Frage
Ich bin nach einem BurnOut berufsunfähig, war auf Wunsch der Krankenkasse im Oktober in einer stationären Reha Behandlung und wurde jetzt Anfang Februar ausgesteuert. Gleichzeitig wurde mir betriebsbedingt gekündigt, so dass ich seit September arbeitslos bin.
Während der Reha hat der Sozialdienst mir geraten, eine Umschulung zu beantragen, was ich auch getan habe.
Die Agentur für Arbeit AfA hat schon letztes Jahr meine Unterlagen und den Entlassungsbericht der Reha erhalten und auch ein medizinisches Gutachten erstellen lassen, mich aber wg. des Umschulungsantrags an die DRV „übergeben“.
Die Empfehlungen sowohl des Sozialdienstes in der Reha als auch der AfA war… überlegen Sie, in welche Richtung die Umschulung gehen soll und wo ihre Stärken liegen und welche Anbieter für eine Umschulung in Betracht kommen können. Je genauer Sie vorbereitet sind, desto besser.
Vorgestern hat endlich ein Gespräch mit dem Reha Berater der DRV stattgefunden.
Der Berater war in keiner Weise an meinen Vorstellungen interessiert, sondern hat mir eine Umschulung vorgeschrieben, die weder meinen Interessen noch meinen Fähigkeiten entspricht. Einwände wurden nicht gelten gelassen. Die Unterlagen, die ich ausdrücklich mitbringen musste wollte er nicht sehen. Statt dessen wurde mir ein medizinisches Gutachten des DRV präsentiert, dass wesentliche Einschränkungen hinsichtlich der möglichen Berufe listet, die weder im Reha Bericht noch im Gutachten der AfA stehen. Im Wesentlichen scheiden alle Berufe aus, die eine Ähnlichkeit mit meinem zuletzt ausgeübten Beruf haben könnten. Zudem wird mir trotz konkreter Vorstellungen ein 4 wöchiges Assessment verordnet.
Sorry, lange Vorgeschichte.
Meine Fragen jetzt:
a) Was kann ich wg der unterschiedlichen Beurteilungen in den Gutachten unternehmen?
b) Welche Möglichkeit habe ich, den Berufs“Vorschlag“ des Beraters zu beeinflussen?
c) Kann ich das Assessment ablehnen?
d) Kann ich, da die Umschulung von mir beantragt wurde, diesen Antrag auch einfach und ohne negative Folgen widerrufen und ganz „normal“ arbeitslos und - suchend sein?
Wenn das Thema für dieses Forum zu komplex ist, an wenn kann ich mich wenden?
Vielen Dank für Ratschläge.
Antworten vom Expertenteam
Persönlich beantwortet im Expertenforum
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Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung
Hallo Roswitha,
individuelle Einzelfallberatung ist in diesem Forum leider nicht möglich. Insbesonere auch, weil dieses Forum niemals alle relevanten Umstände des Einzelfalles kennt.
Zu ihren Fragen trotzdem ein paar kurze Antworten:
a) Sie können die Gutchten nicht ändern. Sie können nur ihre Sichtweise (gerne auch verschriftlicht) zum Ausdruck bringen.
b) Sie können und sollten einbringen warum sie Entscheidungen/Vorschläge für ungeeignet halten und warum andere Alternativen ihrer Meinung nach besser geeignet wären. Auch dies gern schriftlich.
c) Ablehnen können sie immer alles. Man sollte allerdings auch immer bedenken, dass es eigentlich nichts zu verlieren gibt und solche Angebote als Chance sehen.
d) Anträge zurücknehmen geht immer. Etwas Vorsicht ist geboten, wenn sie von der Arbeitsagentur an die DRV vermittelt wurden bzw wenn sie nach einer Antragsrücknahme Arbeitslosenleistungen beziehen wollen/müssen. Hier müsste man beim Arbeitsamt nach Auswirkungen und ggf aufkommenden Problemen (schlimmstenfalls kein Anspruch auf entspr. AloGeld) fragen.
Eine Parkuhr kann sehr gut zuhören und widerspricht auch nicht. Wenn Sie alle Hilfe ablehnen, gehen Sie eben wieder arbeiten. Sie haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, scheinen Sie in Ihrem Selbstmitleid vergessen zu haben.
Ich glaube, Sie haben weder die Regeln dieses Forums verstanden, noch sind Sie an konstruktiven Diskussionen interessiert. Was möchten Sie mit Ihren Beiträgen hier denn gerne erreichen?
gut überlegenam 09.02.2024 | 00:01
Hallo Roswitha,
in der medizinischen Reha wurden anscheinend gesundheitliche Einschränkungen festgestellt, die Ihre Erwerbsfähigkeit schon sehr beeinträchtigen und gefährden. In Folge wurde Ihnen nun dem Grunde nach eine Umschulungsmaßnahme bewilligt. Um aber etwas genauer festzustellen, in welche Richtung es gehen soll - und aber vor allem auch 'kann - ist das vorgeschaltete Assessment durchaus üblich und notwendig. Im Einzelnen kann Ihnen Ihr Reha-Fachberater erläutern, wie das so abläuft, es würden Rahmen dieses Forums hier sprengen. Aber sprechen Sie ihn freundlich drauf an und hören Sie sich seine Erläuterungen dazu an.
Dass nicht jeder einzelne Beruf in dem Bericht der Rehaklinik aufgeführt ist, der aus medizinischer Sicht nicht mehr zu Ihren Wünschen passt, würde den Rehabericht um weitere Seiten verlängern. Es ergibt sich aber sich aus langjährigen Erfahrungswerten, Berufsbildern und entsprechend (den Medizinern) vorliegenden Listen.
Sie selbst können einen im Gutachten zwar keine 'Berufe' lesen, aber die zu berücksichtigen 'Ausschlusskriterien' für Tätigkeitsbereiche. Unter den quantitativen und qualitativen Merkmalen finden Sie z.B. nicht lange Sitzen, keine Nachtarbeit, kein Heben, kein Großraum und vieles mehr.
Sie können auch googeln, es finden sich im web ausreichend Informationen, was da so alles berücksichtigt wird....
Abgesehen davon, welche Folgen Sie bezgl. ALG zu 'befürchten' hätten (das wäre dort abzuklären), können Sie auch nach dem Assessment noch 'aussteigen'.
Aber je nachdem, was Sie tatsächlich erreichen wollen, kann es auch eine sehr gute Orientierungshilfe für Sie sein, ggfs. sogar eine Bestätigung, dessen, was Sie 'denken' noch zu können. Oder aber ein 'oha, wenn ich das noch nicht einmal wuppe, wie soll ich dann zwei Jahre Umschulung überstehen'.
Sie schreiben, Sie waren wegen 'Burnout' in der Reha. Und wurden außerdem dann auch noch gekündigt. Burnout ist durchaus kein Modewort sondern lediglich die moderne Umschreibung eines vielerlei umfassende Diagnosebereiches, der absolut ernst zu nehmen ist. Und entsprechend ist Ihnen auch anzuraten, sich neben den beruflichen Umorientierungsmaßnahmen, die Ihnen nun angeboten werden und denen Sie erst einmal 'offen' gegenüberstehen sollten, auch um therapeutische Langzeithilfe zu bemühen.
Sie werden noch in viele Situationen geraten, in denen das für Sie sehr hilfreich sein kann. Ob nun während einer Umschulungsmaßnahme oder auch im Einstieg eines selbst gesuchten neuen Jobs.
Lehnen Sie nun also nicht alles von vornherein ab (nur weil Ihnen evtl. die Nase des Rehaberaters nicht gefällt... da könnten Sie um einen anderen Ansprechpartner bitten), sondern gehen nun erst einmal offen auf alles Neue zu.
Insbesondere dann, wenn Sie noch einige Jährchen Arbeit vor sich haben und sich diese 'Umschulungsqual' dann auch noch in einem tollen neuen Berufsfeld positiv auf Ihre Gesundheit (und Ihren Geldbeutel) auswirken könnte.
Also nicht voreilig störrisch sein sondern noch mal gut überlegen.
Und suchen Sie sich ein Forum (passend zu Ihren Diagnosen), in dem Sie sich dann mit Gleichgesinnten weiter auch 'austauschen' können.
'Rechtliche' mögliche Konsequenzen seitens der Rentenversicherung wurden Ihnen bereits mitgeteilt. Und wie Sie in den 'Forenregeln' ja bereits gesehen haben, ist 'hier' kein Diskussionsforum.
Alles Gute!
Soziopathie ein Begriff? Link gefällig? Oder einfach Zuhause nicht die Hosen an?
Du kannst frei wählen :-*
Marcelam 14.07.2024 | 22:49
Hallo Roswitha,
Leider ist dein Erlebnis kein Einzelfall. Ich musste die gleichen Erfahrungen machen wie du und habe viele weitere Menschen mit dem gleichen Schicksal kennengelernt während meiner Maßnahme. Es ist sehr wichtig, dass du dich auf das Assesment vorbereitest! Dies wird sehr oft nicht erwähnt! Du wirst während des Assesment einen Test machen müssen und dieser entscheidet darüber inwieweit du überhaupt eine Umschulung bekommst und in welcher Richtung. Fällt der Test nicht gut aus, kann es sein das du garkeine Umschulung erhältst oder dir nur eine bestimmte Umschulung in Aussicht gestellt wird. Es wird immer sehr leicht da gestellt von der Rentenkasse, es wird geschaut welche Umschulung am besten zu einem passe. Leider ist die Realität so, das du erstmal eine Testung bestehen musst um überhaupt eine Umschulung zu bekommen! Die LTA die dir genehmigt wurde ist erstmal nur das Assesment zur Überprüfung deiner Eignung. Das wurde mir damals auch ganz anders erklärt. Ich dachte das Assesment diene nur mir um zu sehen was ich beruflich machen kann und was am besten passt, aber das ich die Umschulung schon genehmigt bekommen habe. Dies ist aber nicht der Fall gewesen, es wurde erstmal nur das Assesment genehmigt und je nachdem wie die Testung ausfällt musst du noch andere Maßnahmen machen um die Umschulung genehmigt zu bekommen. Darum mein Rat, bereite dich sehr gut auf die Testungen vor. Es wird sehr unterschiedlich, je nach Anbieter gehandhabt. Es gibt Einrichtungen, bei denen wird ohne jegliche Vorbereitungen ein Test geschrieben, andere bereiten die Teilnehmer darauf vor und frischen Deutschkentniswe sowie Mathekenntnisse vorher nochmal auf. Lass dir nicht einreden mach brauch und könnte sich nicht auf die Testung vorbereiten. Wer schlecht abschneidet, bekommt schlechtere Umschulungen oder garkeine genehmigt. Habe selber diese Erfahrung machen müssen und dies auch von anderen mitbekommen. Wenn du Abitur hattest zählt dies nicht, wenn der Test schlecht ist. Es muss einem bewusst sein, das diese Testung über den weiteren Verlauf entscheidet. Ich wünsche dir ein ein erfolgreiches Assesment und drücke dir die Daumen.
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