Berlin/Bad Homburg (sth). Im vergangenen Jahr haben in Deutschland mehr Menschen als im Jahr zuvor erstmals eine gesetzliche Rente erhalten. Wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jetzt mitteilte, stieg die Zahl der erstmals gezahlten Renten gegenüber dem Vorjahr um rund 36.000 auf etwa 1,44 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von rund 2,6 Prozent. Mit rund 858.000 erstmals gezahlten Altersrenten registrierte die DRV demnach etwa 29.300 oder 3,5 Prozent mehr im Jahr 2020 (829.100).
„Hauptgrund für den Anstieg der Fallzahlen in Altersrenten ist, dass stärker besetzte Geburtsjahrgänge in Rente gehen“, erklärt die DRV die Entwicklung der Neurentenzahlen. Der Gesamtanstieg bei den neuen Rentenzahlungen „basiert auf Zuwächsen bei den Renten wegen Alters und wegen Todes“, heißt es seitens der DRV weiter. So sei 2021 auch die Zahl der neuen Hinterbliebenenrenten im Vorjahresvergleich um etwa 17.300 oder 4,4 Prozent auf rund 411.000 gestiegen.
Rückgang bei erstmals gezahlten Erwerbsminderungsrenten
Dagegen registrierten die 16 Rentenversicherer einen Rückgang bei den erstmals gezahlten Erwerbsminderungsrenten (EM-Renten). „Mit rund 165.800 Zugängen in Erwerbsminderungsrenten im Jahr 2021 beträgt der Rückgang im Vorjahresvergleich rund 10.000 Renten“, so die DRV. Das sei ein Minus von rund 5,7 Prozent. „Grund für den Rückgang könnte jedoch die erhöhte Zugangszahl in 2020 sein“, vermuten die Rentenkassen. Im vorvergangenen Jahr hatte die Zahl neuer EM-Renten um rund 9 Prozent zugelegt. Bezieher von EM-Renten hätten „ihren Versicherungsfall gegebenenfalls aufgrund der deutlichen Verlängerung der Zurechnungszeit“ ab dem Jahr 2019 aufgeschoben, schreibt die DRV.
Die Zurechnungszeit steigert die Rentenansprüche von gesundheitsbedingt nicht mehr erwerbsfähigen Menschen durch eine rechnerische Verlängerung der Versicherungszeit. Sie war vor drei Jahren aufgrund einer gesetzlichen Neuregelung um mehr als drei Jahre auf 65 Jahre und acht Monate ausgeweitet worden (für neue EM-Renten des Jahres 2022 liegt sie bei 65 Jahren und elf Monaten, d. Red.). „Somit würde sich der Rückgang der Zugänge in 2021 mit einer Normalisierung der Zugangszahlen nach dem Effekt aufgrund der deutlichen Anhebung der Zurechnungszeit ab 2019 erklären“, erläutert die DRV den rückläufigen Trend bei den neuen EM-Renten.
Dauerhaft zu krank, um voll zu arbeiten? In vielen Fällen hilft dann der Staat – mit einer Erwerbsminderungsrente. Wir zeigen, wie’s geht.
