?? Meine Petition an den Deutschen Bundestag, die Politik mitverantwortlich zu machen für diese Misere ist natürlich zabschlägig beschieden worden. Wie ein Vorredner schon richtig festgestellt hat: Rentner haben nun mal keine Lobby! Und nicht jeder befindet sich in einem Beamtenstatus! Also, ich stelle fest, arbeiten und studieren lohnt wirklich nicht immer!! In meinem Verwandtenkreis gibt es Hrtz4-Empfänger, die bewusst viele Jahre lang nich gearbeitet haben, die bekommen unterm Strich nicht weniger, als ich! Und das hat nichts mit pessimistischer Grundeinstellung oder Schwarzsehen zu tun, das ist die REALITÄT !
Guten Tag!
Irstam 22.11.2007 | 07:52
Genau da haben haben wir es ja wieder.
Und dass Rentner keine Lobby haben, darüber kann man ja wirklich nur schmunzeln.
dirkam 22.11.2007 | 07:39
Ich kann Ihnen bei Ihrer Ansicht über Amades Beiträge beim besten Willen nicht folgen. Leider haben immer mehr Menschen in Deutschland keine Chance mehr, von Ihrem Einkommen anständig zu leben und dabei noch fürs Alter zu sparen.
Dass man denen nicht noch zum Riestern rät ist doch wohl absolut richtig.
Solange diese Gesellschaft es sich leisten kann, auf menschliche Arbeit und Wissen und Ideen einiger Millionen ihrer Mitglieder zu verzichten, diese ins Abseits des "wir brauchen dich nicht" stellt oder sie den Profitinteressen weniger Nutznießer stellt, solange ein Spekulant noch als erfolgreich gilt, so lange haben diese Betrachtungen ihre Berechtigung.
Gut, dass es noch Leute gibt, die den Finger auf die Wunde legen!
Danke Amade
Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen,
aber wir haben verlernt, wie Brüder zu leben.
(Martin Luther King)
Jens L.am 22.11.2007 | 07:48
Es geht nicht darum zu sagen, dass alles richtig ist wie es ist. Kritik ist völlig ok. Nur nach Amades Meinung ist grundsätzlich alles falsch. Er vertritt ja die Meinung, warum selbst vorsorgen wenn man später eh ergänzend staatliche Hilfe beziehen muß und seine Eigenvorsorge angerechnet bekommt. Erstens ist das nicht bewiesen (wer weiß was in 20 Jahren ist) und zweitens ist das für mich ein Anruf zum Sozialschmarotzen, nach dem Motto " da es eh nicht aus eigener Kraft reicht soll der Staat alles bezahlen". Und das ist megafies. Wenn man sich selbst im Spiegel noch in die Augen blicken will sollte man seinen Lebensunterhalt so gut es geht aus eigener Kraft bestreiten.
Wie gesagt, nicht alles ist ok wie es läuft, aber wenn alle so denken wie er sieht die Zukunft wirklich schwarz aus.
dirkam 22.11.2007 | 07:56
"Arbeiten bringt sowieso nichts - also lass ich's doch gleich bleiben"!
Meinen sie damit wirklich, die überwiegende Mehrheit der Arbeitslosen oder Geringbeschäftigten wollten das so?
Auf einen in den Medien entlarvten "Faulen" kommen die Vielen, die an Ihrer Arbeitslosigkeit verzweifeln und keine eigene Schuld tragen!
Irstam 22.11.2007 | 08:11
dirkam 22.11.2007 | 08:05
Stimme ich zu, dies sollte so nicht sein, wenn man andere Möglichkeiten hat.
Irstam 22.11.2007 | 08:00
Natürlich nicht! Um Himmels Willen! Einige hier im Forum ziehen aber den Schluss, dass es die "bessere" Alternative wäre, sofort zum Grundsicherungsamt zu laufen, um dem "bösen, bösen Staat" möglichst viel rauszuleiern - und das ist empörend.
Jens L.am 22.11.2007 | 10:38
Darf man Sie jetzt Holzmichel nennen?? "Jaaaa, er lebt noch.... er lebt noch....." :-)
Wie schon gesagt, sachliche Kritik ok, aber nicht so unsachliches Gehetze, wie es Amade macht....
R t Bam 22.11.2007 | 09:39
Guten Morgen,
ja!Es gibt mich doch noch.Oh Gott er lebt immer noch sagen jetzt eineige von Ihnen.
Zunächst mal ein hoppla an die Redaktion die es fertigbrachte,diese Rund noch nicht zu löschen.Aber auch die Redaktion scheint ja langsam lernfähig zu werden .
Zu Amade sage ich nur WOWWWWWWWWWWW.Auch wennd den Anderen nicht passt Amade hat verstanden.
Zu allen Anderen wäre zu sagen.In der gestrigen Presse war folgendes zu lesen.
Frankreich:1 Million streiken gegen die geplanten Reformen der Regierung.Arbeiter,Angestellte,Beamte und Schüler streiken.Klasse!Davon können wir deutsche Michel nur lernen.Wo sind wir mit unserem Frust gegen die Berlinerbeschlüsse z.B.Rente mit 67?Kein Schwein zu sehen auf unseren Straßen die das nicht so toll finden wie unsere Politiker.Jetzt kommt natürlich wieder es ginge nicht anders als so.Das heißt es bei der Atomenergie auch.
Gruss
R t Bam 22.11.2007 | 10:43
nennen Sie mich wie Sie wollen.Ich sehe keine Hetze von Amade.Aber es wird ja auch mir gleich von Neid gesprochen wenn man von den Reichen spricht.
R t Bam 22.11.2007 | 10:50
Ich habe noch Humor.Keine Angst.Obwohl die Regierung ja alles tut um uns den Humor zu rauben.Aber wenn man eben nicht ins gleiche Horn stößt wie der Rest der Welt dann ist man ein Hetzer.Warum esz.B.in Frankreich anders läuft haben auch Sie nicht beantwortet.
Jens L.am 22.11.2007 | 10:46
Sollte ein Spaß sein, schade, die Vorlage kam ja von Ihnen. Dachte Sie hätten Humor.
Jens L.am 22.11.2007 | 10:53
Will ich auch nicht, weil ich nicht den Anspruch habe, dieses Thema zu bewerten. Es ist nur ärgerlich, dass einige ständig alles mies machen müssen. Keine sachliche Diskussion. Nur Parolen auf unterstem Niveau.
R t Bam 22.11.2007 | 10:53
Was anderes wie diese Antwort war ja auch nicht zu erwarten von der Redaktion.Sollte in Ihrer Redaktion auch jemand sein,der Rentenauskünfte bekommt dann können Sie anhand dieser Mitteilungen selbst ausrechnen,ob man dann im Alter arm sein wird.Vielleicht solltenSie auch diese Informationen die Ihnen zur Verfügung gestellt werden nich so kommentarlos hier veröffentlichen.Auch wenn es Sie User oder Geld dan kostet.
R t Bam 22.11.2007 | 11:04
Sie sollten schon sagen wo das Parolen sind.Wo Amade hetzt.Oder haben Sie Angst davor,daß das eintritt was Amade sagt?Haben Sie mal Ihre letzte Rentenauskunft gelesen?Zu mir wurde früher immer gesagt leiste du ertmal eas bevor du was forderst.Jetzt wo ich langsam zu denen gehöre dir mal was fordern dürfen iss nix mehr da.
Jens L.am 22.11.2007 | 11:15
Warum verteufelt er dann so die zusätzliche private Vorsorge? Die Entwicklung ist nunmal so, dass weniger Zahlern mehr Empfänger gegenüber stehen. Dem wird das System eben angepaßt und der Einzelne mehr in die Verantwortung genommen. Schlimm, dass man sich nicht mehr so intensiv um Sie kümmert? Statt darüber zu schimpfen sollten Sie vielleicht lieber Vorschläge bringen, wie man zB. zu mehr Beitragszahlern kommt.
Maria L.am 22.11.2007 | 11:04
Ich teile Amadés Kritik an der Schönfärberei der staatlichen Riester-Förderung auch für Geringverdiener, die später voraussichtlich in die Grundsicherung fallen werden und nach jetziger Gesetzeslage dann kein Zusatzeinkommen durch ihre Riester-Rente haben.
Trotz dieser Problematik sehe ich aber mögliche Gründe auch für Geringverdiener, trotzdem private Altersvorsorge zu betreiben:
Niemand weiß, wie hoch zukünftig die Grundsicherung ausfallen wird. Möglicherweise noch niedriger als heute, so daß sie noch weniger zum Leben reicht.
Mancher findet es entwürdigend, staatliche Bedürftigkeitsprüfungen über sich ergehen zu lassen und von staatlichen Geldern abhängig zu sein. Es mag also emotionale Gründe geben, zumindest zu versuchen, dieser Abhängigkeit zu entgehen.
Zum anderen: es ist ja zumindest möglich, daß zukünftig die Gesetzeslage dahingehend geändert wird, daß die Riester-Rente nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Wenn genug Menschen davon betroffen sind, gibt es vielleicht genug Proteste, um eine Gesetzesänderung zu bewirken. Es werden ja auch in verschiedenen Parteien Modelle von bedingungslosem Grundeinkommen (also staatliche Gelder ohne Bedürftigkeitsprüfung) diskutiert.
Möglicherweise ist das private Sparen dann doch nicht für die Katz'.
Aber die Wahrheit über die derzeitige Gesetzeslage sollte man Riester-Sparern schon sagen, damit jeder selber entscheiden kann, wie er darauf reagiert.
Folgende Gesetzesänderungen wären meines Erachtens notwendig, damit die anständigen und fleißigen Sparer nicht wie heute bestraft werden:
- Drastische Erhöhung der Vermögensfreibeträge für Hartz IV-Empfänger, damit nicht nur staatlich geförderte Altersvorsorge geschützt ist, sondern jegliche Altersvorsorge (auch z.B. solche über Aktienfonds).
- Keine Anrechnung privater Altersvorsorge jeglicher Art (egal ob Riesterrente, Rüruprente, private Rente, angespartes Aktienfondsvermögen, Immobilien etc.) auf die Rentengrundsicherung, also Zahlung einer gesetzlichen Mindestrente ohne Bedürftigkeitsprüfung für alle, die eine Mindestversicherungszeit von z.B. 15 Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erreicht haben.
R t Bam 22.11.2007 | 11:26
Das ist Ihr Argument?Lesen Sie heute mal in deverschiedenen Zeitungen nach.Langsam kommt man darauf,daß die "Rente" längst nicht mehr das Wahre ist.Da kann man riestern wie wie man will.Es wird nicht reichen im Alter.Nur nebenbei.Ein Paar Beiträge mehr würden schon unsre geliebten Beamte abwerfen können.Auch in der Großindustrie wären noch Quellen wo man was abschöpfen könnte.Aber das darf man ja nicht,da die sonst ins Ausland müssen.
Verstehen Sie mich nicht falsch.Aber riestern kommt mir wie so ein Versuch vor dem Volk dem gemeinen meine ich vorzugaugeln,es könnte so doch noch zu was kommen im Alter.Derweil bringen sich unsere Politiker und deren Gefolgschaft in Sicherheit.Wie?Siehe Diäten.
Jens L.am 22.11.2007 | 11:35
Aber jeder Beitragszahler mehr ist letztendlich ein Empfänger mehr. Damit löst man das Problem letztendlich nicht sondern verschiebt es nur. An der zusätzlichen kapitalgestützten Vorsorge geht kein Weg vorbei.
Aber wie schon gesagt will ich mich zu dem Thema eigentlich nicht äußern. Mich ärgert nur die Art, wie gewissen Leute das Thema verreißen, wobei es doch, da gebe ich Ihnen recht, wichtig ist. Nur dafür, dass es wichtig ist, sollte man anders damit umgehen.
So, mein letzter Beitrag dazu, ehe der große Radiergummi kommt. :-)
Beamteram 22.11.2007 | 11:39
Na endlich kommen die Beamten ins Spiel. Fehlen noch die Ausländer und die Russen die an allem schuld sind.
Gutes Beispiel auch der Beitrag von MariaL weiter oben. Nach 15 Jahren Mini job eine Mindestrente ohne Überprüfung Bedürftigkeit einführen. Klasse Idee, da hat man dann sogar im Alter mehr als zu Zeiten der Arbeit...
Wie wärs denn mal mit einer Alternative von Amade? Was kann man denn tun außer verzweifeln und jammern?
Und Frankreich ist kein wirklicher Vergleich mit dem deutschen System, dann könnte man auch die Schweiz oder die Niederlande heranziehen. Die haben aber eine andere Entwicklung hinter sich. Man kann höchstens von deren Erfolgen oder Mißerfolgen lernen.
Nach wie vor dürfte das deutsche Rentensystem weltweit eines der führenden sein. Wems hier nicht gefällt, der kann sich ja bei Kabel 1 oder Vox Anregungen zum Thema Auswandern holen.
---am 22.11.2007 | 11:49
Döös Lob war zu viel, oder
Jens L.am 22.11.2007 | 11:54
"Radiergummi" ist wohl das Codewort..... :-)
dirkam 22.11.2007 | 11:57
Vor der drohenden Masenarmut mahnen doch aber außer Armade viele seriöse Organisationen und Forscher
Amadéam 22.11.2007 | 12:13
Mam 22.11.2007 | 12:28
Bitte erklären sie mir, warum/inwiefern die "falsche Politik" an Ihrer 7-jährigen Arbeitslosigkeit Schuld war ???
Mam 22.11.2007 | 12:32
Schäuble sagt nichts unüberlegtes ?????
Das wage ich doch glatt zu bezweifeln... ;-)
Amadéam 22.11.2007 | 12:27
Immer wieder schreibe ich auch ergänzend, dass das Leben mit Grundsicherung noch längst nicht der Weltuntergang ist. Das ist eine durch und durch positive Einstellung. Man muss sich eben mit diesem Leben arrangieren und das Beste draus machen - oder so lange Arbeiten, wie es eben nur geht. Das ist allemal besser, als sich die Welt schönzureden, um dann doch ge- und enttäuscht zu werden.
Zu denen die da behaupten, man solle weiter unbeirrt für die Grundsicherung sparen, weil man ja sonst "schmarotzen" würde - folgendes:
Schaue ich auf meinen Lohnzettel, so bemerke ich, dass mir und meinem Arbeitgeber horrende Summen abgezogen werden. Zahlen all die Kritiker, die nicht "Schmarotzer" sind keine Rentenbeiträge?
R t Bam 22.11.2007 | 12:29
Die Redaktion hat den Löschknopf wieder gefunden.Da fühlt man sich doch gleich wieder zu Hause.
R t Bam 22.11.2007 | 12:34
da gebe ich Ihnen volle Zustimmung.Dieser verbitterte Mensch gehört nicht in eine Regierung.
Es darf gelöscht werden.
dirkam 22.11.2007 | 12:52
Ich will die Gelegenheit nutzen, ein Beispiel für verfehlte Politik, die zu Arbeitslosigkeit führt beizusteuern:
Im Uniklinikum M. wurde modernisiert und Neugebaut.
Die Aufgabe vieler Geringqualifizierten, hier der Transport im Haus, wurde durch ein automatisches System übernommen. Technisch faszinierend! Dadurch entstanden auch neue Arbeitsplätze: in der Wartungsfirma und bei der Fertigung, sicher die meisten im Ausland. Gut?
Was wurde aus den Helfern in der Klinik - überwiegend heute ALG2. Sicher, ihr Lohn war nicht wesentlich höher.
Fazit: Die "öffentliche Hand"(als letztendlich eigentlicher Betreiber der Uniklinik) spart die Lohnsummen dieser Arbeitskräfte ein, die Rentenbeiträge übrigens auch!. Dafür zahlt, letztendlich die öffentliche Hand das ALG2. Gesamteinsparung: keine, Mehraufwand die Kosten der Spezialisten.
Ein Beispiel, wills dabei belassen.
dirkam 22.11.2007 | 13:15
Freier Vermittleram 22.11.2007 | 16:41
Amade hat 100% recht.
Das ganze Riestergedönse ist ein rießen Geschäft ausschließlich für die Versicherungs und Fondsindustrie.
Ja, ich bin auch so ein Experte aus der Fondsbranche.
Wir haben uns vor Jahren schon durchgerechnet, dass durch Riester in erster Linie wir die Gewinner sind.
Das ist bei fast allen Anlageformen die mehr oder weniger durch den Staat erzwungen werden so.
Der Bürger ist nur der, der das Kapital zu uns durchreicht.
Das weiß mein Kollege Jens. L auch ganz genau, falls er überhaupt was von der Matherie versteht.
Gruss
Freier Vermittler
Jens L.am 22.11.2007 | 17:59
Beim Kapital scheint die Rechtschreibung nicht so wichtig zu sein....Materie bitte ohne H....
dirkam 22.11.2007 | 18:02
Fakt ist, dass dieser Staat vergessen hat, dass er den Bürgern dienen soll - er bedient sich bei den Bürgern und läßt sich von diesem bedienen.
Wir können einiges von Frankreich lernen
Jens L.am 22.11.2007 | 18:06
Wie soll er den Bürgern dienen? Das Geld muß ja irgendwo herkommen, bevor es verteilt wird.
Wenns in Frankreich so super ist ziehen Sie doch dorthin. Aber ich bin mir sicher dort werden Sie auch nicht zufrieden sein.
dirkam 22.11.2007 | 18:11
Na wem sollte der Staat denn sonst dienen, wenn nicht dem Bürger?
Steuerentlastungen bei Vermögenden und Erhöhung der Steuerlast beiGeringwerdienern, da sieht man wem dieser Staat dient.
Diätenerhöhung, Vermögenssteuerabbau, oh man, es gibt so viele Beispiele für die Umverteilung von unten nach oben....
Jens L.am 22.11.2007 | 18:21
Und in Frankreich ist das anders? Ich glaube das ist ein menschliches Grundproblem, egal zu welcher Zeit und in welchem Staat.
Nur deswegen sollte man nicht alles ganz kaputt reden. Kritisieren ja aber sich nciht hinstellen und so tun, als ob unser Sozialsystem durchweg schlecht wäre.
dirkam 22.11.2007 | 18:23
"Wenns in Frankreich so super ist ziehen Sie doch dorthin. Aber ich bin mir sicher dort werden Sie auch nicht zufrieden sein."
Ich sagte, wir können von Frankreich einiges lernen, oder ???
Rutham 22.11.2007 | 18:29
Jens L.am 22.11.2007 | 18:28
Neumannam 22.11.2007 | 18:45
bei Jens L., tippe ich auf einen
sicheren EU-Rentner !
Amande : super
dirk : super
RtB : super
Hr. Geiler : super
mfg
Neumann
dirkam 22.11.2007 | 19:10
Wow. danke für diesen Beitrag
Freier Vermittleram 22.11.2007 | 19:55
@ Jens L.
Wer anderen in der Nase bohrt ist selbst das größere Sch.....
Sie schreiben: nciht, ist das nun ein Rechtschreibfehler oder schon Anzeichen von Legasthenie bei Ihnen ?
Ansonsten pflichte ich allen bei, die hier schreiben, dass in Deutschland sich nur noch reiche Unternehmer und Beamte wohl fühlen können.
Ach ja, EU Rentner wie Jens L., auch noch.
Gruss
Freier Vermittler
Jens L.am 22.11.2007 | 20:03
:-) grins....
Interessant, wie man die Leute hier aus der Reserve locken kann...
dirkam 22.11.2007 | 21:54
http://www.sozialticker.com/altersarmut-wird-fuer-viele-zur-real…
"Niemandem ist geholfen, wenn die Bundesregierung von utopischen Zukunftsprognosen ausgeht. Behauptungen, die private und betriebliche Altersvorsorge würden die niedrigen gesetzlichen Renten ausgleichen, sind einfach zynisch. Immer mehr Menschen arbeiten im Niedriglohnbereich und haben kaum noch Geld, die Ausgaben für ihr tägliches Leben zu bestreiten. Geschweige denn privat fürs Alter vorzusorgen."
Jens L.am 23.11.2007 | 07:31
Können Sie eigentlich nur Links raussuchen oder haben Sie auch eine eigene Meinung? Würde mich "Link-Ruth" nennen.