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Forscher schlägt neues Anreizmodell für längeres Arbeiten vor

IAB-Wissenschaftler Enzo Weber plädiert für Rentenzuschläge schon bei Arbeit über die Mindestaltersgrenze hinaus statt für Abschläge vor der Regelaltersgrenze.

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Forscher schlägt neues Anreizmodell für längeres Arbeiten vor

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Nürnberg/Frankfurt am Main (sth). “Eine Reform für Arbeit und für Respekt vor der individuellen Leistung”: Das bietet nach Ansicht des Arbeitsmarktforschers Enzo Weber vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sein Vorschlag für ein “ganz neues System” in der Rentenversicherung. Seine Idee, die in erster Linie Rentenzuschläge bereits ab der Mindestaltersgrenze (liegt derzeit bei 63 Jahren, d. Red.) statt Rentenabschläge bei Rentenbeginn vor der Regelaltersgrenze vorsieht, hat Weber jetzt in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” vorgestellt. 

Die Menschen sollten künftig selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen, so Webers Ansatzpunkt. „Es gibt ein einheitliches Mindestalter, beispielsweise 63. Für jeden Monat, den man die Rente später in Anspruch nimmt, werden 0,5 Prozent auf die Rente aufgeschlagen.“ Das sei versicherungsmathematisch angemessen und zugleich mehr als die bisherigen Abschläge von 0,3 Prozent vor Erreichen der Regelaltersgrenze. „Die Anreize werden also stärker“, schreibt der Ökonom. „Die Frage sollte nicht mehr lauten, wann kann ich endlich in Rente gehen, sondern: Wie stark kann ich meine Rente durch Weiterarbeit erhöhen?“

Zusätzlicher Rentenaufschlag wäre möglich

Nach Ansicht des Forschungsbereichsleiters „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ beim IAB könnte man seinen Vorschlag auf Wunsch auch modifizieren - zum Beispiel durch einen “zusätzlichen Rentenaufschlag” für jedes weitere Jahr ab einer Versicherungszeit von 40 Jahren. „Geht man mit 63 oder 65 in Rente, liegt diese natürlich grundsätzlich niedriger als bei der bisher vorgesehenen Regelaltersgrenze von 67", so Weber. Der zusätzliche Rentenaufschlag bei langen Versicherungszeiten würde das wieder ausgleichen. 

Der Forscher räumt ein, dass zusätzliche Rentenaufschläge auch Kosten verursachen. Im Gegensatz zu einer ebenso teuren Regelung über ein niedrigeres Renteneintrittsalter gäbe es hier aber auch Erträge, so sein Argument. Zudem könne man Schwerarbeitenden weiterhin einen vorzeitigen Rentenbeginn ermöglichen, indem man ihnen für eine bestimmte Zahl von Jahren in einem besonders belastenden Beruf einen zusätzlichen Rentenaufschlag zahle. Zwar wäre die Auswahl dieser Tätigkeiten “sicherlich der kritische Punkt”, so Weber. Aber man könne hier “zumindest auf Erfahrungen im Ausland wie mit der Schwerarbeitspension in Österreich schauen”, schlägt der IAB-Wissenschaftler vor. 

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