Hallo, hier die schnelle Antwort. Nach der WV 1990 hat kein Mensch von uns etwas von einer Zusatzversorgung gewusst. Wir hätten natürlich alle dort hineingezahlt, wieso auch nicht, jedenfalls die, die nicht verbeamtet wurden. Nicht etwa wegen mangelnder Leistung und ungenügendem Engagement, sondern weil wir nun -nach ca. 10 Jahren Wartezeit- zu alt waren, also über 50.
Die Zusatzversorgung wurde für uns also erst 1997 installiert, mit der Mitteilung, dass wir erst nach weiteren 5 Jahren(da waren also 12! nach der WV um) dann auch mit einer Rentenzahlung rechnen konnten. Diese wird so minimal sein, dass sie etwa bei 130-150€ liegt.(p. Monat Rente)
Was die in einem Beitrag vorher so politisierend genannte Intelligenzrente angeht, so hieß sie für ALLE Lehrer der DDR, und das waren bei weitem nicht nur linientreue, ich selbst war mit einem Pfarrer verheiratet!, so ist sie nun in die Rentenberechnung der BfA eingeflossen. Die Rente nach 38 durchgehenden Arbeitsjahren, davor Abitur und Studium, wird also aus 2 Teilen bestehen, einem BfA-Teil, der gemessen an Beamtenpensionen von Lehrern ca. 1/3 ausmacht und dazu dann die unverschämt hohe Summe, die sich also aus den Jahren nach der 5-Jahreswartezeit ergibt(siehe oben). Es fehlen uns in der Zusatzversorgung also rein rechnerisch die Zeiten von 1989 bis 2000, was eigentlich nicht sein dürfte, aber eben so ist. So sieht die Sache aus.
Noch ein Wort zu den sogenannten Jahresendprämien. Diese wurden nicht etwa an linientreue Parteimitglieder bezahlt, sie waren in Produktionsbetrieben in der DDR durchweg üblich und wurden an der Planerfüllung gemessen, ob man die nun gut fand oder nicht, steht doch auf einem völlig anderen Blatt. Sie waren gestaffelt nach Einkommen und Zugehörigkeiten zu den Betrieben und lagen zwischen 50-80% eines Monatsgehaltes. Dumm waren in der Beziehung eben Fachkräfte dran, die nicht im produzierenden Bereich tätig waren.(zum Beispiel auch die Lehrer, ob linientreu oder nicht!) So, das musste mal gesagt werden. Und das hatte nichts mit eventuellen Vorteilen von Parteimitgliedern zu tun, die es natürlich gab und die unbestritten sind. Neben diesen Dingen gab es dann noch die sogenannten Einzelverträge. Diese waren an politisches Engagement gebunden und wurden in der Wirtschaft, aber auch im Gesundheitswesen mit Leuten abgeschlossen, die man entweder dringend brauchte und so ein eventuelles Verschwinden verhindern wollte oder mit solchen, die in engem Verhältnis zum Staat standen. Nach meinen Erkenntnissen können das aber bestimmt nicht mehr als 1-3% aller Beschäftigten gewesen sein. Diese erhielten mit dem Vertrag eine Sonderrente zugesichert, die weit über das Maß einer sogenannten I-Rente hinausging. Vielleicht muss man auch noch sagen, dass ja zu DDR-Zeiten es gehaltstechnisch ein Manko war nicht Produktionsarbeiter zu sein, denn zum Beispiel Lehrer( auch Ingenieure oder Ärzte) hatten weniger Gehalt als diese, wie ja in einem Arbeiter-und Bauernstaat eben vorstellbar. Soweit zur Klarstellung. Freundliche Grüße!