Hallo Schwarzwälder,
Ihr Einwand ist berechtigt und auch nicht leicht zu beantworten.
Also, zunächst mal zur Steuer: die Riester-Rente muß voll nachgelagert versteuert werden, auf Aktienfonds wird nach neuester Gesetzeslage die Abgeltungssteuer von 25% (plus Soli-Zuschlag und Kirchensteuer) fällig.
Ich zahle aber lieber 25% von einem hohen Ertrag als meinen persönlichen Spitzensteuersatz (u.U. höher als 25%) von einem niedrigen Ertrag.
Die (relative) Sicherheit ergibt sich dadurch, daß man nicht in einen einzelnen Aktienfonds spart, sondern in mehrere weltweit gestreute Fonds. Man nimmt dabei in Kauf, daß einige dieser Fonds vielleicht nur eine sehr geringe Rendite erwirtschaften. Wenn nur ein Fonds mit einer hohen Rendite dabei ist (siehe mein Beispiel mit den 12%), ist es doch egal, was bei den anderen herauskommt. Und natürlich weiß man vorher nicht, welcher der Fonds genau welche Rendite erreichen wird. Man hält sich aber die Möglichkeit offen, eine insgesamt hohe Rendite zu erreichen, wenn man in Fonds spart, die besonders hohe Chancen auf einen zukünftig hohen Ertrag bieten (also z.B. auf Zukunftsbranchen fokussiert sind).
Wenn die 100 Euro aus meinem Beispiel auf 5 Aktienfonds verteilt werden, von denen nur einer 12% effektive Durchschnittsrendite erreicht, dann erzielt man mit diesem einen Fonds in 40 Jahren rund 200.000 Euro. Dazu kommen dann die möglicherweise weit geringeren Erträge aus den anderen Fonds (die Verlustwahrscheinlichkeit ist sehr gering, weil langfristig die Aktienmärkte bisher immer gestiegen sind - die lange Ansparzeit überbrückt damit Konjunkturkrisen - man muß sich ja nur mal ansehen, wie die Aktienmärkte seit dem letzten Crash schon wieder gestiegen sind).
Auch das ist schon ein weit besseres Ergebnis als mit anderen Vorsorgeformen zu erzielen ist. Ganz ohne Risiko geht es nicht, aber festverzinsliche Sparformen bergen auch Risiken, die meines Erachtens viel höher sind (nämlich z.B. das Risiko des Kaufkraftverlusts durch hohe Inflation).
Mir kam das selber ja auch lange "phantastisch" vor, aber nachdem ich mich sehr lange damit beschäftigt habe, bin ich jetzt überzeugt. Für mich war der entscheidende Schritt zum Bewußtseinswandel die Umkehrung meiner Zweifel: was wäre, wenn es wirklich möglich wäre, sich selber im Verlaufe seines Arbeitslebens ein Vermögen zu erwirtschaften, von dem man dann im Alter leben kann - ganz unabhängig von den Risiken gesetzlicher Änderungen bei den staatlich geförderten Produkten? Das eröffnet ganz neue Perspektiven, die geringen Risiken nehme ich dafür in Kauf.
Da hier im Expertenforum längere Diskussionen nicht gewünscht werden, bitte ich darum, bei Interesse selber nachzulesen (und ggf. nachzufragen) in der Finanzuni unter
www.finanzuni.org
Es lohnt sich, wenigstens mal den Versuch zu machen, anders als gewohnt zu denken.
Gruß,
Maria L.
P.S. Amadé, danke für Ihre Unterstützung.
P.P.S. Liebe Redaktion, danke für die bisher nicht erfolgte Löschung. Ich denke, ich schreibe hier jetzt erstmal keinen weiteren Beitrag, um mein Gastrecht in Ihrem Forum nicht zu überdehnen.