Finanzen / 04.05.2022

Riester-Reform kommt nicht mehr 2022

Die versprochene Riester-Reform wird weiter auf die lange Bank geschoben. Derweil verabschieden sich immer mehr Sparer von ihren Verträgen.

Riester-Reform kommt nicht mehr 2022.

Berlin (bd). Die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge lässt weiter auf sich warten. In diesem Jahr werde es nicht dazu kommen, kündigte Pascal Kober, der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion auf der Jahrestagung der Deutschen Aktuarvereinigung an. Das berichtet das Branchenjournal „Versicherungsmonitor“.

Priorität habe die Stabilisierung der gesetzlichen Rente und die Einführung der so genannten Aktienrente. Aber auch diese Reformen seien erst für Ende 2022 oder Anfang 2023 zu erwarten.

Bereits die Große Koalition hatte sich an einer Reform verhoben. Bis zuletzt gingen die Vorstellung über eine Neugestaltung zu weit auseinander. Nun will es die Ampel-Regierung richten. SPD, Grüne und FDP haben sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, einen öffentlich verantworteten Fonds als Angebot mit Abwahlmöglichkeit zu prüfen. Für laufende Riester-Verträge soll Bestandsschutz gelten.

Zu teuer, zu kompliziert: Riester-Reform ist dringend nötig

Dass die Riester-Rente eine Reform nötig hat, bezweifelt kaum jemand. Zu teuer, zu kompliziert, kritisieren Verbraucherschützer seit langem, und fordern vehement einen öffentlich verwalteten Fonds nach skandinavischem Vorbild. Die Versicherungswirtschaft hingegen hat vor allem die starre Beitragsgarantie als Ärgernis Nummer eins ausgemacht.

Dabei bietet ein Riester-Vertrag vor allem Menschen mit geringem Einkommen und Kindern durchaus Vorteile – dank hoher staatlicher Förderung. Allein, die Sparer selbst mögen daran schon lange nicht mehr so recht glauben. Immer mehr Menschen kündigen ihre Verträge. 2021 war deren Zahl im vierten Jahr in Folge rückläufig, wie aus der neuen Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervorgeht.

Demnach existierten zum Jahresende noch 16,21 Millionen Verträge. Das sind 158.000 weniger als 2020. Der Gesamtbestand liegt nun etwa wieder auf dem Niveau von 2014. Etwa ein Fünftel der Verträge ist ruhendgestellt, wird also nicht mehr weiter bespart.

Bestand an Riester-Verträgen in 2021
Vertragsform Bestand in Mio. Vergleich zu 2019
(gerundet)
Versicherungen 10,672 -48.000
Banksparverträge 0,546 -35.000
Fonds-Verträge 3,263 -16.000
Wohn-Riester 1,730 -25.000
Autorenbild

Autor

Boris Dunkel