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Riester-Reform: Verbraucherzentralen warnen vor Unions-Vorschlag

Union und SPD wollen die Reform der Riester-Rente angehen. Die Vorstellungen der Union stoßen auf Ablehnung bei Verbraucherschützern.

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Paar sitzt am Tisch und sichtet und sortiert Unterlagen und Dokumente.

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Berlin (iv). Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat dem Konzept der Unionsfraktion für eine Reform der Riester-Rente eine klare Absage erteilt. „Die Vorschläge von CDU und CSU tragen eindeutig die Handschrift der Versicherungswirtschaft”, sagte Verbandschef Klaus Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Kapitalgarantie soll fallen

Die Verbraucherschützer beziehen sich auf die Vorschläge der Unionsfraktion aus dem Juli. Diese Pläne kommen voraussichtlich in den kommenden Tagen bei ersten Beratungen zwischen den Koalitionspartnern auf den Tisch.

Danach sollen auch Selbstständige staatliche Zulagen erhalten können. Zudem soll die Kapitalgarantie in ihrer jetzigen Form entfallen. Bislang können Sparer sicher sein, dass sie ihre eingezahlten Beiträge samt Zulagen zu 100 Prozent ausgezahlt bekommen. Wären Versicherer von dieser Pflicht befreit, so die Überlegung, könnten sie in risikoreichere Aktien investieren und so die Chancen auf eine höhere Rendite verbessern.

Höhere Kosten statt mehr Rendite

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hält davon nichts. Wenn nur noch 70 oder 80 Prozent des eingezahlten Kapitals garantiert werde, stiegen die Verwaltungskosten, kritisiert der Verband in einem Forderungskatalog, der dem RND vorliegt. Zudem hätten Untersuchungen der Stiftung Warentest gezeigt, dass die Versicherer höhere Freiheit nicht für eine höhere Rendite nutzten, sondern stattdessen höhere Kosten einpreisen würden.

Auch der Plan, die Riester-Rente auf Selbstständige auszuweiten, geht nach den Vorstellungen der Verbraucherschützer in die falsche Richtung. „Bereits heute wird die Förderung vielfach zum Vertrieb überteuerter Verträge missbraucht”, heißt es in der Stellungnahme. Ein derartiger „steuerfinanzierter Renditeschwindel” müsse beendet statt ausgeweitet werden. Nun müssten die Weichen für einen Neuanfang durch ein öffentlich-rechtlich organisiertes Vorsorgeprodukt gestellt werden, wie es der vzbv mit der Extrarente vorgeschlagen hat.

CDU, CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die private  Altersvorsorge zu stärken. Noch in dieser Woche soll es dazu erste Beratungen geben.

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