Berlin/Frankfurt am Main (sth). Immer mehr Beziehende einer gesetzlichen Altersrente haben bis zu ihrem Rentenbeginn mehr als 35 Versicherungsjahre zurückgelegt – und können damit in aller Regel eine relativ hohe Rente erwarten. Das ergibt sich aus aktuellen statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Demnach kamen im Jahr 2023 mehr als 279.000 (= 29,3 Prozent) aller Beschäftigten beim Start in den Ruhestand auf mindestens 45 Versicherungsjahre, profitierten dadurch von der abschlagsfreien „Altersrente für besonders langjährig Versicherte” und bekamen zudem laut dem DRV-Statistikportal eine deutlich überdurchschnittliche Rente (im Schnitt 1565 Euro netto).
Weitere knapp 213.000 (= 22,3 Prozent) der Neurentnerinnen und -rentner hatten als „langjährig Versicherte” ebenso mindestens 35 Versicherungsjahre auf dem Rentenkonto wie die mehr als 62.000 „schwerbehinderten Menschen” unter den neuen Altersrentnern. Damit erreichten im vorvergangenen Jahr insgesamt mehr als 553.000 Arbeitnehmende – 58 Prozent aller Neurentner – bis zum Rentenbeginn mindestens die 35-Jahre-Marke bei der Versicherungsdauer.
Längere Beschäftigungszeit – höhere Rente
Die zunehmend lange Versicherungsdauer schlägt sich auch in einem vergleichsweise hohen Rentenanspruch der betroffenen Beschäftigten nieder. Der DRV-Statistik zufolge erreichten neue Altersrentnerinnen und -rentner nach mindestens dreieinhalb Jahrzehnten Berufstätigkeit im Jahr 2023 eine durchschnittliche Nettorente von 1425 Euro. Das waren 66 Euro oder 4,9 Prozent mehr, als Neurentner des Vorjahres mit langer Versicherungsdauer erzielt hatten. Die Nettorente – der sogenannte Zahlbetrag – wird durch Berechnung der jeweiligen Bruttorente abzüglich des Rentner-Eigenanteils zur Kranken- und Pflegeversicherung ermittelt.
Allerdings zeigen sich – je nach Beschäftigungsort und Geschlecht der Betroffenen – auch unter den langjährig Versicherten erhebliche Unterschiede bei der Rentenhöhe. So kamen Männer in den alten Bundesländern und im Ausland 2023 im Schnitt auf eine monatliche Nettorente von 1658 Euro, westdeutsche Frauen dagegen nur auf 1216 Euro. Zwar unterscheiden sich die Neurenten auch in den neuen Ländern geschlechtsabhängig – liegen aber mit einer durchschnittlichen Differenz von 116 Euro (1.395 Männer bei den Männern, 1279 Euro bei den Frauen) deutlich näher beieinander als im Westen. Die neuen DRV-Zahlen zeigen damit erneut, dass die sogenannte Renten-Geschlechterlücke („Gender Pension Gap") auch künftig eine wichtige politische Herausforderung bleibt.
