Ganz einfach, weil Ärzte auch Medikamente verschreiben dürfen zu Lasten der GKV, obwohl diese vom G-BA in die Anlage III der nicht erstattungsfähigen Medikamente aufgenommen wurden.
Nach dem G-BA sollen auch Diabetiker Insulin verordnet bekommen, obwohl dies nicht immer bei Typ 2 Diabetes gerechtfertigt ist (medizinisch) und lebensgefährlich sein kann.
Die Worte des neutralen Vorsitzenden des G-BA damals (Dr. jur Rainer Hess): Eine Unterzuckerung ist zwar ein Patientenrelevantes Ereignis (Klartext: Tod od Hospitalisierung), aber dafür sind die Patienten geschult.
Ich habe mich selbst um die Genehmigung bei der Krankenkasse gekümmert, und diese befürwortete, dass ich ein (teures) Medikament bekam, das zuvor in die Liste III (nicht erstattungsfähig) gesetzt wurde. Dafür musste ich aber den Arzt auffordern, das beigefügte Attest zu korrigieren und habe es ihm vorgeschrieben, weil ich es beim ersten Mal nicht gesehen habe, dass grundlegendes fehlt. Das Attest war unvollständig. Aber die Krankenkassen "entmündigen" die Ärzte und beschneiden die Therapiefreiheit. Das spüren die Ärzte auch.
Was in den Berichten drinsteht, verstößt meistens wegen Unvollständigkeit bzw. offensichtlichen Fehlern sogar gegen das Patientenrechtsgesetz. Aber das kümmert die Ärzte überhaupt nicht. Mit den Worten das zahlt die Krankenkasse nicht, haben die eine "gute" Ausrede.
Wenn ich bedenke, was ein selbständiger Handwerker alles wissen muss über Werkvertragsrecht nach BGB, VOB Teil 1,2 und 3, da wird mir schlecht was Ärzte nicht "brauchen".
Mein Arzt bedauert ja, dass er Privatpatienten "anders" behandeln darf wie GKV-Patienten. Mittlerweile habe ich ihn aufgeklärt, dass manches auch für GKV-Patienten möglich ist. Aber alle Ärzte bekommen Panik, wenn Sie sich vor einer gesetzlichen Krankenkasse rechtfertigen müssen. Ja, und dann ist ja noch das Budget. Mein Budget ist aufgrund meiner EM-Rente schon lange überschritten.
Die Entscheider der GKV berufen sich auf den Befehlsnotstand des AMNOG (Arzneimittel Neuordnung Gesetz), verstoßen aber selbst dagegen, in dem Sie die Interessen (Nöte, auch medizinisch) nicht berücksichtigen. Nun gut, das AMNOG haben ja die Politiker "verbrochen". Da geht es nur noch um Einsparungen. Nur scheinbar erhalten Patienten, die sich nicht wehren können, eine minderwertige Versorgung auf Kosten ihrer Gesundheit.
Aber Sie haben Recht. Ich stimme Ihnen zu, dass unser Gesundheitssystem immer noch das Weltbeste ist. Deshalb ist auch so teuer, weil die Pharmaindustrie nach Deutschland die neuesten Medikamente liefern darf zu Preisen, die sie selbst festlegen dürfen. Zur Zeit ist ein Hepatitis C-Medikament auf dem Markt bei dem 28 Tabletten (4-Wochen-Ration) 19.999,96 Euro kosten. Es ist allerdings hoch wirksam und kann die Krankheit nach ca 3 Monaten bei 90 % der Patienten heilen.
Glauben Sie bloß nicht, dass ich als Rentner dieses Medikament bekäme, wenn ich es bräuchte. Ich könnte ja bis zum Tod mit dieser Krankheit "leben" ich kann die Kosten ja nicht mehr erwirtschaften.
Zum Trost: Die Forschenden Pharma-Unternehmen und die Politiker wollen sich jetzt an einen Tisch setzen.
Moore hat ja auch die USA und England verglichen und war erstaunt, dass dort die Kranken kostenlos, bzw. auf Staatskosten behandelt werden. Aber wie immer: nicht alles ist Gold, was glänzt, die Wartezeiten sind "unendlich" lang.
Ich habe Sicko auch gesehen, lese aber seit ein paar Jahren 2 Ärztezeitungen, da berichten auch mitunter deutsche Ärzte, die in England als Patient im Krankenhaus waren, von den "Freuden eines Krankhausaufenthaltes".
Ich weis ja auch nicht, ob bei meinen täglichen 10 Medikamenten eines dabei ist, das mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Ein A1 Medikament ("Mittel der Wahl") musste ich absetzen, weil mir darauf "der Appetit" vergangen ist, d.h. ich hatte ständig das Gefühl ich müsste ko....n.
In 7 verschiedenen Facharztpraxen mit bis zu 7 Ärzten pro Praxis, da macht man so seine Erfahrungen. Der eine sagt so, der andere so. Aber das ist bei der Komplexität des einzelnen Menschen kein Wunder.