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Experten-Antwort

Teilrente mit Abzügen ab 63 und weiterarbeiten vs. Restlebenserwartung

von Weiterarbeitender Teilrentner ab 6313.06.2024 | 12:19
522 Ansichten
10 Antworten
Bis zu welchem Restalter rechnet sich das (ab wann nicht mehr)? Viele Beiträge haben das zum Thema, so richtig klar ist mir das noch nicht: Ich stelle mal die These auf, dass bei einer Lebenserwartung von max. 77 Jahren es sich lohnt, Teilrente mit 63 zu beantragen und bis 67 weiterzuarbeiten. Ich habe vor, bis 67 zu arbeiten. Nun überlege ich, mit 63 die Rente für langjährig Versicherte mit 14,4% Abschlag zu beantragen – also zusätzlich zu meinem Arbeitseinkommen, das zusätzliche Geld aber zu sparen, um meine Rente ab 67 aufzubessern. Prämissen: geb. 1.1.1965, Rente mit 63 ab Jan'28, bis dahin 60 Rentenpunkte erworben. Altersrente ab Jan'32, zwischen 63 und 67 kommen pro Jahr noch 2 Rentenpunkte hinzu. Steuerklasse 1, keine weiteren Einkünfte, ca. 40€ je Rentenpunkt, alles berechnet ohne Inflation/Rentenerhöhung/Zinsen, Teilrente 99,9%, kein „Kauf von Rentenpunkten“ Variante A: ohne Abschläge mit 67 in Rente -> 68 Rentenpunkte -> ca. 2.720 € Rente vor Steuern und Abgaben -> 10 Jahre Rentenbezug -> 2.720*12*10 -> 326.000 € brutto Variante B: ab 63 Bezug von Rente zum Arbeitseinkommen -> 60 Rentenpunkte mit 14,4% Abzug * 40€ -> 2.050 (vor Steuern) -> Worst Case ca.1.000 € netto -> in 4 Jahren ca. 48.000€ -> ab 67 dann (68 Rentenpunkte mit ca. 14,4% Abzug * 40€) -> ca. 2.328 € Rente vor Steuern und Abgaben -> 10 Jahre Rentenbezug -> 2.328€*12*10 -> 279.360 € -> Wenn ich nun 48.000€ zu den 279.360 € hinzurechne, bin ich besser als Variante A -> 327.360 € Grob gesagt, wenn ich davon ausgehe, dass weder ich noch meine Frau älter als 77 werden, würde ich Variante B wählen. Andere Meinungen?

1 Experten-Antwort

Experten-Antwortam 13.06.2024 | 13:02

Hallo weiterarbeitender Teilrentner ab 63,

 

sie haben mit den beiden Rechenmodellen grundsätzlich die verschiedenen Varianten und die damit verbundene "Qual der Wahl" erfasst.

 

Welche Entscheidung Sie nun treffen bestimmen Sie selbst, diese können wir Ihnen nicht abnehmen, zumal die finanziellen Auswirkungen maßgeblich durch sehr viele Faktoren wie zum Beispiel Ihre individuelle Lebenserwartung/Lebensplanung, Ihre Steuerbelastungen, die Anlageoptionen usw. beeinflusst werden. Eine Wertung der Varianten ist daher von unserer Seite aus nicht möglich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

9 Antworten

Mikeam 13.06.2024 | 12:32
Und was ist, wenn sie alle beide 97 werden? Es ist wie immer eine Wette auf ein langes Leben. Legen Sie die 48.000 gut an, dann können diese noch Erträge erwirtschaften. Die Steuer ist in den vier Jahren auf die vorgezogene Rente natürlich exorbitant hoch, da die Rente zu dem Gehalt hinzukommt. Die 2 % höheren steuerfreien Betrag kann man wahrscheinlich vernachlässigen durch den zeitigeren Rentenbeginn.
Nostradamusam 13.06.2024 | 12:32
Sie können da rechnen soviel Sie wollen, welche Antwort erwarten Sie sich denn hier im Forum? Es bleibt Ihnen überlassen wie sie handeln. Was ist wenn Sie 100Jahre alt werden, oder was ist wenn Sie in wenigen Jahren versterben?
Gham 13.06.2024 | 12:34
Ich bin der Meinung, dass hier keine Lebensberatung durchgeführt wird. Zahlen haben Sie doch selbst und wie alt Sie werden oder nicht werden steht doch in den Sternen. Mit dieser unbekannten Größe können Sie sich die Karten legen, wie Sie wollen!
Rechenspielereiam 13.06.2024 | 12:45
Da ist jede Rechnerei mit Annahmen und Prognosen eine nette Spielerei, MEHR NICHT! Wenn man mit 77 Jahren stirbt, ist in den allermeisten Fällen eine möglichst weit vorgezogene Altersrente finanziell vorteilhaft. Wenn Sie aber zum Beispiel 85 Jahre oder deutlich älter werden, ist fast immer eine abschlagsfreie, spätere Rente besser. Ab welchem Alter sich das wirklich "rechnet", kann man auch im individuellen Einzelfall gar nicht genau ausrechnen. Dabei spielen viele zukünfige Faktoren bzw. Prognosen eine Rolle, wie die Entwicklung des persönlichen Grenzsteuersatzes, die Rentenerhöhungen und die Zinsentwicklung. Das lösen Sie auch nicht mit einer recht naiven "Meinungsumfrage" auf. PS: Ich hoffe für Sie und Ihre Frau, dass Sie jetzt noch wissen, ob Sie in 10 oder in 20 Jahren oder noch viel später sterben werden. Falls doch, können Sie ja entsprechend agieren :-)
Viel o'Soffam 13.06.2024 | 13:26
Und mit 75 werden Sie dement und werden zu dann exorbitanten Preisen noch 20 Jahre zu Tode gepflegt ;-) Wenn man anfängt, seine Restlebensdauer in € zu berechnen, frage ich mich, ob man den Sinn des Lebens überhaupt annähernd erfaßt hat ...
Weiterarbeitender Teilrentner ab 63am 13.06.2024 | 13:54
Viel o'Soff schrieb

Und mit 75 werden Sie dement und werden zu dann exorbitanten Preisen noch 20 Jahre zu Tode gepflegt ;-)

Wenn man anfängt, seine Restlebensdauer in € zu berechnen, frage ich mich, ob man den Sinn des Lebens überhaupt annähernd erfaßt hat ...

Na ja – ich habe keine Lebensberatung erwartet, sondern eher Meinungen, ob diese „Break-Even“ Rechnung ungefähr stimmt. Diese Entscheidung Frührente muss fast jeder irgendwann treffen, entweder bewusst oder wg. Nichthandeln unbewusst, d.h. sie wird für einen getroffen. Das Ganze ist neben der Wette auf Lebenserwartung auch die Frage, wie frühzeitig beziehe ich Leistungen aus dem Rentensystem. Auch um diese ggf. anderweitig (besser) anzulegen. Wenn ich es beispielsweise schaffe, die zuvor in den 4 Jahren bezogenen Leistungen mit dauerhaft 3% (nach Steuern) über der „Wertentwicklung der Rentenpunkte“ zu investieren, kann ich 20 Jahre lang 265€ monatlich entnehmen, um damit das Kapital vollständig verzehrt zu haben. Und damit ist der Breakeven bei nicht bei 77, sondern bereits bei 87 Jahren. Ein heute 65-Jähriger hat im Durchschnitt eine Lebenserwartung von knapp 18 Jahren.
Locker machenam 13.06.2024 | 14:08
Weiterarbeitender Teilrentner ab 63 schrieb

Na ja – ich habe keine Lebensberatung erwartet, sondern eher Meinungen, ob diese „Break-Even“ Rechnung ungefähr stimmt.

Diese Entscheidung Frührente muss fast jeder irgendwann treffen, entweder bewusst oder wg. Nichthandeln unbewusst, d.h. sie wird für einen getroffen.

Das Ganze ist neben der Wette auf Lebenserwartung auch die Frage, wie frühzeitig beziehe ich Leistungen aus dem Rentensystem. Auch um diese ggf. anderweitig (besser) anzulegen.

Wenn ich es beispielsweise schaffe, die zuvor in den 4 Jahren bezogenen Leistungen mit dauerhaft 3% (nach Steuern) über der „Wertentwicklung der Rentenpunkte“ zu investieren, kann ich 20 Jahre lang 265€ monatlich entnehmen, um damit das Kapital vollständig verzehrt zu haben.

Und damit ist der Breakeven bei nicht bei 77, sondern bereits bei 87 Jahren.

Ein heute 65-Jähriger hat im Durchschnitt eine Lebenserwartung von knapp 18 Jahren.

Gell, Sie sind so gescheit , dass Sie nichts mehr kapieren. Wenn Sie glauben, dass die "durchschnittliche Lebenserwartung" auch nur irgendetwas mit Ihrer ganz persönlichen Lebenserwartung zu tun hat, dann haben Sie nicht die geringste Ahnung von der Bedeutung statistischer Aussagen. Aber macht ja nichts, versuchen Sie ruhig weiter, irgendetwas für die Zukunft berechnen zu wollen, das nicht berechenbar ist. Ist auch egal, denn etwas wirklich "richtig" oder "falsch" machen können Sie ja gar nicht mehr, Sie haben ja schon einen ordentlichen Rentenanspruch erworben und werden so oder so gut klarkommen. Also einfach mal ein bisschen locker machen und das Leben genießen (auch wenn Sie gerade das wahrscheinlich überhaupt nicht können...).
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